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Stadtteil-Serie (Teil 20): Die Frankfurter Innenstadt: Das kleine Herz

In unserer Stadtteil-Serie haben wir in dieser Woche die Frankfurter Innenstadt unter die Lupe genommen. Eine Fotoreportage.
Frankfurt. 

Die Gründung der Neustadt lässt sich auf das Jahr 1333 datieren, als Kaiser Ludwig der Bayer der Freien Reichsstadt Frankfurt die Erweiterung ihrer Fläche genehmigte. Das Gebiet der heutigen Innenstadt lag außerhalb der Stadtmauern, und trotz der ungeschützten Lage wurde bereits fleißig gebaut. So entstand nördlich der ummauerten Stadt an einer als Viehmarkt genutzten Fläche eine Häuserzeile – die Geburtsstunde der Zeil.

Heute ist die Innenstadt der zentrale Stadtteil der Mainmetropole, gehört aber zugleich zu den kleinsten – sowohl flächenmäßig als auch von der Einwohnerzahl. Obwohl gerade einmal 1,5 Quadratkilometer groß, besitzt das Viertel ganz unterschiedliche Quartiere, die für eine große Vielfalt sorgen.

Hier geht es zu den bisherigen Stadtteil-Porträts

Nicht nur optisch mit der Skyline, sondern auch wirtschaftlich prägend ist das Bankenviertel, das allerdings auch in das Bahnhofsviertel und Westend hineinreicht. Viele Kreditinstitute in der Innenstadt liegen im Bereich der Neuen Mainzer Straße, die mit ihrer Häuserschlucht an US-amerikanische Großstädte erinnert. Eher kulturell und gastronomisch verwurzelt ist die Gegend um die Alte Oper mit der Freßgass. Dazu kommt noch mit der Goethestraße die teuerste Einkaufsstraße der Stadt.

Weniger teuer und noch bekannter ist das Areal um den verkehrsberuhigten Teil der Zeil zwischen Hauptwache und Konstablerwache. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich in der Nähe der Alten Gasse das Zentrum der schwul-lesbischen Gemeinde. Das Gerichtsviertel verdankt seinen Namen den dort ansässigen Gerichten. Dort befinden sich aber nicht nur Justizbehörden, sondern auch Berufsschulen, Clubs und das international bekannte Varieté Tigerpalast.
Das Sorgenkind ist die Gegend um das Allerheiligentor. Das kleine, ethnisch bunte Quartier liegt zwischen Zeil und Battonnstraße. Architektonisch dem Bahnhofsviertel recht ähnlich, ist es Frankfurts zweites Rotlichtviertel. Dazu kommt die seit Jahren ausufernde Drogenkriminalität. Polizei und Teile der Politik möchten mit einem umfassenden Konzept, das auf intensive Kameraüberwachung setzt, die Probleme in den Griff bekommen. Für Debatten ist reichlich gesorgt.

FNP-Reporter und -Fotograf Michael Faust hat sich in der Innenstadt umgesehen.

Alles, was Recht ist

Im Gerichtsviertel in der östlichen Innenstadt befinden sich Amts-, Land- und Oberlandesgericht sowie die Staatsanwaltschaft und weitere Institutionen wie  der Hessische Anwaltsgerichtshof.

Frankfurt 7.11.2017, Das Gerichtsviertel befindet sich zwischen der Konrad-Adenauer-Straße, der Seilerstraße, der Klapperfeldstraße und der Heiligkreuzgasse in der östlichen Innenstadt. Das Frankfurter  Amts-, Land- und Oberlandesgericht sowie die Staatsanwaltschaft und weitere Institutionen wie das Justizprüfungsamt und der Hessische Anwaltsgerichtshof sind hier beheimatet. Bestrebungen, das Gerichtsviertel umzusiedeln, wurden wegen Einwänden der Bürger verworfen. Allerdings ist eine Nachverdichtung mittel- und langfristig zu erwarten.

Bestrebungen, die Gerichte umzusiedeln, wurden wegen Einwänden der Bürger verworfen. Allerdings ist eine Nachverdichtung mittel- und langfristig zu erwarten.

