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Diese Oper lieben auch Kinder

Kulturveranstaltungen kosten viel Geld. Deshalb gibt es Sponsoren wie die Fraport AG. Das Unternehmen unterstützt die Kinderoper, damit Kinder einen Zugang zur Oper bekommen.
Dramaturgin Deborah erklärt den ZING-Reportern, wie Oper für Kinder gemacht wird. Foto: Christian Christes (www.chrischristes.de) Dramaturgin Deborah erklärt den ZING-Reportern, wie Oper für Kinder gemacht wird.
Frankfurt. 

„Wir haben es mit Wiederholungstätern zu tun“, so drückt es zumindest Deborah Einspieler aus, Dramaturgin und Leiterin des Kinder- und Jugendprogramms der Oper Frankfurt. Für die Kinder sind diese Aufführungen ein tolles Erlebnis und sie wollen alle wiederkommen. Deborah Einspieler und ihre Mitarbeiter möchten gerne in einer Stunde Opernaufführung zeigen was sie können. Sie haben ein Angebot für Kinder geschaffen, womit diese spielerisch etwas über die Oper lernen können. Sie möchten, dass vor Begeisterung der Funke überspringt und Kinder möglichst früh an die Oper herangeführt werden und wiederkommen. In dieser Spielzeit gibt es über 160 abwechslungsreiche Veranstaltungen für Klein und Groß, die unter dem Namen „JETZT! Oper für dich“ angeboten werden. Hier wird Spannendes für Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Familien oder Schulklassen geboten.

Für dieses Projekt sind Deborah Einspieler und ihr Team verantwortlich. Sie arbeitet seit 16 Jahren als Dramaturgin und ist maßgeblich für die Kinder-, Jugend- und Einsteigerangebote an der Oper Frankfurt verantwortlich. Die Karten für die Oper für Kinder kosten für Klassen pro Kind 6 Euro und für Erwachsene am Nachmittag 12 Euro. Karten für den Großen Saal sind natürlich viel teurer, zum Beispiel kostet ein Platz in der ersten Reihe über 100 Euro, kein Schnäppchen, selbst wenn Kinder nur die Hälfte zahlen. Die Aufführungen der Oper für Kinder finden unter der Woche um 10.30 Uhr statt, Familien kommen am besten samstags um 13.30 Uhr und 15 Uhr oder dienstags um 16 Uhr.

 

Die Csárdásfürstin

 

Die Scheinwerfer beleuchten die Bühne im Holzfoyer. Der rote Vorhang ist oben und alle Sänger sind bereit. Die Oper beginnt! Bei den ersten Tönen steht allen Kindern der Mund offen. Dann singen und tanzen alle, sogar die Kinder dürfen die Sänger begleiten. Die Stimmung ist wunderschön. Nebenbei lernen die Kinder bei diesem Stück auch etwas darüber, wie die Oper funktioniert.

Die Gattung Oper entstand in Italien und ist über 400 Jahre alt. Man wollte später auf der Bühne aber nicht immer nur Dramen sehen. Vor rund 100 Jahren entstand in Wien aus den Singspielen (Opern, in denen nicht nur gesungen, sondern auch gesprochen wird) die „kleine Oper“, also die Operette. Operetten sind meist sehr fröhlich und ihr großes Thema ist die Liebe. Die Geschichten sind meist sehr kompliziert, so auch in der Csárdásfürstin: Sylva Varescu ist eine bekannte Sängerin. Sie und Fürst Edwin sind ineinander verliebt. Doch sie dürfen nicht heiraten, denn Edwins Eltern sind dagegen. Edwin soll Gräfin Anastasia heiraten. Er weiß noch nichts davon, dass sein Vater schon die Verlobung zwischen ihnen bekannt gegeben hat und macht Sylva einen Heiratsantrag. Doch als Sylva von Graf Boni erfährt, dass Edwin und Anastasia bereits verlobt sind, fühlt sie sich betrogen. Deshalb fährt sie auf Tournee nach Amerika. Nach viel Eifersucht und Enttäuschungen bekommen aber doch alle, wen sie wollen. Edwin darf Sylva heiraten und auch Anastasia und Boni haben sich ineinander verliebt.

