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Ziehenschüler dürfen sagen, was ihnen nicht gefällt: Die neuen Schulleiter der Ziehenschule stellen sich vor

Von Am Montag startet das neue Schuljahr – Christiane Rogler und Michael Jürgens freuen sich darauf. Die beiden sind das neue Führungsteam an der Ziehenschule und gespannt auf Schüler und Kollegium.
Das neue Team an der Spitze der Ziehenschule – Michael Jürgens, stellvertretender Schulleiter und Schulleiterin Christiane Rogler. Die beiden freuen sich darauf, Kollegium und Schüler kennenzulernen. Bilder > Foto: Heike Lyding Das neue Team an der Spitze der Ziehenschule – Michael Jürgens, stellvertretender Schulleiter und Schulleiterin Christiane Rogler. Die beiden freuen sich darauf, Kollegium und Schüler kennenzulernen.
Eschersheim. 

„Nicht fertig werden“ – mit diesen Worten beginnt das gleichnamige Gedicht der Lyrikerin Rose Ausländer (1901–1988). In der Kunst der Kalligraphie hat die Künstlerin Tanja Leonhardt die Zeilen auf einen großen Bogen Papier geschrieben. Wie ein Gemälde hängt es an der Wand im Büro von Christiane Rogler, schräg gegenüber des Porträts des früheren Stadtrats und Pädagogen Julius Ziehen (1864–1925), dem Namensgeber der Schule in Eschersheim.

Zuvor in Offenbach

Christiane Rogler ist dort seit 1. August die neue Schulleiterin. Sie tritt die Nachfolge von Manfred Eichenauer an, der in den Ruhestand verabschiedet wurde. Das Gedicht von Rose Ausländer hat Rogler an ihre neue Wirkungsstätte mitgebracht. 13 Jahre lang war sie an der Rudolf-Koch-Schule in Offenbach tätig, zunächst als stellvertretende Schulleiterin, später als Leiterin des Gymnasiums in Frankfurts Nachbarstadt.

Auf die neuen Aufgaben mit dem Wechsel an die Ziehenschule blickt die 54-Jährige mit großer Spannung, wie sie selbst sagt. „Für mich war es Zeit für etwas Neues. Und wann hat man in seinem Berufsleben schon die Chance darauf, ein Kollegium und eine Schule noch einmal neu kennenzulernen?“, sagt Rogler.

Das Gymnasium ist eine Europaschule, die Schüler können hier ein französisches Abitur ablegen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den naturwissenschaftlich-m mathematischen Fächern. Das Budget der Bildungseinrichtung wird zudem in Eigenverantwortung verwaltet. Die sogenannte selbstständige Schule bringt für das Duo an der Spitze, zu dem Michael Jürgens (55) als neuer stellvertretender Schulleiter gehört, zusätzliche Aufgaben mit sich. Er war zuvor als stellvertretender Schulleiter am Ulrich-von-Hutten-Gymnasium in Schlüchtern tätig.

So viele Informationen wie möglich hätten sie versucht über ihre neue Wirkungsstätte einzuholen, sagt Rogler. Ihr sei sehr daran gelegen, dass der Wechsel reibungslos funktioniere. Ob es ihr schwer gefallen sei, ihre alte Schule zu verlassen? „Ich wusste ja, dass ein Wechsel ansteht und habe losgelassen“, antwortet sie. Vor dem Schulstart gibt es noch eine Menge zu tun.

In den vergangenen Tagen haben beide bereits erste Kollegen kennengelernt, das Schulgebäude gesichtet, sich um die Organisation der Stunden- und Personalplanung gekümmert und sich zu einer Tagung mit weiteren Kollegen aus dem Schulleitungsteam getroffen. „Nur die Schüler haben wir noch nicht gesehen“, sagen sie.

Erste Gespräche

Für die 1248 Mädchen und Jungen, die ab dem neuen Schuljahr auf die Ziehenschule gehen, haben sich Rogler und Jürgens etwas ganz Besonderes überlegt, wenn sie sich den Schülern vorstellen. „Wir laden die Schüler nach Jahrgangsstufen in die Aula ein und möchten mit ihnen ins Gespräch kommen, etwas mehr darüber erfahren, was ihnen an der Schule gefällt und was sie vielleicht gerne ändern würden“, erklärt Rogler. „Die Schüler sollen merken, dass uns ihre Meinung wichtig ist.“ Neben den Verwaltungsaufgaben und der Organisation des Schulalltags, möchten Rogler und Jürgens auch weiterhin einige Stunden unterrichten. „Das ist wichtig, um dranzubleiben“, betonen sie. Roglers Fächer sind Deutsch, Sport und Darstellendes Spiel. Schwerpunkt von Michael Jürgens ist der Französischunterricht.

An seiner früheren Schule war er auch Fachbereichsleiter für Deutsch, Fremdsprachen, Kunst und Musik. Er bringt außerdem Berufserfahrungen ein, die er während einer früheren Tätigkeit beim Schulamt in Hanau sammeln konnte.

Eine Chance für alle

Um junge Menschen für Sprache, Lyrik, überhaupt für das Lesen zu begeistern, bedürfe es in der heutigen, schnelllebigen und von Technik dominierten Zeit, neuer Ansätze. Jürgens nennt als Beispiele die Neuen Medien, Film oder Video. „Das sind Andockstellen, über die Schüler an Literatur herangeführt werden können“, sagt er. „Oder auch über die Schriftkunst“, fügt Rogler hinzu. Sehr gute Erfahrungen hiermit habe sie an ihrer früheren Schule in Offenbach gemacht, an der die Künstlerin Tanja Leonhardt mit den Gymnasiasten zu diesem Thema gearbeitet habe.

„Auch wir als Team müssen uns finden und schauen, wie wir am besten zusammen funktionieren“, sagt Rogler. „Jeder von uns hat in der Vergangenheit viele Erfahrungen gesammelt, die wir in unsere Arbeit einfließen lassen können. Es ist für alle eine große Chance.“

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