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Die nächste Monster-Baustelle droht

Auch nach dem Bauende am Riederwaldtunnel gibt es Lärm und Dreck – und das bis 2032. Die Bürgerinitiative Riederwald ruft dazu auf, zum Bundesverkehrswegeplan zur A 661 Stellung zu beziehen. Bis zum 2. Mai können Bürger das tun.
Riederwald. 

Den meisten Menschen im Frankfurter Osten sei noch gar nicht klar, was da auf sie zukommt, ist Rainer Frey überzeugt. Damit meint der Sprecher der Bürgerinitiative Riederwald den geplanten Ausbau der A 661 zwischen Homburger Kreuz und der Anschlussstelle Offenbach-Kaiserlei auf sechs Spuren. Probleme über Probleme gebe es statt Lösungen für einen angemessenen Schutz vor Lärm und Schadstoffen. Geplant wird der Ausbau im neuen Bundesverkehrswegeplan, zu dem noch bis Montag, 2. Mai, jeder Bürger Stellung nehmen kann. Wichtig sei, so Frey, dass möglichst viele Riederwälder und andere Anwohner diese Möglichkeit nutzen.

Laut Projektinfo soll die A 661 für 473,5 Millionen Euro auf 14 Kilometern verbreitert werden. Für 2025 rechnet die Bundesregierung hier mit über 125 000 Fahrzeugen pro Tag, heute sind es 117 000. Die Kapazität der Autobahn sei überschritten, die A 661 an dieser Stelle „störanfällig“. Das Projekt ist daher als „VB-E“ eingestuft, die Abkürzung für „Vordringlicher Bedarf - Engpassbeseitigung“.

„Der normalen Bürger hat diesen Autobahnausbau gar nicht auf dem Schirm. Das große Thema ist der Bau des Riederwaldtunnels, der Ausbau der A 661 gerät dabei in den Hintergrund“, sagt Frey. Man müsse sich „erst einmal die Dimensionen bewusst machen, um zu verstehen, was hier geplant ist“. Werde die A 661 auf sechs Spuren ausgebaut, sei die Autobahn direkt neben der Riederwald-Siedlung de facto zehnspurig – fünf in jede Richtung. Denn hinzuzählen müsse man die Ein- und Ausfädelspuren am Erlenbruch-Dreieck, dass nach Inbetriebnahme des Riederwaldtunnels die A 661 mit der A 66 in Richtung Hanau verbindet. „Das ist auch optisch vom Bornheimer aus betrachtet etwas ganz anders als die heutigen, verengten zwei plus zwei Fahrstreifen.“

Das alles bedeutet auch: Die Menschen müssen noch länger mit Baulärm und Dreck leben. Der Riederwaldtunnel wird frühestens im zweiten Halbjahr 2024 fertig. Und laut Bundesverkehrswegeplan dauern die Bauarbeiten an den neuen Spuren bis 2032.

Auf der Internetseite www.bi-riederwald.de nennt Frey Gründe, die jene anführen können, die eine Stellungnahme zum A 661-Ausbau abgebene wollen: Die Autobahn verlaufe „gerade auf Höhe des Riederwaldes direkt neben Wohnblöcken“. Ein weiterer Ausbau mache eine Volleinhausung der A 661 nötig, sonst drohten „massive Überschreitungen bei Lärm und Schadstoffen und daraus resultierende Gesundheitsprobleme“. Auch sei der Riederwald dreifach belastet: durch die Straße am Erlenbruch, das westliche Portal des Riederwaldtunnels und die dann ausgebaute A 661. Probleme bereite auch, dass es zu wenige Ausfahrten gebe und die umliegenden Straßen dadurch „komplett dicht“ seien; dass Staus den Schadstoffausstoß noch erhöhten.

Zwar wirkt derlei Kritik rechtlich nicht auf die Planung ein, „aber sie ist eine Vorwarnung an Bund und Land, was sie erwartet, wenn sie den Autobahnausbau wirklich angehen“, sagt Frey. „Anders als beim Bau von Riederwaldtunnel und Autobahndreieck Erlenbruch werde dann der nötige Schutz der Bevölkerung vielleicht von Anfang an eingeplant und müsse nicht von den Bürgern mühsam vor Gericht eingeklagt werden.

(hau)
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