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Abenteuerspielplatz "Wildgarten": Die Wildnis ruft wieder

Von Der Winterschlaf des Abenteuerspielplatzes „Wildgarten“ endet am Montag – dann zieht das Areal wieder wie magisch Kinder an. Zudem wird im Sommer das 40-jährige Bestehen der „Aktionsgemeinschaft für Kinder- und Jugendarbeit Sachsenhausen“ gefeiert. Sie betreibt den Platz seit 1967.
Jürgen Reichel-Odié ist der (Lok-)Führer der Aktionsgemeinschaft für Kinder- und Jugendarbeit Sachsenhausen, die den Abenteuerspielplatz „Wildgarten“ bereits seit 1967 betreibt. Foto: Christian Christes (CHRISTES) Jürgen Reichel-Odié ist der (Lok-)Führer der Aktionsgemeinschaft für Kinder- und Jugendarbeit Sachsenhausen, die den Abenteuerspielplatz „Wildgarten“ bereits seit 1967 betreibt.
Sachsenhausen. 

Es ist ein Paradies für Kinder von sechs bis zwölf Jahren – der Abenteuerspielplatz „Wildgarten“ an der Stresemannallee. Die Mitglieder der als gemeinnützig anerkannten „Aktionsgemeinschaft für Kinder- und Jugendarbeit Sachsenhausen“ (AKJS) haben die Ärmel hochgekrempelt, um pünktlich zum Saisonauftakt wieder ein kleines Paradies zu präsentieren. Doch sie haben noch viel zu tun, gilt es doch, das 40. Jubiläum in diesem Jahr zu feiern.

Jürgen Reichel-Odié (71) steht vor einer bunten, mit Zirkustieren bemalten Wand inmitten des rund 40 000 Quadratmeter großen „Wildgarten“. Kunstwerke wie dieses malen die kleinen Besucher jedes Jahr auf das kleine steinerne Gartenhäuschen. Der AKJS-Vorsitzende zeigt auf eine alte Dampflokomotive, Wippen und eine Eiche. „Das neue Gelände ist gewöhnungsbedürftig, aber ich bin doch zufrieden mit dem Endergebnis“, sagt er. Damit spielt er auf die zweijährigen Umbaumaßnahmen der Straßenbahnlinie 17 direkt vor dem Gelände an. Dies erforderte eine Umstrukturierung des Areals.

Neue Spielgeräte

2014 mussten die Betreiber für die 17 einen 7,5 m breiten, bewaldeten Streifen entlang der Stresemannallee abgeben, erhielten dafür aber ein ebenso großes Ausgleichsgelände Richtung S-Bahn-Station. Auf diesem befinden sich die neue Seilbahn, der neue „Hexenturm“ sowie drei Container – sie bieten ein WC und Platz für die Spielgeräte sowie Treffen. Neu gestaltet ist auch der Gemüsegarten. „Bei Regenwetter treffen wir uns im Container oder in unserem Wintertreff, der Spielstube gegenüber in der Straße Unter den Eschen 1“, so Reichel-Odié. Nun müssen nur noch die vielen Pflanzen blühen, damit Reichel-Odié zufrieden ist. Gurken, Zucchinis und Kürbisse: Für den Gemüsegarten gibt es bereits erste Ideen. „Was wir dort anpflanzen, entscheiden wir demnächst aber zusammen mit den Kindern.“ Die Beete müssen gegossen und gejätet werden, das machen die Betreuer gemeinsam mit den Kindern. Für sie ist die Schwengelpumpe eine besondere Attraktion.

Mit dem Saisonauftakt am Montag werden täglich 30 bis 80 Kinder erwartet. Von 15 bis 20 Uhr können sie unter der Betreuung von Sozialpädagogen basteln, spielen und toben. „Wir grillen täglich auf unserer Feuerstelle, es gibt Fladenbrot, Kartoffelsuppe oder Fleisch. Mindestens zwei Mal pro Woche wird über dem Feuer Essen gekocht, etwa Stockbrot mit selbst gemachter Kräuterbutter, diverse Gemüsesuppen, Waffeln aus einer großen schweren Gusseisenform.

Integration klappt hier

Das alles ist Reichel-Odié wichtig. Seit 2009 ist er Vorsitzender der AKJS und bringt alles in Bewegung, um den Wildgarten zu erhalten: „Das ist eine unglaublich wichtige Arbeit. Hier passiert Integration in der Nachbarschaft.“ Neben den über das gesamte Jahr verteilten Veranstaltungen freut er sich besonders auf das große Sommerfest am 24. August.

Zum 40. Jubiläum der Aktionsgemeinschaft und des seit 1967 betriebenen Abenteuerspielplatzes werden auch viele Ehemalige eingeladen, ob Besucher oder Sozialarbeiter. Auch Josef Mayer wird kommen. Der fast 80-Jährige, bei Kindern wie Erwachsenen nur als „der Dscho“ bekannt, war 35 Jahre lang die „gute Seele’ des Abenteuerspielplatzes neben der Heimatsiedlung. Er hat dem Projekt Profil und Atmosphäre gegeben und erhielt dafür von der Stiftung der Frankfurter Sparkasse 1822 im Jahr 2011 den Bürgerpreis. Die gegenwärtigen Mitarbeiter, ob seit Langem dabei oder neu dazu gestoßen, führen seine Ideen fort. Auch „Jo“ ist immer noch an einigen Tagen der Woche auf „seinem“ Platz anzutreffen.

Für die Zukunft des Wildgartens wünscht sich Reichel-Odié, dass die Kinder aus den unterschiedlichen Kulturen weiterhin frei miteinander spielen können. Der 71-Jährige fügt hinzu: „Der Wildgarten ist schließlich ein Spielraum, um die Kindheit zu genießen.“

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