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Völlig emissionsfreie Triebwagen geplant: Dieser Zug macht Dampf – keine Abgase

11. Bahntechnikmesse Innotrans. Foto: Soeren Stache (dpa) 11. Bahntechnikmesse Innotrans.
Frankfurt/Berlin. 

Diesel-Züge gewöhnen sich das Rauchen ab: In einigen Jahren sollen von Frankfurt aus auf den nicht elektrifizierten Strecken nach Königstein, Bad Soden und Brandoberndorf im Taunus völlig emissionsfreie Triebwagen unterwegs sein. Möglich macht das ein weltweit bisher einmaliger Wasserstoffantrieb, den der Hersteller Alstom auf der Verkehrstechnikmesse Innotrans in Berlin vorgestellt hat.

Entwickelt wurde der „Coradia iLint“ genannte Zug mit acht Millionen Euro Fördermitteln des Bundes. Vier Bundesländer wollen das Fahrzeug, von dem bisher nur ein Prototyp existiert, auf nicht elektrifizierten Strecken einsetzen. Neben Niedersachsen wird Hessen zu den ersten Ländern gehören, in denen die neue Technik auf die Schiene kommt. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) rechnet damit, dass frühestens 2020 bis zu zehn Fahrzeuge im Einsatz sind. Den Prototyp wird sich Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) heute in Berlin ansehen.

Angetrieben werden die Züge mit einer Brennstoffzelle, die als Energiequelle nur Wasserstoff benötigt. Schädliche Abgase gibt es nicht, Wasserdampf ist die einzige Emission. Außerdem sind die Züge dank ihres Elektromotors deutlich leiser als dieselbetriebene. Die Brennstoffzelle, die Wasserstoff in elektrische Energie umwandelt, wurde bisher vor allem in Personenwagen eingebaut, konnte sich aber nie durchsetzen. Ein Problem sind die fehlenden Wasserstoff-Tankstellen. Im Nahverkehr auf der Schiene ist dieses Problem leichter zu lösen, da die Züge nur auf begrenzten Strecken unterwegs sind. In Frankfurt ist geplant, den Wasserstoff vom Industriepark Höchst zu beziehen, wo er als Nebenprodukt der Produktion ohnehin anfällt. Es müsste nur eine Leitung zur Bahnstrecke gelegt werden.

Äußerlich ist der „iLint“ kaum von herkömmlichen Triebwagen zu unterscheiden. Auffallend sind aber die großen Wasserstofftanks auf dem Dach. Mit einer Füllung können nach Angaben von Alstom 600 bis 800 Kilometer zurückgelegt werden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 140 Kilometern pro Stunde, die Züge fassen 300 Fahrgäste, die Hälfte davon findet einen Sitzplatz. Im Rhein-Main-Gebiet sollen sie von der Hessischen Landesbahn betrieben werden.

(mu)
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