Deborah Einspieler, die Dramaturgin für das Kinder- und Jugendprogramm an der Oper Frankfurt, kann selbst aussuchen, welche Opern für Kinder aufgeführt werden. Sie findet, dass Operetten viel schwerer für Kinder umzuschreiben sind als Opern. Vielleicht ja weil Liebe für Kinder eigentlich nicht so interessant ist? Wichtig ist zunächst ein guter Text, der von der Regisseurin Dorothea Kirschbaum gut umgesetzt werden kann, damit die Vorstellung schließlich Spaß macht. Wenn der stimmt, sprudeln in der Regie nur so die Ideen.

Die Fraport AG unterstützt die Kinderoper schon seit einer Spielzeit, das heißt seit einem Jahr. Tim Oidtmann ist Teamleiter Sponsoring bei Fraport. Nach seinem Abitur, dem Studium und einigen Jahren Berufserfahrung bewarb er sich bei Fraport und ist dort nun schon seit knapp drei Jahren beim Sponsoring vertreten. Sponsoring bedeutet, dass man ein Projekt, welches man gut findet, finanziell unterstützt und dafür eine Gegenleistung in Form von Werbung bekommt. Tim Oidtmanns Arbeit ist abwechslungsreich. Er begleitet viele spannende Projekte im kulturellen Bereich, wie zum Beispiel die Kinderoper. Tim Oidtmann findet das wichtig, denn manche Eltern interessieren sich nicht für Kunst und Kultur.

 

Die Oper Frankfurt

 

Die Alte Oper ist letztes Jahrhundert entstanden, heute werden dort aber keine Opern mehr aufgeführt. Das jetzige Opernhaus wurde in den 60er Jahren als Doppelanlage gebaut. Unter einem Dach befinden sich das Schauspiel und die Oper mit jeweils einer eigenen großen Bühne. In der Oper gibt es im Holzfoyer auch eine kleine Bühne, wo die Kinderopern aufgeführt werden. Als Zweitspielstätte dient der Oper Frankfurt das Bockenheimer Depot. Insgesamt arbeiten über 1000 Mitarbeiter für Oper, Schauspiel und die Theaterbetriebe eng zusammen. Auch die Werkstätten arbeiten für beide Sparten. Dort wird alles für jede Oper extra hergestellt, zum Beispiel auch das Fake-Inspizientenpult für das Bühnenbild der Csárdásfürstin im Holzfoyer. ,,Denn Oper hat viel damit zu tun, dass wir immer so tun als ob“, erklärt Deborah Einspieler.

Sehr beeindruckend ist der große Saal mit der Hauptbühne im Opernhaus. Er ist voll mit Technik, Gerüsten, Monitoren und Kulissen. Dort steht auch ein richtiges Inspizientenpult, von dem aus alles für eine Aufführung gesteuert wird. Bei einer Aufführung sieht man auf der Bühne zwar nur relativ wenige Künstler, doch hinter den Kulissen ist richtig viel los. Da gibt es zum Beispiel extra einen Requisiteur, der für jeden Auftritt alle Requisiten auf der Bühne perfekt zurechtlegt. Dafür macht er sich Notizen und hat Spickzettel in seinem Requisitenschrank. Im großen Zuschauerraum sind 1376 Plätze. Der Orchestergraben kann nach der Probe heruntergefahren werden. Die 60 bis 70 Musiker sind durch ein Netz geschützt, falls mal etwas von der Bühne fällt. Die Oper Frankfurt gehört zu den besten Opernhäusern der Welt und hat ein sehr spannendes Programm.

Von Michelle Chakoumi-Njami, Doga Bilgin, Niklas Herdt, Ceyda Ünal, Lara Moura Da Silva, Hajar Tahoubalt, Yasmin El Marini, Serhat Hoplamaz, Almina Pepic, Salah-Eddin Iri, Betül Yalcin, Ridwan Hassan, Nada El Hamdi und Romayssaa El Bajati, Nico Wehner und Marcel Ziegler (Minna-Specht-Schule, Klasse 4c)

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