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Verstärkung für die Straßenreinigung: Die Besen-Offensive: Stadt lässt Straßen und Plätze häufiger reinigen

Von Zusätzliche Papierkörbe und elf Mann Verstärkung für die Straßenreinigung sollen Frankfurt sauberer machen. Stark vermüllte Plätzen und Straßen werden nun auch am Sonntagnachmittag aufgeräumt. Die Mitarbeiter der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) müssen sich dabei einiges gefallen lassen.
Verstärkung für die Straßenreinigung: Die FES hat diese fünf Mitarbeiter und weitere sechs Kollegen neu eingestellt. Bilder > Foto: Rainer Rüffer Verstärkung für die Straßenreinigung: Die FES hat diese fünf Mitarbeiter und weitere sechs Kollegen neu eingestellt.
Innenstadt/Bahnhofsviertel. 

Zerbrochene Bierflaschen, verschmierte Pizzakartons, Kaffeebecher, Zigarettenstummel – an einem gewöhnlichen Sonntagnachmittag kommen im Bahnhofsviertel einige Kubikmeter Dreck zusammen. Die Straßenkehrer der FES, im knalligen Signalorange gekleidet, machen sich mit Reisigbesen und langen Greifzangen daran, die achtlos beiseite geworfenen Reste des Wochenendes aufzusammeln.

Zehn zusätzliche Männer und einen Vorarbeiter hat die FES eingestellt, um im Zuge der städtischen Anti-Dreck-Offensive „Clean FFM“, die Reinigunghäufigkeit zu erhöhen. Zentrale, viel genutzte Straßen und Plätze werden nun nicht mehr nur einmal am Tag, nämlich früh morgens, sondern auch nachmittags gereinigt. Vor allem am Wochenende sei das wichtig, denn dann falle besonders viel Dreck an, erklärt Stefan Röttle, Pressesprecher des städtischen Entsorgungsbetriebs FES. „Wir haben gemerkt, dass es nicht ausreicht, wenn wir erst am Montagmorgen wieder kommen“, sagt Nils Peters, der als Sachgebietsleiter Straßenreinigung der Chef aller Frankfurter Straßenkehrer ist. „Die Zeitspanne ist einfach zu lang.“

Für Parks nicht zuständig

Die elf Mann Verstärkung werden aus den städtischen Mitteln der vom Magistrat initiierten Kampagne „Clean FFM“ finanziert. 500 000 Euro im Jahr bekommt die FES dafür zusätzlich. Noch mal so viel erhält das Frankfurter Grünflächenamt, das für die Reinigung der Parks und Grünanlagen zuständig ist. Auch das regelmäßig stark vermüllte Mainufer zählt dazu.

Insgesamt sollen auch 1000 neue Papierkörbe aufgestellt werden, einige davon stehen schon. Das Ziel ist es, den Weg zum nächsten Mülleimer so zu verkürzen, dass kaum jemand mehr seinen Abfall einfach fallen lässt.

Doch die Straßenreiniger der FES, die am Sonntagnachmittag durch das Bahnhofsviertel ziehen, sind überzeugt, dass ihnen die Arbeit nicht ausgehen wird. „Das meiste, was wir aufsammeln, sind Fast-Food-Verpackungen“, sagte einer der Männer. „Aber wir finden hier auch Sperrmüll, Spritzen von Drogenabhängigen und Fäkalien.“

Straßenkehrer beschimpft

Teilweise würden sie sogar von Leuten auf der Straße beschimpft. Von Süchtigen, die ihre Ruhe haben wollen. „Wenn da jemand liegt, gehen wir gar nicht erst hin, dann räumen wir woanders auf“, erklärt der Vorarbeiter. Trotzdem komme es immer wieder zu unangenehmen Situationen. Sein Kollege erzählt von einer gut gekleidete Dame, die ihn neulich wegschicken wollte: Er solle woanders kehren, denn sie mache jetzt hier ihre Mittagspause. Aber von manchen Bürgern erhielten sie auch Lob.

Die neuen Straßenreiniger sind gut zu erkennen. Auf dem Rücken ihrer orangefarbenen T-Shirts prangt das Logo der Kampagne: „Einer für alle. Alle für Clean FFM“, steht darauf. Es ist auch als Signal an diejenigen gedacht, die den Müll verursachen. Aber könnten die zusätzlichen Reinigungsdurchgänge nicht auch dazu führen, dass noch mehr Abfall auf die Straße statt in den Mülleimer geworfen wird, weil es dann den bald jemand wegräumt? „Wir hoffen auf eine andere Wirkung“, antwortet FES-Sachgebietsleiter Peters auf diese Frage. „Dort wo schon viel Müll auf der Straße liegt, sinkt die Hemmung, noch etwas dazu zu schmeißen. Das wollen wir durch unseren verstärkten Einsatz verhindern.“

Die zusätzlichen Reinigungsdurchgänge, vor allem am Wochenende und an Feiertagen, finden laut FES in folgenden Bereichen statt: auf der Zeil, Berger Straße, Leipziger Straße und Königsteiner Straße, auf den Plätzen der Hauptwache und Konstabler Wache sowie im Bahnhofsviertel, Alt Sachsenhausen und im Allerheiligenviertel. „Es war gar nicht so einfach, geeignetes Personal zu finden“, sagt Peters. „Aber seit Juni sind wir vollzählig im Einsatz.“

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