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Denkmalamt untersucht das Grundstück: Die Flüchtlingsunterkunft in Harheim wird vorbereitet

An der Straße Im Niederfeld in Harheim soll ein Gebäudekomplex für Flüchtlinge und betreutes Seniorenwohnen entstehen. Noch gibt es aber Widersprüche gegen die Baugenehmigung.
So wie diese von der Firma Solgarden bereits in München errichteten Häuser sollen auch die neuen Gebäude in Harheim aussehen. Bild: Solgarden So wie diese von der Firma Solgarden bereits in München errichteten Häuser sollen auch die neuen Gebäude in Harheim aussehen. Bild: Solgarden
Harheim. 

Heute beginnt die Stadt im Norden des Baugebiets Harheim-Süd damit, das für den Bau einer Übergangsunterkunft für Flüchtlinge vorgesehene Grundstück für die Errichtung des Hauses vorzubereiten. Noch in dieser Woche starteten die geophysikalischen Voruntersuchungen des Bodens nach den Vorgaben des Denkmalamts, erklärt Manuela Skotnik, Sprecherin des Sozialdezernats. „Voraussichtlich werden im Laufe des Mittwochs, 2. August, die erforderlichen Gerätschaften auf dem Grundstück platziert. Am Donnerstag beginnt dann die Untersuchung des Bodens.“

Inzwischen lägen sowohl der Stadtverordnetenbeschluss über die Vergabe des Erbbaurechts für das Grundstück an den Investor Solgarden als auch die Baugenehmigung für das Projekt vor. „Erwartungsgemäß sind Widersprüche aus der Nachbarschaft gegen die Genehmigung bei der Bauaufsicht eingegangen“, sagt Skotnik. Formal hätten die Widersprüche keine bauaufschiebende Wirkung. „Die Projektpartner sind sich jedoch einig, dass es kein gutes Signal wäre, vor der Anhörung der Nachbarn mit dem eigentlichen Bau zu beginnen.“

In Absprache mit der Stadt plant die Firma Solgarden auf dem Grundstück drei Gebäuderiegel, in die eine Übergangsunterkunft für Flüchtlinge, aber auch betreutes Wohnen für Senioren sowie ein „Projekt für gemeinschaftliches Wohnen“ eingerichtet werden. Vorgesehen sind 90 Plätze für Flüchtlinge und insgesamt 24 Wohnungen für das betreute und das gemeinschaftliche Wohnen. Betreiber der Unterkunft ist das Deutsche Rote Kreuz, die Seniorenwohnungen vermietet Solgarden.

Proteste der Nachbarn

Kurz nach Bekanntwerden des Projekts im Herbst 2015 gab es in Harheim teils wütende Proteste. Die bereits bestellten Holzmodul-Bauten stellte die Stadt daher im Frühjahr 2016 statt in Harheim in Bonames auf. Stattdessen soll Solgarden nun ein steinernes Haus bauen, dass laut Investor mit wenig Aufwand in Seniorenwohnungen umgebaut werden kann.

Aus Sicht einiger Nachbarn, die Widersprüche gegen das Bauprojekt an der Straße Im Niederfeld einreichten, hätte die Stadt keine Befreiung vom Bebauungsplan genehmigen dürfen. Dort ist festgelegt, dass das Grundstück für „Altenwohnen“ reserviert ist. Statt dessen sollen hier vor allem Flüchtlinge und Obdachlose einziehen. Dass auf dem kleinen Grundstück vorübergehend bis zu 120 Menschen leben sollen statt ursprünglich halb so vielen Senioren, sei nicht „gebietsverträglich“: Ansonsten bestehe das locker bebaute Quartier aus Einfamilienhäusern. Ende August findet eine Anhörung der Nachbarn vor dem Widerspruchsausschuss der Bauaufsicht statt.

Einvernehmliche Lösung

Für Ortsvorsteher Frank Immel (CDU) ändert sich nichts. „Das einzig Neue ist die Bodenuntersuchung.“ Zwar seien jetzt für die Altenwohnungen auch Aufzüge eingeplant. „Besser wäre aber, wenn es die im ganzen Gebäude gäbe. Das würde einen späteren Umbau in Altenwohnungen vereinfachen.“ Der frühere Ortsvorsteher Helmut Seuffert (Grüne) legt Wert darauf, dass der Baustart erst ist, wenn die Widersprüche geklärt sind. „Wenn gebaut wird, solange die Nachbarn weiter klagen, kommt kein Frieden in den Stadtteil. Das wäre auch für die Flüchtlinge, die dort einziehen sollen, nicht gut.“

(hau)
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