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Industrie- und Handelskammer: Die zehn seltensten Ausbildungsberufe in der Frankfurter Industrie

Von Rund 12 500 junge Menschen machen derzeit in der Industrie in Frankfurt eine Ausbildung. Für sie ist die Industrie- und Handelskammer Frankfurt (IHK) zuständig. Wir haben mal nachgefragt, welche Ausbildungsberufe in der Industrie die seltensten sind.
Frankfurt. 

„Seltene Ausbildungsberufe sind nicht unbedingt vom Aussterben bedroht. Zum Teil ist es schwierig, Nachwuchskräfte zu gewinnen, oder aber sie werden vom Arbeitsmarkt einfach nur nicht in so großer Zahl nachgefragt,“ erklärt Frank Ziemer, stellvertretender Geschäftsführer der IHK-Abteilung für Aus- und Weiterbildung. Die folgenden Berufe seien also ein Abbild der aktuellen Arbeitsmarktentwicklung hier in Frankfurt und sprächen nicht für ganz Deutschland.

Die deutsche Wirtschaft wuchs im Schlussquartal 2013 getrieben von steigenden Exporten um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Foto: Christian Charisius/Symbolbild

Fachkraft für Hafenlogistik

Wie viele Auszubildende? 1

Was macht eine Fachkraft für Hafenlogistik? Ein Hafenlogistiker kontrolliert ein- und ausgehende Ladungen und steuert deren Weitertransport oder Lagerung. Auch die Frachtpapiere werden von ihm bearbeitet und die Fracht berechnet. Er arbeitet in Betrieben des Warenumschlags in See- oder Binnenhäfen, bei Reedereien oder in Betrieben der Warenkontrolle.

Wie lange dauert die Ausbildung? 3 Jahre

Was sagt die IHK-Frankfurt dazu? „In Frankfurt haben wir in Höchst den Gefahrguthafen. Dort werden hauptsächlich gefährliche Güter verladen bzw. umgeladen. Der Hafenlogistiker stellt sicher, dass dies ohne Probleme umgesetzt wird. An Standorten mit größeren Häfen, wie zum Beispiel Hamburg, ist der Bedarf an Hafenlogistikern sicherlich aber höher.“

Auch massenweise gefälschte Markenschuhe stellte der Zoll wieder sicher. Foto: Bernd von Jutrczenka

Schuhfertiger

Wie viele Auszubildende? 1

Was macht ein Schuhfertiger? Von Schuhfertigern werden Schuhe in industrielle Produktion hergestellt. Hierfür bedienen sie halb- und vollautomatisch gesteuerte Maschinen. Sie arbeiten in der industriellen Schuh- oder Schäfteherstellung, aber auch in Schuhabteilungen großer Kaufhäuser mit Reparaturservice.

Wie lange dauert die Ausbildung? 3 Jahre

Was sagt die IHK-Frankfurt dazu? „Der Beruf hat Zukunft, da Schuhe immer gebraucht werden. Man muss hier allerdings unterscheiden: Der Schuhmacher macht einzelne Schuhe, die individuell angefertigt werden. Der Schuhfertiger macht das großindustriell.“

Frisieren, schminken, stylen - angehende Maskenbildner müssen sich mit aktuellen Trends, aber auch mit historischen Frisuren auskennen. Foto: Franziska Gabbert

Maskenbildner

Wie viele Auszubildende? 1

Was macht ein Maskenbildner? Maskenbildner arbeiten an Theatern und Opernhäusern, bei Fernsehanstalten oder in Filmstudios. Dort schminken und frisieren sie Darsteller vor und während den Vorstellungen oder Dreharbeiten. Dabei arbeiten sie mit Regie, Kostüm- oder Bühnenbild zusammen.

