Die Drogenszene schadet den Hotels

Die Drogenszene im Bahnhofsviertel blüht. Wir haben Menschen, die im Quartier wohnen oder arbeiten, um ihre Einschätzung der Situation gebeten. Heute: der Investor Ardi Goldman. Er plädiert für die Schließung der Druckräume.
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Frankfurt. 

Wenn Ardi Goldman die städtische Drogenpolitik ändern könnte, würde er zuallererst die Drückerstuben im Bahnhofsviertel dichtmachen. "Wenn die Stadt so eine Stube schließt, dann schließt sie auch das, was davor passiert", sagt der Investor. Und meint die Fixerei und Dealerei auf offener Straße. Im Jahr 2009 hat Goldman die Levi‘s-Zentrale für Deutschland, Österreich und die Schweiz in die Niddastraße geholt und gleich nebenan das "25 hours Hotel" der Jeansmarke eröffnet. Damals habe es den Anschein gehabt, als werde sich die Situation im Quartier verbessern, sagt Goldman. "In Wahrheit wurde es immer schlimmer."

Viele Drogentouristen

"Die Drückerstuben ziehen die Drogenabhängigen und damit auch die Dealer an", sagt der Investor. Das wiederum mache das Bahnhofsviertel für Drogentouristen aus der Umgebung, ja ganz Europa attraktiv. Goldman ist der Auffassung, dass sich die Szene nach der Schließung der Konsumräume verkleinern würde. "Die Abhängigen, die übrigblieben, könnten von der Drogenhilfe ganz normal betreut werden." Denn die Masse von Konsumenten, die derzeit zu verzeichnen sei, könne sie schlichtweg nicht bewältigen.

Offensive Dealerei

Dass man einen Hauptbahnhof verlasse und sofort Heroin, Kokain oder Crack angeboten bekomme, gebe es deutschlandweit nur in Frankfurt, sagt Goldman. Der Polizei und der Stadt wirft er vor, zu wenig gegen die Probleme zu tun: "Vor der Bahnhofsviertelnacht werden die Junkies verscheucht und die Straßen mit Parfüm besprüht, danach ist alles wieder beim Alten." Der Investor vermutet, dass die Polizei an der derzeitigen Situation gar nichts ändern will: "Die haben hier die ganze Szene auf einem Fleck und hoffen, über Kontakte zu den kleinen Fischen an die großen heranzukommen."

Auf die Hotellerie habe die Drogenszene jedenfalls "katastrophale Auswirkungen": "Einige unserer Großkunden kommen inzwischen nicht mehr, weil ihnen das Bahnhofsviertel zu unsicher ist." Vor allem ihren Mitarbeiterinnen wollten die Unternehmen den Aufenthalt im Quartier ersparen.

Goldman betont, dass die Stadt für die Verkehrssicherung verantwortlich sei. Von Sicherheit könne wegen der Abhängigen aber keine Rede sein. "Wenn ich vorm Haus den Schnee nicht räume und jemand stürzt, muss meine Versicherung zahlen – doch wer zahlt, wenn mich ein Junkie mit einer Spritze verletzt?" Für den Investor steht fest: "Wenn es mal so kommt, werde ich die Stadt verklagen."

Den künftigen OB Peter Feldmann (SPD) möchte Goldman möglichst bald für die Drogenproblematik sensibilisieren: "Ich fordere ihn auf, an einem warmen Abend mit mir durchs Viertel zu flanieren – und bin gespannt, wie er die Lage beurteilt!" chc

In der morgigen Ausgabe lesen Sie, wie ein Polizist die Situation im Bahnhofsviertel beurteilt.

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