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Weihnachtsmarkt am Römer: Diese Fichte wird zum Frankfurter Weihnachtsbaum

Von Weihnachten naht und wie jedes Jahr macht sich Frankfurts Tourismuschef Thomas Feda auf die Suche nach dem perfekten Baum für den Römer. Dieses Jahr führt ihn seine Reise in das idyllische Schmallenberg im Sauerland. Doch der hoffnungsvolle Ausflug beginnt mit einem Schreck.
Foto: Dominik Rinkart
Frankfurt.   

So blass hat man das Gesicht von Thomas Feda wohl selten gesehen. Der Geschäftsführer der Frankfurter Tourismus- und Congress GmbH (TCF) steht auf einem Waldparkplatz und starrt mit entsetztem Blick in den Himmel: „Das soll er sein?“ Zusammen mit einer Delegation Frankfurter Journalisten will er im Sauerland den diesjährigen Weihnachtsbaum für den Römer aussuchen. Doch was dort vor ihm steht, verschlägt dem sonst so redseligen Feda die Sprache. Ein schlaksiger, kahler Baum mit hängenden Ästen. Ohne lange Diskussionen tritt er den Rückzug an.

Frankfurts Tourismuschef Thomas Feda und Schmallenbergs Stadtförster Siegfried Hunker betrachten den künftigen Weihnachtsbaum. Foto: rin Bild-Zoom
Frankfurts Tourismuschef Thomas Feda und Schmallenbergs Stadtförster Siegfried Hunker betrachten den künftigen Weihnachtsbaum. Foto: rin

Zum Glück hat die Gemeinde Schmallenberg einen zweiten Vorschlag. „Der muss jetzt passen“, betont Feda. Dabei gibt es reichlich Auswahl, gilt das Sauerland doch als größter Produzent von Weihnachtsbäumen weltweit. 36 Millionen werden hier jedes Jahr nachgezogen. Das Klima in den hohen Lagen Nordrhein-Westfalens ermöglicht es, dass die Bäume langsam wachsen und somit ihre perfekte Form erhalten. Für den Baum, der den Frankfurter Weihnachtsmarkt schmücken soll, gelten jedoch andere Gesetze. Groß muss er sein und zum Abtransport in der Nähe einer Straße stehen.

2860 Hektar Wald

Seit Jahren beobachtet der Schmallenberger Hotelier Peter Julius nun schon die Weihnachtsbäume auf dem Römer. Warum diese so häufig aus Österreich, aber noch nie aus dem Sauerland kommen, ist ihm ein Rätsel. Darum nahm er Kontakt mit Feda auf und machte ihm seine Heimat schmackhaft. Zwei Bäume haben die Schmallenberger rund um Julius, den stellvertretenden Bürgermeister Alfons Brüggemann (CDU) und Stadtförster Sigfried Hunker gefunden. Mehrere Monate haben sie dafür auf 2860 Hektar Wald gesucht. Das erste Objekt schlug die Frankfurter Delegation jedoch schnell in die Flucht.

Zum Glück gibt es da noch ein zweites: In Latrop, einem der 84 Ortsteile, steht er schließlich – der Baum für den Römer. Eine 33 Meter hohe Rotfichte, 124 Jahre alt, 78 Zentimeter Stammdurchmesser und vermutlich 8,5 Tonnen schwer. Für Hunker ist das Geschenk an die Stadt Frankfurt eine Win-Win-Situation. Er wünscht sich im dortigen Wasserschutzgebiet ohnehin mehr Laubbäume, da die Fichten sauren Nadelstreu abwerfen. Ist der Baum weg, könne sich die benachbarte Buche weiter ausbreiten. Zudem ist der nahezu frei stehende Baum vom Wind gefährdet: „Er würde die nächsten 20 Jahre ohnehin nicht überstehen“, prognostiziert Hunker.

Fällung Anfang November

Am 4. November soll der Christbaum in spe gefällt werden. Dafür wird für einen Tag die komplette Landstraße gesperrt. Die Schmallenberger werden es verkraften, dürfen sie im Gegenzug ihre Region auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt präsentieren. Baum und Transport sind daher ein Geschenk der Sauerländer. Auf immerhin 10 000 Euro belaufen sich diese Kosten. Am 7. November wird der Baum schließlich auf dem Römer aufgestellt und am 27. November zum ersten Mal illuminiert.

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