Hier schlägt das wirtschaftliche Herz

Das wirtschaftliche Herz der Stadt schlägt in der Wertpapierbörse, dem Arbeitsplatz von Oliver Roth. Er arbeitet als sogenannter Spezialist für das Bankhaus Oddo Seydler. „Zu meinem Tätigkeitsbereich gehört es, den Aktienhandel für Privatanleger sicherzustellen, indem ich für stabile Preise sorge, damit die Investoren zwölf Stunden handeln können.“

Frankfurt 9.11.2017, Das wirtschaftliche Herz der Mainmetropole schlägt in der Wertpapierbörse, dem Arbeitsplatz von Oliver Roth. Er arbeitet als so genannter Spezialist für das Bankhaus Oddo Seydler. „Zu meinem Tätigkeitsbereich gehört es, den Aktienhandel für Privatanleger sicherzustellen, indem ich für stabile Preise sorge, damit die Investoren zwölf Stunden handeln können.“ Die Arbeit des 49-Jährigen hat sich in den letzten 28 Jahren stark verändert. „Der Handel ist technischer und zugleich anonymer geworden.“ Noch immer sind die Relikte aus früheren Tagen in abgelegenen Bereichen des Hauses zu erkennen: Kleine, nur einen Quadratmeter große Kabinen mit etlichen Telefonen und ihren meterlangen Kabeln wirken geradezu archaisch.


Die Arbeit des 49-Jährigen hat sich in den letzten 28 Jahren stark verändert. „Der Handel ist technischer und anonymer geworden.“ Noch immer sind die Relikte aus früheren Tagen in abgelegenen Bereichen des Hauses zu erkennen: Kleine, nur einen Quadratmeter große Kabinen mit etlichen Telefonen und ihren meterlangen Kabeln wirken geradezu archaisch.

Verbaut und vertraut

In keinem anderen Stadtteil treffen so viele Architekturstile aus den unterschiedlichsten Epochen aufeinander. Besonders deutlich wird dies bei einem Blick von der Dachterrasse der Galeria Kaufhof. Die barocke Katharinenkirche steht in trauter Eintracht neben der Hauptwache aus dem frühen 18. Jahrhundert und den vielen Wolkenkratzern.

Frankfurt 11.5.2017, In keinem anderen Stadtteil treffen so viele Architekturstile aus den unterschiedlichsten Epochen aufeinander. Besonders deutlich wird dies bei einem Blick von der Dachterrasse der Galeria Kaufhof. Die Barocke Katharinenkriche steht in trauter Eintracht neben der Hauptwache aus dem frühen 18. Jahrhundert und den vielen Wolkenkratzern. Doch nicht nur architektonisch ist der Bereich ein Schmelztiegel: Die Hauptwache ist der Stadtmittelpunkt und vermutlich der bekannteste Platz Frankfurts. Der mittlerweile vielfach als Bausünde bezeichnete Eingang zu B-Ebene soll wieder geschlossen werden und die dann entstehende Freifläche Vorkriegsnamen „Schillerplatz“ zurückerlangen.


Doch nicht nur architektonisch ist die City ein Schmelztiegel: Die Hauptwache ist der vielfältig genutzte Stadtmittelpunkt und vermutlich der bekannteste Platz Frankfurts. Der mittlerweile vielfach als Bausünde bezeichnete Eingang zur B-Ebene soll wieder geschlossen werden und die dann entstehende Freifläche den Vorkriegsnamen „Schillerplatz“ zurückerlangen.

Wo Goethes Vater ruht

Zwischen Bleichstraße und Stephanstraße befindet sich die evangelische Peterskirche und der zugehörige Kirchhof. Vom 15. Jahrhundert bis zum frühen 19. Jahrhundert wurde er als Begräbnisstätte genutzt.

Frankfurt 9.11.2017, Mitten in der Innenstadt zwischen Bleichstraße und Stephanstraße befindet sich die evangelische Peterskirche und der zugehörige Kirchhof. Vom 15. Jahrhundert bis zum frühen 19. Jahrhundert  wurde er als Begräbnisstätte genutzt. Matthäus Merian, Johann Friedrich Städel und Goethes Vater Johann Caspar Goethe (1782) sind unter den Toten, die ihre letzte Ruhestätte dort gefunden haben. Derzeit steht die Grunderneuerung des Areals unmittelbar vor dem Abschluss.


Matthäus Merian, Johann Friedrich Städel und Goethes Vater Johann Caspar Goethe (1782) sind unter den Toten, die ihre letzte Ruhestätte dort gefunden haben. Derzeit steht die Grunderneuerung des Areals unmittelbar vor dem Abschluss.

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