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Anlage auf dem Danziger Platz: Die Garten-Saison kann beginnen

Im Frankfurter Garten am Danziger Platz startet die Saison. Allerdings ist die Zukunft ungewiss, denn der Bahnausbau bedroht den Frankfurter Garten.
Manfred (79) schneidet die Rosen. Der Rentner ist von Anfang an im Frankfurter Garten dabei. Bilder > Manfred (79) schneidet die Rosen. Der Rentner ist von Anfang an im Frankfurter Garten dabei.
Ostend. 

Noch ist es in der Oase im Ostend so grau wie im Rest der Stadt. Doch mit dem Winter ist es bald vorbei. Rentner Manfred (79) hat vor der kalten Jahreszeit vergessen, die Rosen zu schneiden und holt dies nun nach. Wenige Schritte entfernt topft Lin (32) die Triebe verschiedener Salate ein. „Die schaffen es nun alleine, auch wenn es nachts noch kalt wird“, sagt sie.

Im Frankfurter Garten am Danziger Platz im Ostend beginnt gerade die Saison und Chefin Ilona Lohmann-Thomas freut sich auf ein weiteres erfolgreiches Jahr für das inzwischen größte Urban-Gardening-Projekt in Hessen. Die Vorkehrungen dafür haben die Hobby-Gärtner in den vergangenen Wochen geschaffen, und zwar nicht, ohne Spuren zu hinterlassen, wie die heisere Stimme von Lohmann-Thomas zeigt.

Gekochter Wirsing

„Wir haben insgesamt zwölf Kubikmeter Laub aus dem Garten entfernt, die der Wind hierhergeweht hatte. Auch haben wir die Erde in den Beeten ausgetauscht, weil die Nährstoffe darin nach drei Jahren aufgebraucht waren“, berichtet die Leiterin des Frankfurter Gartens.

Bereits in den Beeten befinden sich die Salate. Sellerie und Möhren müssen noch ein paar Wochen im Gewächshaus bleiben, solange es nicht merklich wärmer wird. Kredenzt werden können am Danziger Platz schon jetzt verschiedene Sorten von Kohl. So zieht aus der Küche des Frankfurter Gartens der Geruch von gekochtem Wirsing.

Eine Herausforderung wird die neue Saison für Lohmann-Thomas und ihre Mitstreiter auf jeden Fall werden – ganz gleich, wie das Wetter in den kommenden Monaten wird. Wie die Chefin erklärt, sei der logistische Aufwand schon jetzt sehr groß, weil sich der Frankfurter Garten längst nicht mehr auf das Ostend beschränkt.

Auf dem Goethe-Platz in der Innenstadt steht der sogenannte Zukunftspavillon des Projekts. Aktionen, Workshops, Ausstellungen und Vorträge steigen dort. Schulklassen nutzen den Pavillon als Lernort. Und Neugierige können sich dort erklären lassen, wie auf kleinstem Raum regionale Nutzpflanzen angebaut werden können.

Darüber kommen zahlreiche Schulklassen in den Frankfurter Garten, um mehr zu erfahren über nachhaltigen Gemüseanbau. Und manche Projekte, die am Danziger Platz mittlerweile steigen, müssen nicht unbedingt etwas mit dem Gärtnern zu tun haben. „Es gibt hier Yoga-Kurse, Massagen. Im Sommer möchte eine Dame hier einen Malkurs veranstalten. Aufgrund der großen Fluktuation an Menschen entstehen auch immer wieder neue Ideen“, freut sich Lohmann-Thomas.

Trotz der vielen Arbeit ist die Leiterin aber auch erleichtert. Im vergangenen Jahr hatte es Beschwerden gegeben über den Frankfurter Garten. „Anwohner hatten darüber geklagt, dass sie sich vom Lärm hier gestört fühlten. Und tatsächlich war es manchmal nicht gerade leise, weil viele Menschen vor Ort waren“, sagt Lohmann-Thomas.

Lärm reduzieren

Gemeinsam mit den anderen Gärtnern sorgte sie dann dafür, dass Bereiche des Frankfurter Gartens mit Holz schallisoliert werden, so dass sich der Lärm nur noch in Richtung des Ostbahnhofs ausbreitet und nicht mehr in Richtung Wohnbebauung. Zudem kommen nun keine Verstärker mehr zum Einsatz, wenn beim Urban-Gardening-Projekt am Danziger Platz Live-Musik gespielt wird. „Nun wird hier nur noch unplugged gespielt“, kündigt Lohmann-Thomas an, die allerdings dennoch die Nachbarn aufsuchen und sie in den Garten einladen möchte.

Eine andere Herausforderung dürfte für den Frankfurter Garten ungleich größer werden. Das Projekt könnte den Arbeiten zum Bau der Main-Weser-Bahnstrecke zum Opfer fallen. „Wir warten derzeit auf ein Schreiben der Deutschen Bahn in dieser Angelegenheit“, erklärt die Leiterin. Daher habe man sich auch bereits Gedanken gemacht über eine eventuelle Ausweichfläche.

Bei dieser solle es sich aber ebenso um eine Brachfläche handeln, wünschen sich die Gärtner. Und sie möchten auch im Ostend bleiben, weil das Projekt bei den Anwohnern dort so viel Anklang findet. Erleichtert ist Lohmann-Thomas, weil Umweltdezernentin Rosemarie Heilig und Planungsdezernent Olaf Cunitz (beide Grüne) hinter dem Frankfurter Garten stehen.

„Bei der Stadt weiß man um die Bedeutung unseres Projekts. Denn man darf nicht unterschätzen, wie sehr der Garten die Gemeinschaft hier fördert. Manche Gärtner sagen, dass er für sie wie ein Zuhause ist“, berichtet die Leiterin, der die Heiserkeit aufgrund der Geschäftigkeit wohl noch länger zu schaffen machen wird.

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