Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 24°C

Frankfurter Ingenieur entwickelt Fluggerät: Diese Drohne schießt 3D-Bilder

Von Die Technologie könnte helfen, Leben zu retten: Der Programmierer Marcus Scherer hat für seine Masterarbeit eine Drohne entwickelt, die mehr kann als nur Fotos schießen. Dafür ist er mit dem Friedrich-Dessauer-Preis ausgezeichnet worden.
Meine Drohne bau’ ich mir selbst: Marcus Scherer hat ein unbemanntes Fluggerät entwickelt, dass dreidimensionale Bilder liefert. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Meine Drohne bau’ ich mir selbst: Marcus Scherer hat ein unbemanntes Fluggerät entwickelt, dass dreidimensionale Bilder liefert.
Frankfurt. 

Die Erfindung von Marcus Scherer (30) könnte den Rettungsdienst voranbringen. Für seine Masterarbeit im Fach Ingenieurswissenschaft hat der Frankfurter eine Drohne gebaut, die dreidimensionale Bilder liefert. Das könnte sich im Fall einer Katastrophe auszahlen, weil das unbemannte Flugobjekt dreidimensionale Bilder vom Unglücksort senden kann. „So kann man beispielsweise Entfernungen besser abschätzen“, erklärt Entwickler Scherer. Für seine Masterthesis hat er den mit 1000 Euro dotierten Friedrich-Dessauer-Preis des Verbands der Elektrotechnik erhalten.

Schrauben und Löten

Die Drohne hat er selbst gebaut. „Ich habe Einzelteile gekauft und dann geschraubt und gelötet“, sagt der Frankfurter. „Ich wollte zeigen, dass ich mehr kann als nur Programmieren!“ Obwohl das eigentlich seine große Leidenschaft ist: Schon während des Bachelor-Studiums an der Fachhochschule Frankfurt, später umbenannt in University of Applied Sciences (UAS), hat er Smartphone-Anwendungen geschrieben und eine eigene Firma gegründet. „Unsere beste App stand in den USA auf Platz eins“, sagt er, „und im Lauf der Jahre wurden meine Apps zehn Millionen Mal heruntergeladen.“ Er lebt vom Programmieren.

„Das Masterstudium an der UAS habe ich berufsbegleitend betrieben“, berichtet der Preungesheimer. Als es zur Wahl eines Themas für die Masterarbeit kam, erinnerte Scherer sich an einen alten Wunsch: „Ich wollte schon immer eine Drohne bauen.“

Dabei war dies der kleinste Teil der Aufgabe. Etwa zeitgleich kam mit Oculus ein Headset für Computerspiele auf den Markt. Man kann damit in dreidimensionalen Welten spielen: Jedes Auge sieht ein etwas anderes Bild als das andere. Die Idee war nun, beides zu kombinieren, also für die Drohne ein Kamera- und Datenübertragungssystem zu programmieren, das für Oculus Bilder liefert. Das funktioniert nun so: Während die Drohne eine zuvor programmierte Route fliegt, schwenken zwei bewegliche Kameras an der Drohne hin und her, je nachdem, in welche Richtung der Träger der 3-D-Brille seinen Kopf bewegt. Laut Scherer gab es das bislang noch nicht. Der Nutzen wiederum liegt auf der Hand: Bei Großbränden etwa könnte die 3-D-Drohne bei der Suche nach Opfern helfen.

Steuern mit dem Kopf

Seit April 2015 ist der Frankfurter im Besitz eines Mastertitels der Ingenieurwissenschaft. Seitdem ist seine Drohne nicht mehr abgehoben, dabei ist seine Erfindung längst noch nicht vollendet: Ursprünglich, sagt Scherer, sei es sein Plan gewesen, eine Drohne zu entwickeln, die sich komplett mit Kopf- und Körperbewegungen steuern lässt. „Es wäre der nächste Schritt“, aber die Zeit für die Masterarbeit war um.

Ganz aufgegeben hat der Ingenieur diesen Traum noch nicht. Vielleicht, so hofft er, lässt sich ja noch ein Partner finden, der ihm bei der Weiterentwicklung seiner Erfindung finanziell unter die Arme greift.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse