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Die Farben der Anpassungsfähigkeit

Vier Monate lang haben acht Künstler in einem syrischen Flüchtlingslager in Jordanien Farbe in den grauen Alltag gebracht. Jetzt kommt die Ausstellung ihrer Arbeit nach Frankfurt – wenn auch mit Hindernissen.
Im Flüchtlingslager Zaatari haben die Künstler Abwechslung und Freude in den Alltag der Kinder gebracht. 
Foto: Awareness & Prevention Through Art Im Flüchtlingslager Zaatari haben die Künstler Abwechslung und Freude in den Alltag der Kinder gebracht. Foto: Awareness & Prevention Through Art
Sachsenhausen. 

Noch ein schnelles Telefonat, um die Helfer zu organisieren, dann zum Flughafen, um die Bilder vom Zoll abzuholen. Und anschließend hoffen, dass alles klappt. Jasmin Siddiqui und Falk Lehman, die unter dem Namen „Herakut“ international Anerkennung genießen, haben alle Hände voll zu tun. Denn am Freitag soll die Ausstellung „Colours of Resilience“ in der „Ausstellungshalle“, Schulstraße 1 a, eröffnen.

„Wir hatten ein paar logistische Probleme mit der Lieferung aus Jordanien, deshalb waren wir schon mehrmals beim Zoll“, berichtet Siddiqui. Drei Anläufe brauchte das Künstlerduo, ehe der Zoll die Bilder freigab. Die sind in mehreren Monaten entstanden, in denen sich insgesamt acht Künstler mit Flüchtlingskindern Jordaniens beschäftigt haben, um etwas Farbe in deren tristen Alltag zu bringen. Bilder, Zeichnungen und Fotografien sind in dieser Zeit entstanden – gestaltet von den Kindern in Kooperation mit den Künstlern.

Besuch im Flüchtlingslager

„Coulours of Resilience“, was auf Deutsch so viel bedeutet wie „Farben der Anpassungsfähigkeit“, hat das Ziel, Kunst und Lebensfreude gerade dort zu vermitteln, wo im Alltag kein Platz dafür zu sein scheint. Die Künstler haben deshalb etwa das Flüchtlingslager Zaatari in Jordanien besucht, in dem rund 80 000 Syrer ausharren.

„Zaatari ist ein Lager aus weißen Zelten und weißen Containern, abgestellt in der Wüste, umzäunt von Stacheldrahtzaun“, berichtet Siddiqui. Die Menschen, die in dem Lager ihr Leben fristen, an kreatives Denken zu erinnern, sei die Aufgabe des Projekts. Mit der Ausstellung der Arbeiten, die mehrere Tausend Kilometer weit entfernt entstanden sind, in der Frankfurter „Ausstellungshalle“ soll ein Stück des Lebens in dem Lager greifbar und erfahrbar werden – auch in der Mainmetropole.

Suche nach Helfern

Um dieses Ziel zu erreichen, haben Siddiqui und Lehmann in den zurückliegenden Wochen versucht, Helfer für die Ausstellung zu organisieren. Über die sozialen Netzwerke im Internet haben sie einen Aufruf gestartet – und das mit Erfolg. „Die Frankfurter zeigen sich da wirklich momentan von ihrer allerbesten Seite. Wir hatten schon nach fünf Minuten 13 Nachrichten von Menschen, die gerne helfen wollten“, erzählt Siddiqui. Manche der freiwilligen Helfer hätten sich bereit erklärt, Werkzeuge für die Hängung der Bilder beizusteuern, andere bringen sich und ihre Zeit mit, um bei den Vorbereitungen zu helfen. „Einer kommt sogar für drei Tage aus der Schweiz, nur um uns zu helfen.“

Die große Hilfsbereitschaft hänge sicherlich mit der thematischen Ausrichtung des Projekts, also der Arbeit mit Flüchtlingskindern zusammen. Siddiqui vermutet aber noch einen weiteren Grund: „Die Menschen haben ein Bedürfnis, ihr Wissen und ihre Talente zu teilen. Aber sind aufgeschreckt durch die ganzen Skandale bei irgendwelchen Wohltätigkeitsaktionen. Hier kann jeder helfen, aber auch für sich Erfahrungen mitnehmen.“

Die Ausstellung „Colours of Resilience“ ist ab Freitag 6. Juni, um 18 Uhr in der Ausstellungshalle, Schulstraße 1 a, zu sehen. Weitere Informationen gibt es unter www.ausstellungshalle.info und unter www.coloursofresilience.com im Internet.

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