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Traditionslokal: Die „Mainlust“ keltert wieder selbst

Länger als 50 Jahre floss in der Schwanheimer „Mainlust“ kein selbst gekelterter Schoppen aus dem Bembel ins Gerippte. Nun wurde der Anfang gemacht, die alte Tradition wiederzubeleben.
Louie Hölzinger und Thomas Laux haben etwa vier Tonnen Äpfel verarbeitet. Das wird nicht reichen, ist aber allemal ein Anfang. Louie Hölzinger und Thomas Laux haben etwa vier Tonnen Äpfel verarbeitet. Das wird nicht reichen, ist aber allemal ein Anfang.
Schwanheim. 

In den Zeiten des Aussterbens alter Keltertraditionen – siehe etwa die Bornheimer Traditionswirtschaft „Eulenburg“, die zuletzt ihre Pforten schloss – ist es schön, wenn es auch gegenläufige Entwicklungen gibt. So können die Schwanheimer Wirtsleute Claudia Olinski und Louie Hölzinger vom neuesten freudigen Ereignis in der Apfelweinwelt berichten: In der alten Schwanheimer Traditionswirtschaft „Mainlust“, auch „Desche-Otto“ genannt, wurde das erste Mal seit mehr als einem halben Jahrhundert wieder eigener Apfelwein gekeltert.

Ein Gast wurde aktiv

Möglich machte das ein Stammgast, der seinem Beruf als Steuerberater ein Stück bodenständige Natur entgegensetzen wollte. Thomas Laux, der vor genau einem Jahr seinen „Fachwirt für Landschaftsobstbau“ baute, pachtete sich kurzerhand ein großes Stück Obstwiese aus dem Bestand des „Sortengartens der Stadt Frankfurt“, und losgehen sollte es. Aufgrund des katastrophalen Ernteergebnisses in diesem Jahr wegen Frost und fehlender Bestäubung wurde den Erwartungen auf eine ausreichende Menge Kelteräpfel zwar ein Dämpfer versetzt, es gelang den Beteiligten aber, wenigstens eine achtbare Menge von knapp vier Tonnen zusammenzuklauben. Auf einen Zukauf von Tafelobst verzichteten die Apfelwein-Enthusiasten wegen ihres Qualitätsanspruchs und beschieden sich fürs Erste mit dieser für eine Wirtschaft viel zu geringen Menge.

Da die ehemals vorhandene Kelter vom Desche Otto – so hieß der letzte kelternde Wirt der „Mainlust“ – schon längst im Museum der als ständiger Lieferant des Lokals fungierenden Kelterei Hoppe in Niederbrechen gelandet ist, wurde die kleine, aber feine Menge Kelterobst in der ebenfalls zum Lieferantenstamm gehörenden Rückershäuser Kelterei „Apfelgeier“ von Michael Geier in Aarbergen zu Most verarbeitet, der seit Mittwoch nun fröhlich vor sich hin blubbert.

Geduld bis zum Januar

„Die erste Verkostung des Süßen lässt gerade auch wegen der Zugabe einer kleinen Menge Speierling auf einen harmonischen, zarten, aber fruchtigen Schoppen hoffen“, sagt „Mainlust“-Wirt Louie Hölzinger. Geduld ist jedoch gefragt: Bis Mitte Januar 2018 müssen sich die Freunde des edlen Hessenstoffs jedoch gedulden. Für nächstes Jahr hoffen die Wirtsleute sowie Fachwirt Laux auf eine bessere Apfelernte.

(red)

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