Wie lange dauert die Ausbildung? 3 Jahre

Was sagt die IHK-Frankfurt dazu? „Es gibt nur wenige Maskenbildner, da der Markt relativ begrenzt ist. Wenn dann beispielsweise bei den städtischen Bühnen ein Maskenbildner ausgebildet wird und fertig ist, ist der Bedarf erst einmal gedeckt.“

Bühnenaufbauarbeiten finden im Schauspiel in Frankfurt am Main (Hessen) statt. Foto: Arne Dedert

Bühnenmaler/Bühnenplastiker

Wie viele Auszubildende? 2

Was macht ein Bühnenmaler/Bühnenplastiker? In dem Ausbildungsberuf gibt es zwei Fachrichtungen: Malerei und Plastik. In beiden Fachrichtungen werden Bühnen- und Szenenbilder für Theater, Oper, Musical, Film oder Fernsehen nach den Vorgaben der Regie und der Bühnenbildner gestaltet – entweder gemalt oder modelliert. Aber auch für Ausstellungen, Messen, Werbeproduktionen oder Innenausstattungen fertigen sie Hintergründe, Wandbilder, Dekorationen und Plastiken an.  Sie arbeiten an Theatern, Opernhäusern, bei Filmproduktionsfirmen oder Fernsehsendern.

Wie lange dauert die Ausbildung? 3 Jahre

Was sagt die IHK-Frankfurt dazu? „Die Nachfrage ist für diesen Beruf nicht so hoch, daher wird auch nicht viel ausgebildet.“

Abriss der Zeilgalerie.

Bauwerksmechaniker für Abbruch und Betontrenntechnik

Wie viele Auszubildende? 1

Was macht ein Bauwerksmechaniker für Abbruch und Betontrenntechnik? Abreißen, Rückbauen und Trennung von Materialien gehören zum alltäglichen Werk von Bauwerksmechanikern für Abbruch und Betontrenntechnik. Abgerissen oder getrennt wird von Mauerwerk über Beton, Stahlbeton und Stahl bis zu Holz. Sie arbeiten Abbruchunternehmen, in Unternehmen für Gebäudeentkernung oder in Betonbohr- und Betonsägebetrieben.

Wie lange dauert die Ausbildung? 3 Jahre

Was sagt die IHK-Frankfurt dazu? „Der Beruf ist zwar selten, aber er hat Zukunft. Spezialisten für diesen Bereich werden immer gebraucht. Gerade in einer pulsierenden Stadt wie Frankfurt mit ihren zahlreichen großen und kleinen Baustellen.“

Gemahlenes Malz

Verfahrenstechnologe Mühlen und Getreidewirtschaft

Wie viele Auszubildende? 1

Was macht ein Verfahrenstechnologe in der Mühlen und Getreidewirtschaft? In diesem Beruf werden Mahlerzeugnisse, Futtermittel und Spezialerzeugnisse wie Getreideflocken her. Sie arbeiten in Getreidemühlen, in Futtermittelwerken oder in Spezialmühlen, z.B. Öl- oder Gewürzmühlen.

Wie lange dauert die Ausbildung? 3 Jahre

Was sagt die IHK-Frankfurt dazu? „Der Beruf ist aus dem Beruf ‚Müller‘ hervorgegangen. Heute ist er aber sehr viel technologischer. Diesem Wandel ist man mit der Bezeichnung ‚Verfahrenstechnologe Mühlen und Getreidewirtschaft‘ gerecht geworden.“

Kammerjäger werden in Deutschland immer öfter wegen Bettwanzen gerufen. Foto: Piotr Naskrecki/CDC/Harvard University

Schädlingsbekämpfer

Wie viele Auszubildende? 3

Was macht ein Schädlingsbekämpfer? Wie der Name schon sagt: Er bekämpft Schädlinge und schützt gleichzeitig  Menschen, Tiere, Pflanzen, Vorräte, Materialien, Gebäude und die Umwelt. Dies tut er zum Einen durch geeignete Vorsorgemaßnahmen vor Schädlingen aller Art, aber auch durch Schädlingsbekämpfung im akuten Fall. Sie arbeiten unter anderem bei Hygienedienstleistern, bei Versuchs- und Herstellungsbetrieben für Schädlingsbekämpfungsmittel oder bei Gesundheits-, Pflanzenschutz- und Landwirtschaftsämtern sowie Forstverwaltungen.

Wie lange dauert die Ausbildung? 3 Jahre

Was sagt die IHK-Frankfurt dazu? „Es gibt viele Schädlinge, aber wenig Schädlingsbekämpfer. Das liegt wahrscheinlich am Image des Berufes. Da der Umgang mit teilweise ekligen Sachen nicht jedermanns Sache ist, ist auch die Zahl derer, die sich darauf einlassen wollen, eher gering. Die Beschäftigungsaussichten, vor allem in Großstädten, sind allerdings gut.“

Blick vom Baugerüst auf die Hochhausfassaden.

Fassadenmonteur

Wie viele Auszubildende? 1

Was macht ein Fassadenmonteur? Auch hier ist der Name Programm: Es gilt in diesem Beruf Fassaden zu montieren. Das heißt es werden Bauwerke mit Elementen aus Metall, Glas, Keramik und Naturstein verkleidet. Auch die Unterkonstruktionen stellt der Fassadenmonteur her, bringt Dämmungen an und montiert schließlich die Fassadenelemente. Sie arbeiten in Fassadenbaubetrieben, im Ausbaugewerbe oder in Montagebauunternehmen.

Wie lange dauert die Ausbildung? 3 Jahre

Was sagt die IHK-Frankfurt dazu? „Es gibt in dem Beruf wenig Nachwuchs. Auch in Frankfurt ist die Nachfrage nach Ausbildungsstellen gering. Zurzeit wird lediglich ein Fassadenmonteur in Frankfurt ausgebildet. “

Arbeit mit Feingefühl: Das zeigt hier ein Auszubildender, der Oberflächenbeschichter lernt.	Archivfoto: Sajak

Oberflächenbeschichter

Wie viele Auszubildende? 4

Was macht ein Oberflächenbeschichter? Er stellt mit unterschiedlichen Verfahren und Techniken metallische Überzüge auf Metallen oder Kunststoffen her. Oberflächenbeschichter sind meist in Betrieben, die Werkstückoberflächen mit metallischen Überzügen versehen, wie z.B. Galvanisierwerkstätten oder Feuerverzinkereien, in Betrieben, die Werkstücke eloxieren oder in Betrieben, die Werkstücke entlacken, angestellt.

Wie lange dauert die Ausbildung? 3 Jahre

Was sagt die IHK-Frankfurt dazu? „Dieser Beruf des Oberflächenbeschichters ist ein technologisch anspruchsvoller und spannender Job. Aber es finden sich bedauerlicherweise schwer Auszubildende, weil die Leute sich darunter offenbar nicht so richtig etwas vorstellen können.“

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Bodenleger

Wie viele Auszubildende? 1

Was macht ein Bodenleger? Bodenleger verlegen – wie der Name schon sagt – Böden. Hierbei ist es egal, um welche Art Boden es sich handelt, ob textile oder elastische Bodenbeläge, Fertigparkett oder Schichtwerkstoffe. Auch setzen sie ältere Bodenbeläge instand. Sie arbeiten in Betrieben, die Fußböden oder Parkett verlegen, in Firmen des Raumausstatterhandwerks, in Trockenbauunternehmen, im Messebau, in Fachgeschäften für Bodenbeläge oder in Raumausstattungsabteilungen von Warenhäusern.

Wie lange dauert die Ausbildung? 3 Jahre

Was sagt die IHK-Frankfurt dazu? „Bei der IHK Frankfurt haben wir nur einen Auszubildenden im Beruf des Bodenlegers registriert. Allerdings gibt es diesen, wie auch verschiedene andere Berufe, ebenfalls als Ausbildung im Handwerk, so dass der Eindruck, es gebe wenige Bodenleger, zum Teil täuscht.“

 

Quellen: berufe.net und IHK-Frankfurt

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