Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 10°C

Neubau Ludwig-Weber-Schule: Dieser Schuss muss sitzen

Beim Schulfest der Ludwig-Weber-Schule wurde klar, dass der Sindlinger Grundschule bewegte Zeiten bevorstehen. Sicher ist aber auch: Alles ist besser als der marode Altbau.
Vor dem Provisorium wird das Schulfest gefeiert. Bilder > Vor dem Provisorium wird das Schulfest gefeiert.
Sindlingen. 

„Unsre Schule ist ganz neu, bunt, freundlich, hell und sauber. Sie macht, dass wir uns täglich freun, an ihrem eignen Zauber.“ In Strophe vier ihres Schullieds singen die Ludwig-Weber-Schüler ein Loblied auf ihr neues Schulgebäude. Eigentlich handelt es sich um ein Provisorium, eine Übergangslösung. Doch das Gebäude in Holzmodulbauweise ist derart gelungen, „dass manche Eltern dachten, das wäre bereits der Neubau“, sagt Leiterin Fatima Oturak-Pieknik.

Beim Schulfest boten sie, Konrektor Martin Stojan und weitere Lehrer sowie Vertreter des Elternbeirats jetzt Führungen durch den Ersatzbau an. Die Kinder vergnügten sich derweil an 15 Spielstationen im Schulhof. Sie übten sich im Kistenstapeln bei der Sindlinger Jugendfeuerwehr, konnten jonglieren, basteln, sich Henna-Tattoos aufmalen oder Zöpfe flechten lassen. Die Kinderzentren Hermann-Küster-Straße und Pfingstbornstraße, die Kita St. Kilian, das Kinder- und Jugendhaus, der Arbeiter-Samariter-Bund und die Purzelgarde des Sindlinger Karnevalvereins beteiligten sich neben der Feuerwehr am Schulfest.

 

Viele Verbesserungen

 

Die Eltern machten sich, wenn sie nicht gerade an einem Stand halfen, auf den Rundgang durchs Gebäude. Im Erdgeschoss sahen sie die Räume der Betreuung, Küche, Musikraum und Verwaltung. Es gibt ein Büro für die Betreuung und einen Raum für Besprechungen im kleinen Kreis. Der Konrektor freut sich über ein ordentliches Büro, und der Kopierer steht nicht mehr im Gang herum, sondern im Kopierraum – alles Verbesserungen gegenüber dem Zustand im maroden Altbau.

Als solche werten die Lehrer auch die Spülmaschine im Lehrerzimmer. „Ich glaube, wir waren die letzte Schule in Frankfurt, in der noch von Hand gespült wurde“, sagt die Leiterin. Die Sanitärräume sind in frischen Farben gehalten. Für Mädchen und Jungen gibt es einen gemeinsamen Vorraum zum Händewaschen. „Kein Problem damit“, stellt die Schulleiterin fest. In den beiden oberen Etagen sind Klassenzimmer und Gruppenräume, Fachräume und die Bücherei untergebracht. „Es ist keine Verschlechterung, allenfalls von der Fläche her“, erklärt Oturak-Pieknik.

„Damit kann man gut leben“, findet auch Claus Hoß vom Elternbeirat: „Auf jeden Fall besser als Container.“ Vor allem den engagierten Eltern sei es zu verdanken, dass die Grundschule nach Jahren ergebnisloser Bemühungen auf einmal ganz schnell aus dem bröckelnden Betonbau heraus und auf Platz eins der Prioritätenliste Schulsanierung kam. „Wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, sagt Elternbeiratsvorsitzender Roland Haschke. „Wir haben Druck gemacht, und das hat etwas gebracht.“

 

Großer Einsatz

 

Er erinnert an eine Unterschriftenaktion, einen „Runden Tisch“ und den „Rathaussturm“, als Eltern und Schüler vor dem Römer demonstrierten und Schuldezernentin Sarah Sorge (Grüne) ihre Forderung nach Erneuerung der Schule unter großer Medienbegleitung überbrachten. Sogar ein eigenes Schadstoffgutachten ließen sie anfertigen, bemühten das Arbeitsrecht und einen Anwalt. „Wir haben alle Register gezogen“, sagt Claus Hoß. Und plötzlich ging alles ganz schnell.

Jetzt steht das Provisorium, und alle sind zufrieden. „Super. Ich bin total begeistert“, erklärt Mutter Najat Allouch: „Für mich könnte es so bleiben.“ Es sei völlig in Ordnung, sehr gut, findet auch Vater Benaissa Oumina: „Die Räume sind angenehm und gut ausgestattet. Besser als die alte Schule.“ Sein Söhnchen Mohamed besucht die Vorschulklasse und wird, wenn alles läuft, wie geplant, seine letzten Grundschultage in einem Neubau verbringen. Vor wenigen Tagen wurde der Entwurf dafür vorgestellt, im Jahr 2018 soll das Gebäude fertig sein. „Die Schulleitung war gut involviert“, berichtet Fatima Oturak-Pieknik. Sie formulierte, was gebraucht wird, und war in die Auswahl der eingereichten Entwürfe einbezogen. Wenn es jetzt in die Detailplanung geht, dürfe die Schule ebenfalls mitreden. Der Entwurf jedenfalls sei toll: „Ich bin von der Planung überzeugt.“

Ohne die Unterstützung der Eltern wäre es nicht soweit gekommen, ist sie sicher. Großen Anteil daran hatte der Vorsitzende Roland Haschke. Auf ihn wird die Grundschule nun aber verzichten müssen. Tochter Pia wechselt nach den Ferien an die IGS West, und er scheidet aus dem Elternbeirat aus. Deshalb wurde er zu Beginn des Schulfests verabschiedet.

Auf seine Nachfolger kommen interessante Zeiten zu. „Das wird kein Spaß“, schwant es Claus Hoß. Der Abriss des asbestbelasteten Altbaus dürfte schwierig werden, ebenso die Baustellenzufahrt. „Es wird sicher sehr anstrengend“, meint auch Fatima Oturak-Pieknik. Aber das Ergebnis dürfte die Mühen wert sein. „Sindlingen hat es verdient, so eine schöne Schule zu bekommen“, findet die Leiterin.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse