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Kinder putzen in Preungesheim: Die saubere Kirchner-Siedlung

Von Zum zweiten Mal hieß es gestern in der Karl-Kirchner-Siedlung „Preungesheim putzt“. Vor drei Jahren brachte die Aktion eine Wende, der Stadtteil wurde danach deutlich sauberer.
Die Gruppe aus dem Kinder- und Familienzentrum in der Jaspertstraße sind mit Feuereifer dabei. Bilder > Foto: L.Hamerski Die Gruppe aus dem Kinder- und Familienzentrum in der Jaspertstraße sind mit Feuereifer dabei.
Preungesheim. 

Auf einmal, kurz nach 15 Uhr, strömen die Kinder in kleinen und großen Gruppen auf die alte Rollschuhbahn in der Mitte der Karl-Kirchner-Siedlung, zwischen Jaspert- und Wegscheidestraße. Aus verschiedenen Kitas kommen sie hierher, mehr als 60 Kinder sind es am Ende. Sie nehmen sich die Handschuhe, Müllbeutel und Müllzangen, verteilen sich rund um Rollschuhbahn und Spielplatz und sammeln den Müll auf.

Vor drei Jahren gab es die Aktion „Preungesheim putzt“ schon einmal, erzählt Jürgen Krusch vom Frankfurter Präventionsrat – mit großem Erfolg. Seitdem sei es viel sauberer in der Siedlung geworden. Mit der Neuauflage der Aktion will der Preungesheimer Regionalrat in Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement vor allem die Kinder für mehr Sauberkeit sensibilisieren.

Lösungen selbst finden

Mit seinen Regionalräten in diversen Stadtteilen kümmert sich der Präventionsrat vor allem darum, dass es weniger Gewalt und Kriminalität gibt, erklärt Krusch. Wichtig sei die Prävention, damit Kriminalität gar nicht erst entsteht. „Wenn es Probleme gibt, werden im Stadtteil am runden Tisch Lösungen gesucht, statt nur zu sagen: Berlin müsste mal etwas tun.“ Ein gutes Mittel sei, sich für mehr Sauberkeit einzusetzen: Die Menschen zusammen zubringen um gemeinsam Müll zu sammeln.

„Das stärkt die Gemeinschaft und den Zusammenhalt“, ist Krusch überzeugt. Zumal das Thema Müll und Recycling, der bewusste Umgang mit Ressourcen zuvor in den Kitas thematisiert werden. „Die Älteren, die ihren Weg der Müllentsorgung bereits verinnerlicht haben und ihn einfach irgendwo hin werfen, erreicht man schwer. Die Jüngeren aber können wir noch beeinflussen.“

Den Hortkindern des Kinderzentrums Jaspertstraße zumindest macht es Spaß, durch ihre Siedlung zu ziehen und mit den Zangen den Müll in die Säcke zu tun. Von der großen Schaukel am oberen Ende des Spielplatzes arbeiten sie sich langsam zur tiefer gelegenen Rollschuhbahn vor. „Wir haben ihnen nur kurz erklärt, worum es heute geht. In unserem Kindergarten aber gibt es auch Projekte zu Müll, Müllvermeidung und dem Sinn von Recycling“, erklärt Alexandra Crecelius.

Bezirkshelfer eingesetzt

Doch das allein war es nicht, was vor drei Jahren die Siedlung sauberer werden ließ, sagt Krusch. „Wir haben über den Regionalratrat auch jene Menschen, die sich um die Müllbeseitigung kümmern, besser organisiert.“ Gab es zuvor oft Diskussionen um die Zuständigkeit, wurde ein „Bezirkshelfer“ eingeführt. Er nutzt eines der Hausmeisterbüros der Wohnheim GmbH mit, macht selbst Müll weg – oder sorgt dafür, dass FES, Grünflächenamt oder Hausverwaltung ihn beseitigen.

Dass es sauberer ist, finden auch Bewohner wie Ramona Meier. „Früher flogen hier überall Glasscherben herum. Jugendliche hinterließen ihren Müll. Am Wochenende, wenn gegrillt wurde, nahmen viele ihren Müll einfach nicht wieder mit.“ Sie habe zeitweise Angst gehabt, ihre Kinder alleine auf den Spielplatz zu lassen, nicht wissend, ob sie sich nicht irgendwo verletzen. Heute sei das kein Problem mehr.

Patrick Weissel und sein Sohn Manu sehen das genau so. „Im Sommer, wenn hier gegrillt oder Partys gefeiert wurden, war es besonders schlimm. Inzwischen werfen Leute erst gar nicht so viel überall hin“, sagt Weissel. Manu findet, die Kinder achteten durch die „Preungesheim putzt“-Aktion mehr darauf, was sie tun.

Wie jene Mädchen, die nur ein paar Meter weiter mit ihren Zangen und Müllsäcken unterwegs sind. Ein Junge wirft seinen Eis-Stil genau da hin, wo die Mädchen sauber gemacht haben – und prompt sprechen sie ihn darauf an, das sei doch doof, er solle den Stil doch in den Mülleimer werfen.

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