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Kater Sindbad ist eine kleine Berühmtheit: Die Katze von der U-Bahn-Haltestelle "Niederursel"

Sindbad, bekannt als die Katze von der Haltestelle „Niederursel“ ist eine echte Internetberühmtheit. Der schneeweiße Kater hat nicht nur seine eigene Facebook-Fanseite mit über 2 000 „Gefällt mir“-Angaben, es gibt sogar Menschen, die ihn entführen.
Auf den warmen Platten des Bahnsteigs fühlt sich Sindbad wohl, genüsslich räkelt sich der Kater in der Sonne. Jeden Tag ist er an der Haltestelle, bei Facebook ist er eine kleine Berühmtheit. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Auf den warmen Platten des Bahnsteigs fühlt sich Sindbad wohl, genüsslich räkelt sich der Kater in der Sonne. Jeden Tag ist er an der Haltestelle, bei Facebook ist er eine kleine Berühmtheit.
Niederursel. 

An der Haltestelle „Niederursel“ räkelt sich Sindbad genüsslich in der Sonne. Der schneeweiße Kater liegt auf dem Bahnsteig und streckt seine Pfoten gen Himmel. Mit seinen neun Jahren ist er nicht mehr ganz so agil – früher thronte er an warmen Tagen gerne hoch oben auf dem Fahrkartenautomaten. Mittlerweile begnügt er sich mit den Sitzbänken, seinem neuen Lieblingsplatz. Dort beobachtet er die ein- und ausfahrenden U-Bahnen, Tag für Tag. Denn Sindbad ist Stammgast an der Haltestelle, mittlerweile ist die Samtpfote sogar so berühmt, dass sie ihre eigene Fan-Seite bei Facebook besitzt.

Kein Kuschelkater

Auch wenn Sindbad gerne an der frischen Luft und unter Menschen ist, so ist er kein Kuschelkater. „Er lässt sich nicht gerne streicheln, vielleicht ist es der Bahnlärm, der ihn immer wieder an die U-Bahngleise zieht“, hat Besitzer Oliver Scherdel keine Erklärung dafür, warum der Lieblingsplatz des Katers schon immer die Haltestelle ist. Dort lässt er sich sogar von den Fahrgästen streicheln.

Die Scherdels wohnen in Niederursel, vor acht Jahren holte ihn die vierköpfige Familie aus dem Tierheim Fechenheim. Sindbad suchte sich – selbstständig wie er ist – seine Familie selbst aus, indem er sich prompt in das mitgebrachte Körbchen legte.

Neu in Niederursel, fiel es dem damals einjährigen Kater oft schwer seinen Heimweg zu finden und er war manchmal wochenlang verschwunden. Der Versuch ihn im Haus zu behalten schlug fehl. „Wenn man ihn einsperrt, springt er auch aus dem ersten Stock“, erklärt Oliver Scherdel. Im Haus bliebe er nur, wenn er krank sei.

Auch wenn die Familie kein Problem mit der Berühmtheit ihrer Katze hat, leicht sei es nicht immer. So gebe es tatsächlich immer wieder Menschen, die Sindbad entführen. Auf der anderen Seite war eine Internetpräsenz aber auch schon häufig eine große Hilfe. „Das Kollektiv passt auf unseren Kater auf“, sagt Oliver Scherdel. So wurde er, als er nach einem seiner Ausflüge mitten in Frankfurt gestrandet war, von Fremden in die richtige Bahn nach Hause gesetzt.

Im Gegensatz zu Sindbad ist Silia ein echter Stubenhocker. Sie fühlt sich in der Wohnung wohler als an der frischen Luft. Bild-Zoom Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA
Im Gegensatz zu Sindbad ist Silia ein echter Stubenhocker. Sie fühlt sich in der Wohnung wohler als an der frischen Luft.

Sindbads Facebook-Seite, die übrigens nicht die Scherdels eingerichtet haben und dessen Betreiber auch nicht auf eine FNP-Anfrage reagierten, wurde auch schon genutzt, als der Kater nicht mehr nach Hause kam. Der dortige Aufruf seiner Familie, nach ihm Ausschau zu halten, wurde von Sindbads Fans unzählige Male geteilt. So konnte er aufgegriffen und sicher nach Hause gebracht werden.

Manchmal würden sich die Scherdels nicht beschweren, wenn Sindbad ein bisschen weniger unternehmenslustig oder sogar ein Stubenhocker wäre. Sitzt er mal nicht an der U-Bahn-Haltestelle melden sich sofort aufgeregte Passanten bei der Familie, die Angst haben er sei verloren gegangen. Befürchtungen , dass Sindbad vor eine U-Bahn läuft haben die Scherdels nicht mehr. Die U-Bahn-Fahrer kennen die Katze und sind in Niederursel besonders vorsichtig unterwegs.

Oliver Scherdel ist der Besitzer von Sindbad. Seit acht Jahren lebt die Katze bei der Familie in Niederursel. Bild-Zoom Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA
Oliver Scherdel ist der Besitzer von Sindbad. Seit acht Jahren lebt die Katze bei der Familie in Niederursel.

Die Scherdels haben übrigens noch eine zweite Katze. Silia ist das komplette Gegenteil von Sindbad. Statt auf Erkundungstour zu gehen, verbringt sie ihre Zeit lieber im Haus oder auf dem sonnigen Hof. Und während Sindbad seine Nächte in einer Handtuchschublade verbringt, schläft sie in den warmen, weichen Betten ihrer Familie.

Samtiger Charmeur

„Sindbad ist ein Casanova“ wissen die Scherdels. Die meisten „Gefällt mir“-Angaben auf seiner Fanseite gebe es von jungen Frauen. „Die wickelt er alle um den Finger“, sagt Vater Oliver schmunzelnd. Ob der kleine Charmeur jedoch einmal so viel Ruhm ernten wird, wie die Campus-Katze der Universität Augsburg, von der es inzwischen sogar schon Plüschtiere zu erwerben gibt, bleibt unklar. Auf die Frage, ob das sein Ziel sei, schweigt der Kater.

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