E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 17°C

Neues Konzept: Die Villa Kunterbunt soll fallen

Von Schon seit geraumer Zeit gibt der Abenteuerspielplatz in Oberrad ein trostloses Bild ab. Es mangelt an einem Konzept. Dieses soll nun erarbeitet werden – doch vorher müssen die zahlreichen Hütten weichen.
Die Tage von Tor und Turm scheinen gezählt: Die Stadt will den Spielplatz zurückbauen. Momentan wird ein neuer Betreiber gesucht.  Foto: Ben Kilb Die Tage von Tor und Turm scheinen gezählt: Die Stadt will den Spielplatz zurückbauen. Momentan wird ein neuer Betreiber gesucht. Foto: Ben Kilb
Oberrad. 

Es scheint sich etwas zu tun am Abenteuerspielplatz. Jüngst trafen sich dort gut 20 Vertreter von städtischen Ämtern, um das Areal am Scheerwald-Parkplatz zu begutachten. Denn seit gut anderthalb Jahren gibt der Abenteuerspielplatz ein trostloses Bild ab. Niemand fühlt sich so recht für das Gelände zuständig. Es fehlt an einem Träger und vor allem an einem Konzept. Ebendieses soll nun endlich entwickelt werden.

Sinnvolle Einrichtung

Für die Stadt steht fest: „Wir wollen den Abenteuerspielplatz erhalten. Das ist eine sinnvolle und wichtige Einrichtung in Oberrad“, sagt Michael Lennartz vom Grünflächenamt. Das kann Susanne Feuerbach, Leiterin des städtischen Kinderbüros, nur bestätigen. „Der Abenteuerspielplatz ist gewollt.“ Mit einer Einschränkung: „Nur in dem Maße, wie es genehmigungsfähig ist.“

Das Problem ist nämlich, dass das Areal im Landschaftsschutzgebiet liegt. Schon vor zwei Jahren hatte sich die Untere Naturschutzbehörde eingeschaltet und bemängelt, dass dort zu viele Hütten stehen. Erlaubt ist lediglich eine Laube – drei mal fünf Meter groß.

Das heißt: Die jetzt dort zusammengezimmerten Hütten müssen weg. Die Stadt will sie gemeinsam mit den Kindern, die das Gelände bisher genutzt haben, abbauen – irgendwann zwischen den Sommer- und den Herbstferien. Auch der Bauwagen muss weg. Nur die Bühne darf bleiben.

Das Spielgelände wurde im Sommer 2014 eröffnet. Das passende Grundstück, knapp 500 Quadratmeter groß, hatte das Grünflächenamt gefunden. Damals fungierte noch der Verein Abenteuerspielplatz Riederwald als Betreiber. Das Sozialrathaus Sachsenhausen gewährte eine Anschubfinanzierung mit 20 000 Euro. Die wie ein Fort anmutende Anlage wurde von den Kindern und Jugendlichen des Stadtteils aufgebaut. Sie besteht aus zahlreichen Holzhütten, mal großen, mal kleinen, die mittlerweile mit viel Farbe gestaltet wurden. Die Villa Kunterbunt lässt grüßen.

Die Natur erleben

Doch schon im Frühjahr 2015 zog sich der Verein Abenteuerspielplatz aus dem Projekt zurück, die Caritas übernahm, machte den jungen Oberrädern in den Ferien sowie freitags und samstags ein Angebot. Doch das funktionierte nicht lange. Schnell fühlte sich niemand mehr so recht zuständig für das Areal. Das soll sich jetzt ändern. Die Stadt will auf dem Areal aber keinen reinen Bauspielplatz mehr sehen. „Zu dem hat sich der ursprüngliche Abenteuerspielplatz nämlich entwickelt“, sagt Lennartz. Da wurde nur noch gebaut. Viel lieber hätte man dort aber einen Platz, wo die Stadtkinder die Natur erleben können. Sie sollen dort Gemüse anbauen, Pflanzen ziehen, in der Erde buddeln, basteln, planschen.

Ein richtiges Konzept muss allerdings noch entwickelt werden. Um eines auf die Beine zu stellen, haben sich jetzt mehrere Institutionen, die Interesse bekundet haben, auf dem Gelände ein Angebot für Kinder zu machen, getroffen. Was dabei herausgekommen ist und welche Organisatoren auf dem Abenteuerspielplatz künftig agieren, wird noch unter Verschluss gehalten. Denn zunächst muss sich ein Träger finden, der „in die Haftung geht“, wie Susanne Feuerbach sagt. „Wir möchten das Gelände in die Hände eines Betreibers geben, der dann auch die Verantwortung übernimmt.“ Möglicherweise kann die Leiterin des Kinderbüros bei der nächsten Sitzung des Ortsbeirats 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) am 8. Juni schon mehr sagen. Sie hat Ortsvorsteher Christian Becker (CDU) angeboten, an diesem Termin den Bürgern das neue Konzept des Abenteuerspielplatzes vorzustellen.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen