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Feier in Frankfurter Innenstadt: Diebe beim „Christopher Street Day“

Von Ausgelassene Feiern und fröhliche Stimmung in der Frankfurter Innenstadt: Der „Christopher Street Day“ (CSD) Mitte Juli lockte aber nicht nur Partylöwen an. Seit gestern müssen sich zwei Männer vor dem Amtsgericht Frankfurt verantworten. Sie hatten zumeist angetrunkener Partygäste bestohlen.
Teilnehmer des Christopher Street Day in Frankfurt am Main. Foto: Frank Rumpenhorst/Archiv Teilnehmer des Christopher Street Day in Frankfurt am Main. Foto: Frank Rumpenhorst/Archiv
Frankfurt. 

Wegen eines missglückten Beutezuges beim „Christopher Street Day“ (CSD) in der Frankfurter Innenstadt im Juli hat das Frankfurter Amtsgericht gestern einen 19 Jahre alten Mann zu sieben Monaten Bewährungsstrafe verurteilt. Ein zweiter Täter (21) muss sich zusätzlich für einen Einbruch in ein Haus im nordhessischen Schwalmstadt verantworten.

Bei den Diebstählen in der Nacht zum 17. Juli beim CSD war beiden Angeklagten in den vier Fällen der Anklage kein Erfolg beschieden: Ein Rollstuhlfahrer fuhr ihnen davon, in zwei weiteren Fällen bemerkten angetrunkene Partygäste rechtzeitig, dass die Täter an ihren Rucksäcken nestelten. Das vierte Opfer war ausgerechnet ein Zivilpolizist, der die Täter schon seit längerem beobachtet hatte.

Opfer saß im Rollstuhl

Laut Anklage wählten die Täter zunächst auf dem Plateau der Konstablerwache einen Mann im Rollstuhl als Opfer aus. Dieser bemerkte jedoch, dass die beiden Männer – schon rein optisch nicht den üblichen schwulen Festivalbesuchern ähnelnd – ihn länger fixierten. Er verließ die Partyzone. Kurze Zeit später geriet ein angetrunkener Rucksackträger auf der Tanzfläche ins Visier der beiden Angeklagten. Aber auch ihm fielen die Nordafrikaner auf – das ausgeguckte Opfer suchte ebenfalls das Weite, sein Rucksack blieb ergo unberührt.

Weiter kamen die beiden Angeklagten aber im dritten Fall. Ein feiernder Mann bemerkte die Täter erst, als sich einer von ihnen an seinem Rucksack zu schaffen machte, während der Komplize Schmiere stand. Mit dem Satz „War doch nur Spaß“ tauchten die Täter in der Menschenmenge unter – nun aber beobachtet von drei Zivilbeamten der Polizei. Während sie die Täter beobachteten, sah einer der Polizisten einen der Diebe plötzlich auf sich zulaufen. „Ich dachte, das gibt’s doch gar nicht – der will an meine Umhängetasche“, sagte der 28-jährige Beamte als Zeuge gestern vor Gericht aus.

Der Beamte tat ahnungslos, bis er merkte, wie der Reißverschluss seiner Tasche aufgezogen wurde. Ein Wink zu seinen Kollegen genügte, dann wurden die Diebe festgenommen. Weil sie sich erst seit wenigen Monaten in Deutschland befanden und deshalb keinen festen Wohnsitz vorweisen konnten, kamen sie in Haft. Von dort aus wurden sie gestern zum Gericht gebracht.

Da sie 19 und 21 Jahre alt sind, war Jugendrichter Axel Rockemer zuständig. Der ältere Angeklagten soll zudem im nordhessischen Schwalmstadt nachts in ein Einfamilienhaus eingestiegen sein und dabei die 82 Jahre alte Bewohnerin aus dem Schlaf gerissen und erschreckt haben. Diesen Vorwurf wie auch die Taten auf dem CSD räumte er pauschal ein, wollte sich jedoch an Einzelheiten nicht erinnern. Jetzt sollen zwei Ermittlungsbeamte aus Nordhessen als Zeugen aussagen.

Kein Bleiberecht

Das Verfahren gegen den 21-Jährigen wurde abgetrennt und soll Mitte Dezember fortgesetzt werden. Der jüngere Angeklagte gestand und wurde zu sieben Monaten Bewährungsstrafe verurteilt. „Die dreijährige Bewährungszeit ist ein stärkeres Druckmittel gegen sie als die noch ausstehende Haftzeit von wenigen Monaten“, sagte der Richter. Er riet dem abgelehnten Asylbewerber, nach Nordafrika heimzukehren: „Sie haben kein Recht mehr, in Deutschland zu bleiben.“

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