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Stadtplanung: Die Skyline bekommt Zuwachs - 15 neue Türme

Von 2018 könnte ein außergewöhnlicher Hochhaus-Jahrgang werden: Sieben Türme sind in Bau, für 15 weitere könnten in den kommenden Monaten die Bagger anrücken. Und es sind sogar noch Überraschungen möglich.
Skyline der Bankenmetropole Frankfurt am Main. Bilder > Foto: Boris Roessler Skyline der Bankenmetropole Frankfurt am Main.
Frankfurt. 

Der Büromarkt boomt in Frankfurt: 728 000 Quadratmeter Fläche wurden im vergangenen Jahr vermietet, meldet das Beratungsunternehmen Blackolive. Ein solcher Wert wurde zuletzt im Jahr 2000 erreicht – bevor die Nachfrage nach Büros einbrach und der Bau neuer Hochhäuser gebremst wurde. Doch jetzt brummt die Wirtschaft, der Brexit lässt einen zusätzlichen Bedarf an Büros erwarten. Zudem ist Wohnen im Hochhaus in Mode. Der Turmbau zu Frankfurt ist für Investoren wieder interessant.

Deshalb könnte der Zuwachs für die Skyline in den kommenden Jahren besonders kräftig ausfallen. „Viele Projekte nehmen Fahrt auf“, sagt Mark Gellert, der Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Sieben Türme mit mehr als 60 Meter Höhe sind derzeit in Bau. Bei 15 Projekten stehen die Chancen nicht schlecht, dass sie in diesem Jahr in Angriff genommen werden.

Der überwiegende Teil davon sind Wohnhochhäuser. Zwei entstehen auf dem ehemaligen Telenorma-Gelände am Güterplatz, in der Stiftstraße in der City wird ein Ensemble von drei Wohntürmen errichtet. Mit deutlicher Verzögerung wird im Europaviertel der „Porsche Design Tower“ gebaut. Ein Stück weiter westlich entsteht der Wohnturm „Solid Home“. Auf dem früheren Deutsche-Bank-Areal in der Innenstadt dienen zwei der vier geplanten Hochhäuser dem Wohnen. Auch im Projekt „Grand Central“ an der Adam-Riese-Straße im Gallus wird man sich in großer Höhe einmieten können. Offen ist noch, wann mit dem geplanten Wohnhochhaus an der Ecke Stiftstraße/Katzenpforte begonnen wird. „Bei diesem Grundstück bewegt sich etwas“, deutet Gellert an.

Alle Türme - bestehende, im Bau befindliche und geplante - auf einer Karte:

Teure Wohnungen

Mit Wohnhochhäusern werde in der Regel das obere Preissegment bedient, räumt der Dezernatssprecher ein. Laut einer Studie des Maklerunternehmens Jones Lang LaSalle werden Wohnungen in neuen Hochhäusern in Deutschland im Schnitt für 9000 Euro pro Quadratmeter angeboten. Die Mieten liegen bei bis zu 25 Euro pro Quadratmeter. Das gilt auch für viele Wohnungen in umgebauten Bürohochhäusern. Gellert hält Wohntürme trotzdem nicht für eine Fehlentwicklung. „Uns ist nicht bekannt, dass Wohnhochhäuser leerstehen“, sagt er. „Die meisten entstehen auf Grundstücken, die für Büros vorgesehen waren.“ Außerdem versuche die Stadt, bei allen Projekten einen Anteil geförderten Wohnraums durchzusetzen. Das gelinge aber nicht immer.

Zumal auch Bürohochhäuser wieder interessant sind. Baustart könnte in diesem Jahr für je zwei Türme im Europa- und im Bankenviertel sowie einen auf dem alten Uni-Campus Bockenheim sein. Darüber hinaus gibt es Hochhaus-Standorte, bei denen es bisher noch keine Anzeichen für einen Baustart gibt. Das gilt zum Beispiel für den Messeingang Süd, der zusammen mit einem 100-Meter-Turm errichtet werden soll. Die Messe verhandle aber noch mit möglichen Investoren, wie ein Sprecher des Unternehmens sagte.

Neuer Turm an der Wallanlage?

In anderen Fällen sind Überraschungen nicht ausgeschlossen. Zum Beispiel auf dem Grundstück Mainzer Landstraße 59, das der Sparkasse gehört. Die direkt an den Wallanlagen liegenden Gebäude stehen seit Jahren leer. Im Hochhausrahmenplan ist ein 197 Meter hoher Turm vorgesehen. Es gibt Entwürfe, die jedoch nie umgesetzt wurden. Doch das könnte sich ändern. „Auf dem Areal gibt es Bewegung“, sagt Mark Gellert, der Sprecher des Planungsdezernats. Konkreter wird er nicht. Und die Sparkasse selbst will das Thema nicht kommentieren.

Der Standort ist sowohl im Hochhausrahmenplan von 1999, als auch in der heute gültigen Fassung von 2008 enthalten. Es gibt noch weitere Areale, die bisher nicht genutzt wurden. Dennoch will Planungsdezernent Josef in diesem Jahr die Überarbeitung des Plans in Angriff nehmen. Sein Ziel ist eine geordnete Entwicklung. Auf Grundstücken, die nicht in den Rahmenplan aufgenommen werden, soll kein Hochhaus möglich sein. Josef handhabt das derzeit schon so. Zum Beispiel hat er der Bundesbank zu verstehen gegeben, dass sie neben ihrem Stammsitz nicht in die Höhe bauen darf.

Josef stellt aber auch Standorte in Frage, die im gültigen Hochhausrahmenplan enthalten sind. Auf dem Gelände des alten Polizeipräsidiums ist bisher ein 145-Meter-Turm vorgesehen. Investoren haben zuletzt aber auch wieder das benachbarte Grundstück der Matthäus-Kirche ins Auge gefasst, wo anstelle des heutigen Kindergartens ein 130-Meter-Hochhaus entstehen könnte. Für beide Areale stellt die Stadt aber einen neuen Bebauungsplan auf. Ziel ist es, dort mehr Wohnungen unterzubringen. Dafür werde die bestehende Hochhauskonzeption „überprüft“ und „weiterentwickelt“, steht in der Magistratsvorlage, über die jetzt die Stadtverordneten beraten müssen. Im Gespräch ist, die Baumasse auf mehrere kleine „Hochpunkte“ zu verteilen. Vielleicht wächst Frankfurt doch nicht überall, wo es möglich scheint, in die Höhe.

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