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Gravensteiner Platz: Die Zufahrt endlich dichtmachen

Von Seit vier Jahren fahren Autofahrer mittlerweile über den Gravensteiner Platz. Weil das aber verboten ist, soll die Stadt endlich reagieren.
Mit rot-weißem Absperrband hat Petra Breitkreuz die Zufahrt zum Gravensteiner Platz abgesperrt. Sie ärgert sich darüber, dass Autofahrer das Durchfahrtverbot missachten, und fordert Taten von der Stadt. Foto: Salome Roessler Mit rot-weißem Absperrband hat Petra Breitkreuz die Zufahrt zum Gravensteiner Platz abgesperrt. Sie ärgert sich darüber, dass Autofahrer das Durchfahrtverbot missachten, und fordert Taten von der Stadt.
Preungesheim. 

Symbolisch zieht Petra Breitkreuz das rot-weiße Trassierband aus der Tasche und spannt es quer über die Zufahrt zum Gravensteiner Platz. Es reicht von einem Schild zum anderen. Dabei sollten die beiden Verkehrszeichen schon eindeutig signalisieren: Hier ist die Durchfahrt verboten, nur Linienbusse haben freie Fahrt. Und doch beobachtet die CDU-Ortsbeirätin, die in unmittelbarer Nähe wohnt, immer wieder, dass viele das Durchfahrtsverbot missachten.

Nach Ansicht von Wera Eiselt – sie ist die Preungesheimer Kinderbeauftragte und Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Ortsbeirat – hat sich die Situation sogar noch verschärft, seitdem die Eisdiele und der Tegut-Supermarkt am Platz eröffnet haben.

Schule grenzt an Platz

„Wenn hier freitags Wochenmarkt ist, spielen überall Kinder und fahren mit ihrem Rad oder Roller über den ganzen Platz“, sagt Breitkreuz. Doch auch an anderen Tagen nehmen Kinder die Fläche zum Spielen, Toben oder Skateboardfahren in Beschlag, ergänzt Eiselt und betont: „Dass dann hier auch der Bus entlangfährt, daran haben sich die Leute längst gewöhnt. Aber Autos haben hier nichts zu suchen, das ist zu gefährlich.“ Denn die Carlo-Mierendorff-Gesamtschule grenze direkt an den Platz an.

Das Problem gibt es laut Breitkreuz schon, seit der Gravensteiner Platz vor vier Jahren fertiggestellt wurde. „Zuerst nutzten viele Leute die Fahrt über den Platz als Abkürzung“, erklärt sie. Lieferanten, die zur Seniorenwohnanlage Wiesenhüttenstift wollen, Eltern die ihre Kinder direkt vor der Carlo-Mierendorff-Schule auf dem Platz absetzen wollen, Fahrgäste die sich bis zur Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 18 bringen lassen – heute seien es viele, die unerlaubt den Platz befahren. „Neuerdings parken sie sogar auf dem Platz, setzen sich in die Eisdiele oder kaufen bei Tegut ein“, ärgert sich Eiselt. Breitkreuz kann das Fehlverhalten gar nicht nachvollziehen, schließlich sei das Parken in der Supermarkt-Tiefgarage kostenlos.

In einem Antrag für die nächste Ortsbeiratssitzung fordert Eiselt jetzt, die Zu- und Ausfahrt zum Platz mit versenkbaren Pollern abzusperren. Busfahrer, Polizei und Rettungsdienste könnten die Zufahrt mit einer Fernbedienung hinunterfahren. „Derartige Poller gibt es in der Schäfergasse und der Stiftstraße an der Zeil, das funktioniert dort doch auch“, meint sie.

Breitkreuz will die Lösung des Problems den zuständigen Ämtern überlassen, fordert aber „deutliche Maßnahmen“. Mehrfach habe der Ortsbeirat die Stadt schon darum gebeten, sich des Problems anzunehmen – bislang vergeblich. Auch versenkbare Poller seien schon angeregt worden. Die Stadt habe diese aber mit dem Hinweis auf zu hohe Kosten abgelehnt.

Versenkbare Poller

Versenkbare Poller gebe es in der Tat an der Zeil, erklärt Rainer Michaelis vom Straßenverkehrsamt – begeistert ist er davon aber nicht. „Sie sind im Dauerbetrieb sehr anfällig, das kostet viel Geld.“ Ähnliche Erfahrungen gibt es in Köln, erklärt Kai Lachmann, Abteilungsleiter im dortigen Amt für Straßen und Verkehrstechnik. „Wo es einen Pförtner gibt, etwa bei Firmen, funktioniert das. Wo wenig soziale Kontrolle ist, gibt es Probleme.“ An einer Stelle regelten versenkbare Poller in Köln auch die Zufahrt zu einer Bushaltestelle. „Von Leuten, die hier durchfahren wollen, wurden die Poller oft sabotiert.“ Waren sie repariert, funktionieren sie oft nur einen Tag lang. „Das war zu teuer. Wir haben sie inzwischen wieder abgebaut“, so Lachmann.

Wie die Frankfurter Stadtverwaltung auf die Anträge von Breitkreuz und Eiselt reagiert, weiß Michaelis noch nicht – muss der Ortsbeirat sie doch erst noch beschließen. Das geschieht frühestens in der konstituierenden Sitzung am Dienstag, 3. Mai, wenn er ab 19.30 Uhr in der Altentagesstätte am Fliederweg 9 – 11 tagt. Den Gravensteiner Platz überwache die Stadtpolizei schwerpunktmäßig, sagt Michaelis. Seit 1. März erhielten 37 Verkehrsteilnehmer, die den Platz unerlaubt befuhren, einen Bußgeldbescheid. Vom 1. Juli 2015 bis 29. Februar 2016 seien es 113 Bußgeldbescheide gewesen, sechs Fahrzeuge wurden abgeschleppt.

Kontrollen reichen nicht

Doch Kontrollen alleine, sagt Eiselt, reichten nicht – schließlich könne die Stadtpolizei nicht täglich rund um die Uhr hier kontrollieren. Eine Lösung müsse gefunden werden. „Und manchmal muss man in der Politik eben dicke Bretter bohren.“

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