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Frankfurterin schreibt Reisebuch: Die ganze Welt auf 320 Seiten

Von Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Nina Sedano ist ihn konsequent zu Ende gegangen und hat 2011 Turkmenistan als letzte von 193 Nationen bereist. In ihrem Buch „Die Ländersammlerin“ ermutigt sie andere, ihr Ziel zu verfolgen, und gibt Tipps, wie man leichter durch die Welt kommt.
Nordend. 
Richtig viel von der Welt gesehen hat Nina Sedano. Dabei hat sie natürlich viel erlebt und darüber ein Buch geschrieben: »Die Ländersammlerin« heißt das Werk.	Foto: Menzel Bild-Zoom
Richtig viel von der Welt gesehen hat Nina Sedano. Dabei hat sie natürlich viel erlebt und darüber ein Buch geschrieben: »Die Ländersammlerin« heißt das Werk. Foto: Menzel

Eine Frau im roten Kleid mit weißen Punkten geht in die Ferne, ausstaffiert mit Koffer und Sonnenhut. Das Titelbild auf Nina Sedanos Buch „Die Ländersammlerin. Wie ich in der Ferne mein Zuhause fand“ will Mut machen, die Welt zu erkunden – auch als Frau und alleine oder in der Gruppe, wie es Nina Sedano unzählige Male getan hat.

„Ich bin immer gerne gereist und wollte meine Ziele erreichen“, betont die 48-Jährige. Auch wenn die Entscheidung, zur Ländersammlererin zu werden und alle anerkannten Nationen der Welt zu erkunden, relativ spät gefallen sei. Selbst schwer zu bereisende Länder wie Nordkorea oder Turkmenistan hat sie gemeistert – und gerade sie üben einen besonderen Reiz aus.

 

Flügel verliehen

 

Doch Frankfurt ist ebenso wie die Welt ein Teil ihres Zuhauses. Manche Tour begann im Reisebüro im Oeder Weg. Und doch, so schreibt sie in ihrer Widmung, habe ihr ihre Mutter nicht Wurzeln verliehen, sondern Flügel, die sie in ferne Länder tragen sollten. Dabei fing alles ganz bodenständig und übersichtlich an: Der Skiurlaub in Österreich, Freundschaftsbesuche in der DDR, gelegentliche Reisen nach Luxemburg, Frankreich und sonstige benachbarte europäische Länder. Und dann mit 13 Jahren die ersten Reiterferien in England. „Damals lernte ich, mich in der Gastfamilie zurechtzufinden. Ich lernte richtig Englisch und bei späteren Englandbesuchen viele Freunde kennen, die ich wieder besuchte oder über die ich neue Kontakte bekam“, berichtet sie. Heute kann sich die Ländersammlerin in vielen Sprachen recht gut verständigen.

So entstand ein Netzwerk, zu dem die Hash House Harriers (H3) als internationale nicht kompetitive Sportgruppe mit Übernachtungsmöglichkeiten ebenso gehören wie ein Fernsehteam, das sie von Frankfurt aus durch Liberia und Sierra Leone begleitete. Ihr 320-seitiges Buch teilt sie in 27 chronologische Kapitel ein, und kann darin freilich nur eine Auswahl ihrer Länder vorstellen. Wobei Australien und Neuseeland, wo sie ein Bungee-Sprung an die Grenzen des Glücks führte, natürlich nicht fehlen dürfen.

Fast eine eigene Story widmet sie ihrem „unbiegsamen Reisepass“ – der wird vor lauter Kontrollen geschreddert, doch mit viel Glück und Geschick führt er sie über die Bahamas und Haiti. „Man muss auch mal Schwein haben“, schreibt sie augenzwinkernd am Ende dieses Kapitels. „Und man muss einen Weg finden, zu vertrauen, auf Warnsignale zu hören und aus scheinbar ausweglosen Situationen das Beste zu machen.“

 

Job an den Nagel gehängt

 

Nina Sedano schreibt auch sonst mit Humor und Selbstironie, spricht schon mal gerne von ihren „Käsequanten“ und ihrer „Wohlstandswampe“, in der sie gut getarnt fast 10 000 Euro ersparte Reisedevisen vorherschiebt. Nina Sedano beschreibt den Abschied von ihrem Büro, in dem sie mit 36 Jahren den Job wegen Mobbings „an den Nagel hängt, um endlich frei zu sein“. Und eine Begegnung mit Freundinnen 2006: „Nina, du kannst doch nicht jedes Dorf bereisen“, hieß es damals. Nein, aber jedes Land. Von da an stand Sedanos Ziel fest.

Fünf weitere Jahre braucht sie nun, bis sie auch die letzten Staaten sämtlicher Kontinente bereist hat. Der Iran und Turkmenistan gehören in Sachen Reise- und Visumsvorschriften zu den schwierigsten Ländern. Und in letzterem hilft der Tipp über einen organisierten Reiturlaub, um das begehrte Visum zu erhalten und islamische Unesco-Welterbestätten zu sehen. In jedem Land hat sie mehrere Tage, Wochen oder Monate verbracht, nicht anerkannte Länder wie Transnistrien hat Nina Sedano immerhin durchreist. Während sie ihre weitere Zukunft in Frankfurt organisiert, beobachtet sie gespannt die Entwicklungen in der Ukraine. „Das Donbass habe ich noch nicht bereist“, räumt sie ein. Schottland und Katalonien hingegen schon, falls sie je unabhängig würden.

„Die Ländersammlerin“ mit 320 Seiten ist bei Eden Books erschienen und für 14,95 Euro in allen Buchhandlungen erhältlich.

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