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Die Kunst des Alterns

Von Der Frankfurter Fotograf Hans Keller setzt mehr als 20 Sportler in Szene, die das Alter von 65 Jahren bereits überschritten haben und immer noch aktiv sind. Die Aktion ist Teil seines Projekts „Die Kunst des Alterns“.
Nordic Walker Karl-Heinz Pape, Projektleiterin Nadja Dragovic, „Laufschwein“ Detlef Saemann, Visagistin Regine Hoffmann und Fotograf Hans Keller (v.l.). Bilder > Nordic Walker Karl-Heinz Pape, Projektleiterin Nadja Dragovic, „Laufschwein“ Detlef Saemann, Visagistin Regine Hoffmann und Fotograf Hans Keller (v.l.).
Bockenheim. 

Mit Rudern in der Hand und in Trainingsklamotten gekleidet posiert Walter Wagner (88) für den Frankfurter Fotografen Hans Keller in dessen Studio in der Ederstraße 10. Bereits nach einigen Aufnahmen ist klar, die Kamera liebt den Senior, dessen Leidenschaft der Rudersport ist. Wagner ist bundesweit der „älteste aktive Rennruderer“, wie er selbst sagt, und zeigt regelmäßig in Wettkämpfen, was in ihm steckt. Dass er bereits auf die 90 zusteuert, sieht man dem Sportler nicht an.

 

Sportliches Casting

 

Fotograf Hans Keller konnte ihn für sein aktuelles Projekt mit dem Titel „Frankfurter Sportskanonen 65+“ gewinnen. Hiermit holt er die ältesten aktiven Sportler Frankfurts vor seine Kamera, allesamt Männer, für die körperliche Fitness zum Leben dazu gehört. Wagner ist einer von über 20 Sportskanonen, die aufgrund eines vorangegangenen Castings ausgewählt wurden. Es ist die zweite Aktion, die er zusammen mit Projektmanagerin Nadja Dragovic und Regine Hoffmann, zuständig für Haare und Make-Up, unter dem Motto „Die Kunst zu Altern“ auf die Beine stellt.

Bereits Ende 2012 fotografierte er Seniorinnen und fokussierte die Ästhetik des Alters. Die Fotografien wurden im Anschluss in einer Ausstellung präsentiert. Auch die aktuellen Aufnahmen der „Sportkanonen 65+“ sollen ausgestellt werden. „Wir sind noch auf der Suche nach Förderern, die das Projekt finanziell mit unterstützen möchten“, sagt Keller. Fotograf Keller spielt selbst Tischtennis beim SV Blau-Gelb Frankfurt. „Bei einem Auswärtsspiel trat ein Mannschaftskollege an, der die 80 bereits weit überschritten hat. Als ich ihn gegen einen Gleichaltrigen spielen sah, entstand die Idee zum aktuellen Projekt“, schildert er.

„Der Sport hat mich fit gehalten, körperlich und geistig“, erzählt Wagner, der seit 1942 Mitglied im Frankfurter Ruder-Club Griesheim 1906 ist. Als 15-Jähriger startete er seine sportliche Karriere, nahm seitdem an zahlreichen Deutschen-, Europa- und Weltmeisterschaften teil. Zahlreiche Medaillen sind Zeugnis dieser sportlichen Laufbahn. „Für die olympischen Spielen hat es leider nicht gereicht“, sagt er weiter. „Meine Spiele wären die von 1952 in Helsinki gewesen.“ Als Leichtgewicht sei er damals aber nicht berücksichtigt worden.

 

Regelmäßiges Training

 

Sein Sport brachte Wagner zu Wettkämpfen in ganz Europa, aber auch in die Vereinigten Staaten oder nach Kanada. „Noch heute trainiere ich zwei bis drei Mal pro Woche auf dem Wasser sowie drei bis vier Mal wöchentlich zu Hause auf dem Ergometer, wenn ich nicht gerade erkältet bin“, betont er. „Ohne Bewegung kann ich nicht sein.“ Natürlich nimmt er auch noch an Wettkämpfen teil. „Ich bin schon alle Bootsklassen gerudert.“ Auf das Projekt von Keller sei er durch den ersten Vorsitzenden seines Vereins aufmerksam gemacht worden und freut sich, dass er dabei ist.

Fast 20 Jahre Altersunterschied liegen zwischen Wagner und dem zweiten Sportler, der vor Kellers Kamera tritt. Karl-Heinz Pape (69) ist begeisterter Nordic Walker. „Ich habe damit erst begonnen, als ich in den Vorruhestand gegangen bin“, schildert er. Zweimal wöchentlich nimmt er die Stöcke in die Hand und läuft durch den Park.

Zum Sport inspiriert wurde er nicht zuletzt auch durch seinen Ehemann Detlef Saemann (53), der gerne Marathon läuft. „Richtig schnell bin ich nicht, deswegen trage ich seit meinem ersten Marathon ein Schweinchen-Kostüm, das bringt mir immer viele Sympathien ein“, sagt er. Auch wenn ich erst nach Stunden ins Ziel kommen. Pape und Saemann sind in jeder Hinsicht ein Super-Team, genau das möchte Keller fotografisch in seinen Aufnahmen einfangen. Bereits nach einigen Minuten ist ihm dies gelungen, wie die Fotografien auf dem Computer zeigen. Nicht nur Pape und Saemann sind zufrieden, sondern auch Keller ist glücklich über den perfekten Schuss, bevor es mit dem nächsten Kandidaten weitergeht.

 

Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter www.die-kunst-zu-altern.de im Internet.

 

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