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Brachliegendes Grundstück soll Geschichte zum Leben erwecken: Die Römer sind zurück

Von Der fast schon vergessene Römerpark, der irgendwann auf dem brachliegenden Areal westlich der Römerstadtschule entstehen sollte ist wieder aktuell. Denn nach Wunsch der CDU sollen auf dem Gelände auch Wohnungen entstehen – das sorgt für Diskussionen im Ortsbeirat 8.
Der Entwurf zeigt, wie der Römerpark einmal aussehen könnte. Details sind aber noch zu klären. Der Entwurf zeigt, wie der Römerpark einmal aussehen könnte. Details sind aber noch zu klären.
Römerstadt. 

Seit über 25 Jahre liegt das Grundstück „In der Römerstadt 128 - 134“ brach. Fast genauso lange beschäftigt es auch schon den Ortsbeirat. Im Jahr 1997 kamen die ersten Ideen auf, das Areal neben der einst dort verlaufenden antiken römischen Hauptstraße neu zu gestalten. Ein Römerpark sollte dort einmal entstehen – um die Vergangenheit quasi wieder zum Leben zu erwecken.

Vergessene Vergangenheit

Dass diese Erinnerung wach gehalten werden muss, da sind sich alle Fraktionen im Ortsbeirat 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt) einig. Schließlich findet man in der Römerstadt keine römischen Stätten mehr. Das Bild wird geprägt von Stadterweiterungen der 1920er- und 1960er-Jahre.

Lediglich ein paar Tafeln und ein etwas versteckt liegender Töpferofen sowie einige Straßennamen weisen auf die römische Vergangenheit hin. Die ehemalige Römerstadt Nida existierte von 70 bis 250 nach Christus und entwickelte sich aus einem Militärlager zu einem wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum.

Nachdem die Idee des Römerparks seit über zehn Jahren in einer Schublade verschwand, ist er in den vergangenen Monaten aktueller denn je geworden. Auch im Ortsbeirat. Der ist sich jedoch nicht einig, wie dieser Park einmal aussehen soll. Während die Grünen-Fraktion allein für den Römerpark plädiert, möchte die CDU, dass Wohnungen gebaut werden. Allerdings nicht ausschließlich, wie in der April-Sitzung bemängelt und hitzig diskutiert wurde.

Kompromiss-Antrag

Schließlich wurde sowohl der Antrag der Grünen- als auch der der CDU-Fraktion auf die heutige Sitzung vertagt. Diskutiert wird wohl weniger heftig – die CDU hat ihren Antrag noch einmal überarbeitet und die FDP mit ins Boot geholt. „Die Überschrift ,Wohnungsbau beschleunigen’ war unglücklich formuliert. Die haben wir jetzt ebenso geändert, wie auch ein paar inhaltliche Sachen“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Ralf Porsche. Die CDU interessiere in erster Linie, was mit dem Gelände passiere. Ob es nicht möglich sei, dass ein privater Investor oder die Stadt das Gelände vom Bund kauft und bebaut. All das sei besser als das Gelände „einfach so brach liegen und vor sich hin gammeln zu lassen.“

„Trotz des Wunsches nach mehr Wohnungen, auch die Christdemokraten sprechen sich deutlich für den Bau des Römerparks aus. Wir wollen die Römer schließlich nicht unter Wohnungsbau ersticken“, sagt Porsche. „Im Prinzip“ spreche deswegen auch nichts gegen den Antrag. Es stelle sich nur die Frage nach dem zeitlichen Ablauf. Ob erst der Römerpark oder erst die Wohnungen gebaut würden. „Wenn wir binnen drei Jahren einen tollen Park dort haben – was ich jedoch nicht glaube – würden wir uns dagegen sicher nicht wehren“, so der Fraktionsvorsitzende.

Während sich die Fraktionen noch einigen müssen, ist die Position des Archäologischen Forums Nida klar. „Es ist die letzte größere unbebaute Fläche und muss als Römerpark erhalten werden“, betont der Vorsitzende Manfred Piehl. Zahlreiche bedeutende Funde seien auf dem Gelände gemacht worden. Zwei Jupiter-Giganten-Säulen, bemalter Wandputz, Wagenteile und Skelette, zählt er auf.

Durch den Nachbau eines Tores würde man den Römerpark betreten. Ein Ort, an dem im Boden entdeckte Gebäudereste erhalten und durch Dächer und Glaswände geschützt zu besichtigen sind. Ein kleines Freilufttheater soll für Vorträge und Versammlungen zur Verfügung stehen – am Wochenende auch für private Feiern. In einem kleinen Museum sollen die Funde ausgestellt werden, auf dem Außengelände sollen Repliken und Spielgelegenheiten für Kinder aufgebaut werden. Abgerundet werden soll das Angebot mit Veranstaltungen und Führungen. „Eine Überbauung des Geländes wäre ein weiterer unwiederbringlicher Verlust“, betont Manfred Piehl noch einmal die Wichtigkeit des Projektes.

 

Der Ortsbeirat 8 tagt am heutigen Donnerstag ab 20 Uhr im Bürgerhaus Nordweststadt, Walter-Möller-Platz/ Nidaforum 2.

 

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