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Gewerbe: Diese Geschäfte sind seit 50 Jahren im Nordwestzentrum

Von Am 4. Oktober werden 50 Jahre Nordwestzentrum gefeiert – viel hat sich seitdem verändert, aber einiges ist fast immer noch so, wie früher. Etwa die zwei Geschäfte, die dem Zentrum in diesem halben Jahrhundert treu geblieben sind: Das Zoohaus Haindl und der Friseursalon von Horst Rack.
Zur Eröffnung: Günter Haindl mit Volksschauspielerin Liesl Christ. Bilder > Zur Eröffnung: Günter Haindl mit Volksschauspielerin Liesl Christ.
Nordweststadt. 

Langsam schlendert Roland Haindl durch die schmalen Gänge seines Geschäfts „Petshop Haindl“ im Nordwestzentrum. Die Luft ist warm und feucht, der Ventilator an der Decke sorgt zumindest für etwas Abkühlung. Bei den Aquarien bleibt er stehen. Direkt am Eingang stehen sie aneinandergereiht, darin schwimmen einfarbige und bunte, große und kleine Fische.

Für Robert Haindl ist der 400 Quadratmeter große Laden sein zweites Zuhause. Denn er ist quasi zwischen Kaninchen, Wellensittichen und Meerschweinchen aufgewachsen. Nach der Schule kam er stets ins Zoogeschäft. In einem kleinen Raum erledigte er seine Hausaufgaben. Das war für ihn völlig normal.

Vier Jahre war er alt, als sein Vater Günter Haindl 1968 das Zoogeschäft eröffnete und so sein Hobby zum Beruf machte. Damals noch eine Ebene höher im Limescorso, direkt neben dem Lebensmittelgeschäft „Latscha“. In dessen Räumlichkeiten ist heute der Rewe-Supermarkt beheimatet. 180 Quadratmeter war das Ladenlokal groß, neben den klassischen Kleintieren wurden damals dort sogar Hunde verkauft. „Das war eben so und nicht wirklich ungewöhnlich“, sagt Haindl. Ungewöhnlich war es auch nicht, dass er schon als kleiner Steppke im Laden mit anpackte und die Kartons schleppte. Bilder, an die sich sein Vater gerne erinnerte. Vor fünf Jahren starb er.

1987 verließ das Zoogeschäft seinen einstigen Standort im Limescorso und zog in die Promenade im Nidacorso. Zwar war die Lage besser, weil das Geschäft nicht mehr ganz so versteckt lag, allerdings verkleinert sich der Laden auch auf 95 Quadratmeter. Doch bereits ein Jahr später wurde er erweitert, auf 175 Quadratmetern fand sich wieder mehr Platz für Mensch und Tier. 2002 folgte der Umzug in das Nachbarlokal, 2009 die Erweiterung auf die heutige Größe von 400 Quadratmetern.

Tiere machen Arbeit

Trotz der vielen optischen Veränderungen des eigenen Ladens und auch des Nordwestzentrums in den vergangenen 50 Jahren – die Kunden seien gleich geblieben, sagt Roland Haindl. So gebe es immer noch die Kinder, die unbedingt einen Hasen oder einen Kanarienvogel mit nach Hause nehmen wollen, weil er doch so süß ist. Und da gebe es immer noch die Eltern, die dann mit Engelszungen auf ihren Nachwuchs einreden müssten, dass ein Tier nicht nur schön ist, sondern auch Arbeit macht.

Über seine Kunden kann auch Horst Rack, der 1968 seinen Friseursalon schräg gegenüber des heutigen Zoogeschäftes eröffnete, auch ein Lied singen. Die Mischung hätte sich verändert, viel internationaler sei die Nordweststadt und damit auch das Zentrum geworden. Zudem kämen die Menschen nicht mehr von ganz so weit her wie früher, als sogar Kunden aus Wetzlar anreisten, nur um an der Feinkosttheke von Hertie einzukaufen.

„Das Publikum hat sich mit den Jahren eben total verändert“, sagt der heute 79-Jährige, der schon längst nicht mehr selber die Schere in die Hand nimmt. Das übernehmen die Angestellten in seinen beiden Läden – dem „Mod`s Hair“, seinem Stammgeschäft, und dem „Cut Line“ – der Salon für Eilige – ein Stockwerk höher. Und die sind mit den selben Ansprüchen der Kunden konfrontiert, wie Hort Rack, als er im 1968 seinen ersten eigenen Laden im Nordwestzentrum eröffnete. „Toll wollen die Kunden aussehen, besser als bei einem anderen Friseur und bezahlbar soll es auch noch sein“, fasst Rack es zusammen.

Sprung ins kalte Wasser

Bewusst habe er sich als junger Mann dafür entschieden, den Sprung ins kalte Wasser und den Start in die Selbstständigkeit in einem ganz neuen Zentrum zu wagen. Und nicht im Salon seiner Mutter in Bockenheim. „Das Main-Taunus-Zentrum gab es schon und dort lief alles gut. Deswegen habe ich auf mein Gefühl gehört“, sagt er. 130 000 Mark investierte er, für einen jungen Mann viel Geld. Diese Investitionen haben sich gelohnt, Rack setzte Trends und brachte prominente Kundschaft ins Zentrum. Welche Berühmtheiten sich von ihm schon die Haare waschen oder schneiden ließen, darüber schweigt er. So, wie es sich für einen Gentleman gehört.

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