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Die Erinnerung sichtbar machen

Von Der Plan, die ehemalige Rödelheimer Synagoge sichtbar zu machen, existiert schon länger. Nun soll er auch umgesetzt werden. Um das 32 000-Euro-Projekt zu stemmen, schlossen sich jetzt Initiativen, Vereine und Gemeinden zusammen.
Quader stellen die Sitzbänke dar, farblich sollen sie sich von der hellen, ebenerdigen Pflasterung abheben.	Grafik: Initiative „Synagoge Rödelheim“ Bilder > Quader stellen die Sitzbänke dar, farblich sollen sie sich von der hellen, ebenerdigen Pflasterung abheben. Grafik: Initiative „Synagoge Rödelheim“
Rödelheim. 

100 Jahre lang bis zur Nacht auf den 10. November 1938, der sogenannten Reichspogromnacht, gab es auch im Rödelheimer Inselgässchen eine Synagoge. Die blinde Wut der Nationalsozialisten zerstörte nicht nur das Bauwerk, sondern beendete auch gewaltsam die 700-jährige Geschichte der Juden in Rödelheim.

Zusammenschluss

Nun soll das jüdische Gotteshaus an seinem ehemaligen Standort neben dem Brentanopark durch eine Pflasterung wieder sichtbar gemacht werden. Und damit ein seit zehn Jahren existierender Plan endlich umgesetzt werden. „Die Idee ist nicht neu. Allerdings gestaltete sich die Umsetzung bisher schwierig. Allein schon finanziell. Mit der jetzt gegründeten Initiative ,Synagoge Rödelheim’ sind wir breiter aufgestellt“, erklärt Armin Kroneisen vom Rödelheimer Heimat- und Geschichtsverein. Zu diesem Zusammenschluss zählen unter anderem auch die evangelische Cyriakusgemeinde, der Förderverein der Stadtteilbücherei Rödelheim, die Initiative Stolpersteine Rödelheim und die katholische Gemeinde.

Den bereits vor einem Jahr entwickelten Plänen haben mittlerweile auch das Grünflächen-, das Denkmal- und das Liegenschaftsamt zugestimmt. Spätestens im kommenden Frühjahr soll der Bauantrag eingereicht werden. Geplant ist die Darstellung des Grundrisses der 110 Quadratmeter großen Synagoge mit einer ebenen Pflasterung. Darin integriert wird das 1979 aufgestellte, mannshohe Mahnmahl als Erinnerung an die Synagoge. Links daneben soll ein Quader den Standort des Thoraschreins darstellen. Rechts neben dem Mahnmal ist eine Infotafel mit den Namen der ehemaligen Rödelheimer Juden angedacht.

Acht dunkelgraue Betonquader, jeweils zwei Meter lang und 40 Zentimeter breit, sollen nicht nur symbolisch die Bänke in der Synagoge darstellen, sondern auch als Sitzgelegenheiten dienen. „Wir möchten den Menschen die Möglichkeit geben, innezuhalten und dem zu gedenken, was in der Reichspogromnacht zerstört wurde“, sagt Armin Kroneisen. Dass der Weg durch den Park künftig am sakralen Raum endet und hinter der Pflasterung fortgeführt wird, hat für Heiko Lüßmann von der Initiative Stolpersteine Symbolcharakter. „Der Weg der Juden in Rödelheim wurde unterbrochen, es bleibt offen, ob er weitergeht“, so seine Interpretation. Über den bisher gegangenen Weg, die 700-jährige Geschichte der Juden in Rödelheim, soll eine Tafel links neben der Pflasterung informieren.

Rund 32 000 Euro, schätzt der zuständige Architekt Hans Günter Kroneisen, werde die Umsetzung kosten. 10 000 Euro steuert der Ortsbeirat aus seinem Budget bei, für den Restbetrag von 22 000 Euro ist die Initiative nun auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen. „Hier sollen sich nicht nur Firmen, sondern auch Privatleute angesprochen fühlen. Jeder noch so kleine Beitrag ist hilfreich.“

Weniger Vandalismus

Zudem haben die Rödelheimer so die Möglichkeit, sich an etwas zu beteiligen, das an die Geschichte ihres Stadtteils erinnert“, glaubt Ernst-Detlef Flos zudem, dass eine Gedenkstätte weniger beschädigt werde, wenn die Bevölkerung daran beteiligt sei. Das hätten die Erfahrungen mit dem Bronze-Grundriss des Solmser Schlosses gezeigt. Begleitet werden soll die Umsetzung des Projektes mit einer Veranstaltungsreihe, bei der auch Spenden gesammelt werden. Dazu gehören Ausstellungen, Musikveranstaltungen, Lesungen sowie Zeitzeugengespräche.

Weitere Informationen zu dem Projekt unter www.synagoge-roedelheim.de im Internet.

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