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Frankfurter Buchmesse 2016: Diese fünf Frankfurt-Krimis sollten Sie kennen

Krimis aus der Region Frankfurt: Macht das nicht nur Nele Neuhaus? Nein. Wir stellen andere, aktuelle Bücher und ihre Autoren vor. Und haben einen Experten mal gefragt, ob der Hype um Regio-Krimis nicht eigentlich vorbei ist.
Ralf Schwob präsentiert „Last Exit – Goetheturm“. Derzeit schreibt er seinen dritten Frankfurt-Krimi. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Ralf Schwob präsentiert „Last Exit – Goetheturm“. Derzeit schreibt er seinen dritten Frankfurt-Krimi.
Frankfurt. 

Der Winter rückt näher – und damit die gemütlichen Lesenachmittage auf der Couch. Mit einem Krimi holt sich der Leser Spannung ins kaminbeheizte Wohnzimmer. Und ein wenig gruseln darf er sich auch. Besonders gern gelesen: Packende Geschichten mit regionalem Bezug. Das skandalumwobene Frankfurt ist hier ein besonders beliebter Krimi-Schauplatz.

Info: Die Internationale Buchmesse

Die 68. Internationale Buchmesse Frankfurt (Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1) mit den Gastländern Flandern und Niederlande läuft vom 19. bis 23. Oktober.

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Autoren und Leser sind fasziniert vom Kontrast zwischen dem schicken Nordend sowie dem Bankenviertel auf der einen und dem verruchten Bahnhofsviertel mit seiner Drogenkriminalität und dem Rotlichtmilieu auf der anderen Seite. Hunderte Bücher werden der Stadt jährlich gewidmet – einige sind gut, viele mittelmäßig. Weil eine Mordsgefahr herrscht, in der Sparte zum falschen Buch zu greifen, hier ein paar brandheiße Empfehlungen unserer Volontärin Janina Raschdorf. Alle natürlich ohne Gewähr – aber mit extrem hoher Unterhaltungsgarantie.

Der Unerschrockene

Früher ermittelte Gregor Weber als Tatort-Kommissar im Fernsehen. Mittlerweile lässt er als Autor andere ermitteln. In seinem Werk „Asphaltseele“ schickt er einen Kommissar im Bahnhofsviertel auf Verbrecherjagd. Ruben Rubeck ist ein rauer Bulle, der weder Angst kennt, noch Gewalt scheut. Das Buch ist ein Must-Read für alle Krimi-Fans, die Miss-Marple und Sherlock-Holmes-Geschichten höchstens zum Einschlafen lesen.
GregorWeber Bild-Zoom
GregorWeber

„Ich habe mit dem Protagonisten nicht viel gemein“, insistiert Weber. Gleichzeitig zeigt er sich im Gespräch nicht minder schroff. „Das einzige, was mich mit Rubeck verbindet“, beharrt er, „ist meine Bereitschaft, die Welt nicht immer zu beschönigen.“

Das Bahnhofsviertel ist ein raues Pflaster. Zwischen Banken und Hauptbahnhof treiben sich Zuhälter, Dealer und andere zwielichtige Gestalten. „Das perfekte Szenario für einen fulminanten Krimi“, findet Weber. Vier Jahre lang hat er Anfang der 90er in der Mainmetropole gewohnt. Die harten Viertel der Stadt hätten ihn dabei stets besonders gereizt.

„Asphaltseele“ ist etwas für Hartgesottene – recht brutal und blutig. Ungewöhnlich für Bücher der Regionalkrimi-Sparte – und eigentlich will Weber sein Werk auch gar nicht zu diesem Genre zählen. Besagte Bücher würden eher von älteren Semestern gelesen. Deshalb sind die Geschichten oft eher harmlos. „Ich aber richte mich nicht nach der Leserschaft. Ich schreibe aus Leidenschaft und wonach mir der Sinn steht“, sagt Weber. Rubeck habe er ins Herz geschlossen. „Kann gut sein, dass er irgendwann in einer zweiten Folge erscheint.“
    
Gregor Weber, Asphaltseele, 240 Seiten, 14,99 Euro, Heyne Verlag

Der Historische

<span></span> Bild-Zoom Foto: HAHN,NIKOLA&THOMAS

So gerne Nikola Hahn auch schreibt, hauptberuflich ist sie Polizistin – und das seit über 30 Jahren. Vieles hat sie im Laufe der Zeit erlebt, immer wieder hatte sie es mit Mord und Totschlag zu tun. „Die Welt ist unübersichtlicher geworden,“ erklärt sie. „Die Kriminalistik dafür immer ausgefeilter und fortschrittlicher.“

Wie kaum eine andere, interessiert sich die Autorin für die historische Entwicklung der polizeilichen Ermittlungsarbeit in Frankfurt. Wie nach verborgenen DNA-Spuren sucht Hahn nach längst vergessenen Informationen aus der Vergangenheit – akribisch und sorgfältig durchforstet sie Archive und analysiert geschichtlich relevante Dokumente.

Nikola Hahn Bild-Zoom Foto: HAHN,NIKOLA&THOMAS
Nikola Hahn
In ihrem – so die Meinung der Autorin – besten Krimi „Die Farbe von Kristall“ rollt die gebürtige Marburgerin nicht nur den Mord an einem Klavierhändler aus dem Jahr 1904 neu auf. Sie beleuchtet mit Laura Rothe auch die erste Polizistin Frankfurts und beschreibt den Fingerabdruck als damals noch umstrittene polizeiliche Fahndungsmethode.

„Mir ist wichtig, dass meine Schilderungen so realitätsnah wie möglich sind,“ erklärt Hahn. „Es kommt vor“, sagt sie zufrieden, „dass sich Menschen bei mir melden, wenn sie in meinem Roman zufällig auf einen Vorfahren stoßen.“
Sind Sie neugierig, wie das Polizeipräsidium auf der Zeil um 1900 aussah? Möchten Sie einen Blick auf den Original-Fingerabdruck eines Mörders blicken? Dann ist die Neuauflage des Krimis „die Farbe von Kristall“ wie für Sie gemacht. Im Buch befinden sich zahlreiche Kopien historischer Dokumente.
    
Nikola Hahn, Die Farbe von Kristall, 804 Seiten, 10,95 Euro, Ullstein Taschenbuch

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