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Verkaufsschlager: Die Wasserhäuschen als Kartenspiel

Von Weil viele Frankfurter in der ersten Auflage des Wasserhäuschen-Quartetts ihr Lieblings-Büdchen vermissten, gibt es nun eine Neuauflage.
Die Quartett-Macher Hubert Gloss (v.r.) und Boris Borm mit der Betreiberin des Wasserhäuschens in der Eschenheimer Anlage, Annne Ludolph. Foto: Rainer Rüffer Die Quartett-Macher Hubert Gloss (v.r.) und Boris Borm mit der Betreiberin des Wasserhäuschens in der Eschenheimer Anlage, Annne Ludolph.
Nordend. 

Nicht wer die meisten PS unter der Haube hat, den größten Hubraum, das stärkste Düsentriebwerk oder wer der Schnellste ist, spielt bei Anne Ludolph (58), Boris Borm (39) und Hubert Gloss (60) beim Quartettspielen eine Rolle. Vielmehr, wer die längste Theke hat, die meisten Fruchtgummi- und Biersorten, wer am längsten geöffnet und den größten Spaßfaktor hat oder den höchsten Wert auf der Eintrachtfieberkurve. Im „Zum Durstlöscher“, dem Wasserhäuschen an der Ecke von Eckenheimer Landstraße und Eschenheimer Anlage, testet Pächterin Anne Ludolph mit Borm und Gloss die zweite, komplett überarbeitete Ausgabe des Wasserhäuschen-Quartetts , das die beiden Frankfurter gemeinsam mit ihrem Freund Oliver Kirst (43) entwickelt haben.

„Fantreff“ steht auf Michael Austs T-Shirt – und genau das ist sein „Kiosk am Oberforsthaus“ an Heimspiel-Tagen der Eintracht.
Büdchen mit hohem Eintracht-Faktor

Die meisten Niederräder kennen den „Kiosk am Oberforsthaus“ geschlossen. Denn Michael Aust (54) schiebt die Edelstahlplatten, die die Fenster des Wasserhäuschens verdecken, nur zur Seite, wenn die Eintracht ein Heimspiel hat.

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„Wir haben das erste Quartett ja aus reinem Idealismus als Spaßprojekt heraus entworfen. Welchen Erfolg das haben würde, konnten wir ja nicht ahnen“, sagt Borm. Rund 10 000-mal haben sie das erste Wasserhäuschen-Quartett verkauft, die Bestellungen kamen sogar aus Nachbarländern wie Schweden. „Für Exil-Frankfurter ist das offenbar eine tolle Sache.“ Für die zweite Ausgabe, für die die Macher 32 neue Wasserhäuschen auswählten, gebe es schon jetzt viele Bestellungen.

Der Trucker-Treff im Osthafen von Hans-Jürgen Hammer.
Kein Stress, sondern Ruhe

Ob „Jöst 1“, das Wasserhäuschen am Beginn der Franziusstraße im Osthafen, wirklich das älteste ist, daran scheiden sich die Geister. Denn die Jöst-Wasserhäuschen waren ursprünglich rund, sagt Experte Hubert Gloss.

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Es gab aber auch Kritik von Frankfurtern, die ihr liebstes Wasserhäuschen im ersten Quartett vermissten, sagt Gloss. „Und einige wie Anne Ludolph bewarben sich sofort für eine mögliche zweite Ausgabe.“ „Mein eigenes Wasserhäuschen zu haben, ist ein Jugendtraum von mir. Schon als ich 13 Jahre alt war, habe ich in den Ferien in einem Büdchen ausgeholfen“, erzählt die gelernte Einzelhandelskauffrau, die wie ihr Mann Michael Ludolph aus dem Ruhrgebiet stammt. Im „Durstlöscher“ sei die Kundschaft sehr gemischt. „Es kommen viele Familien mit Kindern, die hier in der Nähe wohnen, aber auch viele Singles.“ Darunter auch der ein oder andere Promi. Im Sommer stellt das Betreiber-Ehepaar Tische und Stühle vor die Tür. Dann ist es auch am kleinen Tresen im Innern oft voll. „Jetzt im Winter kaufen die meisten Kunden hingegen am Fensterchen.

Katharina Wiggert am Fenster von„Kathis Wasserhäuschen“.
Treffpunkt für die Menschen im Viertel

Familiär geht es zu an Kathis Wasserhäuschen. Nein, mit Sonnenblumenöl mache man doch keine Pfannkuchen, erklärt Angelika einer Kundin. „Nimm lieber Butter, das schmeckt besser.

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Wo es das Spiel gibt

Die neue Ausgabe des Wasserhäuschen-Quartetts gibt es für 7,90 Euro in einigen Frankfurter Buchhandlungen oder unter www.wasserhaeuschen.eu im Internet.

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