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Frankfurt School of Finance & Management: Dieses Summen macht glücklich

Von Auf der Nordterrasse der Frankfurt School of Finance & Management summt es seit einigen Wochen. Dort leben derzeit rund 70 000 Bienen mit ihren Königinnen. Mit dem Projekt, das gestern offiziell eröffnet wurde, möchte die Einrichtung sensibilisieren für die Bedeutung der Bienen für Mensch und Umwelt.
Sie setzen sich für Bienen ein: Myriam Gellner (v.l.), Fachmann Antonio Gurliaccio von der Bienenbotschaft aus Karben und Bienenpatin Sabine Schorr, die sich vonseiten der Frankfurt School of Finance & Management um die fachgerechte Betreuung der vier Bienenvölker kümmert. Foto: Leonhard Hamerski Sie setzen sich für Bienen ein: Myriam Gellner (v.l.), Fachmann Antonio Gurliaccio von der Bienenbotschaft aus Karben und Bienenpatin Sabine Schorr, die sich vonseiten der Frankfurt School of Finance & Management um die fachgerechte Betreuung der vier Bienenvölker kümmert.
Nordend. 

Es ist windig, das Thermometer zeigt 15 Grad an. Das ist so gar kein Wetter für Bienen, da geht es den fleißigen Insekten nicht anders als den Menschen. Ist es draußen kalt und ungemütlich, bleiben Honigbienen lieber daheim in ihrer Beute. So nennt man die Behausung, in der die Völker mit ihren Königinnen leben.

Vier Beuten stehen seit einigen Wochen auf der Nordterrasse der Frankfurt School of Finance & Management im vierten Stock an der Adickesallee 32-34. Das Projekt wurde jetzt offiziell im Beisein der Hessischen Umweltministerin Priska Hinz (Die Grünen) eröffnet. „Es sind rund 60 000 bis 70 000 Bienen“, nennt Sabine Schorr die Anzahl der Tiere. Eigentlich ist sie die Leiterin des „Competence Center Kommunikation und Vertrieb“ an der Frankfurt School. An diesem Nachmittag aber ist sie in einer ganz anderen Funktion mit dabei: als Bienenpatin und Expertin für die kleinen Tiere.

Arbeitstiere

In einem Kurs beim Imkerverein Frankfurt, der über ein „Bienenjahr“ lief, hat Schorr sich das nötige Grundwissen angeeignet, um die Völker vonseiten der Frankfurt School fachgerecht zu betreuen. Zudem hat sich die Einrichtung mit der „Bienenbotschaft“ aus Karben, die sich unter anderem für Naturnistplätze, sogenannte Klotzbeuten, starkmacht, Experten mit ins Boot geholt. Deren Mitarbeiter Antonio Gurliaccio und Moses Martin Mrohs kümmern sich ebenfalls um die Bienen auf dem Balkon.

Zusammen mit Antonio Gurliaccio steht Schorr vor den Beuten und wirft einen Blick ins Innere der Bienen-Behausung. Zum eigenen Schutz tragen beide weiße Imker-Anzüge. Trotz des schlechten Wetters wird bei den Bienen nicht gefaulenzt. Die Tiere arbeiten, jede hat ihre Aufgaben. Dass ihnen dabei kurz mal jemand zuschaut, stört sie nicht. Und auch die Königinnen leisten Höchstarbeit. „Bis zu 2000 Eier kann eine Bienenkönigin am Tag legen“, weiß Schorr. „Die Idee zu den Bienen auf unserer Terrasse entstand aus dem Kollegium heraus“, schildert es Myriam Gellner, Marketingleiterin der Frankfurt School. Seit Anfang des Jahres leben die Tiere bereits hier.

Mit dem Bienen-Projekt möchten die Beteiligten für die fleißigen Insekten und ihre Bedeutung für Mensch und Umwelt sensibilisieren. Profitieren sollen zunächst die Mitarbeiter und Studenten der Frankfurt School. Für sie soll es Besichtigungstouren geben. Auch einen ersten, nach Lindenblüten schmeckenden Honig gibt es bereits, der als „Campus Honey“ in Gläser abgefüllt ist.

Kampf gegen Varoamilbe

„Wir möchten, dass sich die Tiere bei uns wohlfühlen“, sagt Schorr. Dazu gehöre beispielsweise auch eine bienenfreundliche Bepflanzung auf der Nordterrasse. Wichtig seien zudem die Beuten. „Die werden wir umbauen, um im unteren Teil Platz für den Bücherskorpion zu schaffen“, erzählt sie. Dieses nur wenige Millimeter große Spinnentier helfe im Kampf gegen die Varoamilbe – einen der größten Feinde der Bienen. „Der Bücherskorpion lebt in einer Symbiose mit den Bienen“, sagt Schorr.

Zudem suchen die Experten nach Möglichkeiten, die Behausungen der Bienen von anfallender Feuchtigkeit zu befreien. „Bei der Produktion von einem Liter Honig fallen etwa 700 Milliliter Feuchtigkeit an. Die muss aus den Beuten entweichen, sonst beginnt das Holz zu schimmeln“, erklärt Schorr weiter. Dafür werden die Beuten im oberen Teil mit Holzwolle gefüllt und an den Rändern offen gehalten.

Einen Teil des von ihnen produzierten Honigs dürfen die Bienen für sich behalten, sagt Schorr. „Damit es den Winter gut übersteht, benötigt ein Volk im Durchschnitt zwölf bis 15 Kilo seines eigenen Honigs.“

Zudem sei eine Kooperation mit Professor Jürgen Tautz von der Universität Würzburg geplant. Unter dem Namen Hobos hat er ein Netzwerk initiiert, bei dem es darum geht, Bienenvölker mit technischen Mitteln zu beobachten und zu untersuchen. Über die gleichnamige Internetplattform kann jeder mit Mikro-Chips ausgestattete Bienen, das Innenleben eines Bienenstocks sowie zahlreiche Messwerte aus der Umwelt verfolgen.

„Geplant ist, noch eine fünfte Beute aufzustellen, die verkabelt ist und somit Auskunft über das Verhalten der Tiere, die Temperaturen und die Luftverschmutzung gibt“, erklärt Schorr. „Mit unserem Projekt können wir verstärkt Leute erreichen und über die Situation der Bienen informieren“, sagt Schorr, der dies eine Herzensangelegenheit ist. Denn ohne die Bienen wäre die biologische Vielfalt bedroht.

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