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Diesterwegschule springt ein

Für die fehlenden Hortplätze in Ginnheim scheint eine Lösung gefunden. Die Eltern sind erleichtert, aber es bleiben auch Zweifel: Sie wollen endlich sichere Zusagen.
Suchten verzweifelt einen Hortplatz: Sonja Burk mit ihrer jüngsten Tochter Luise (6). Suchten verzweifelt einen Hortplatz: Sonja Burk mit ihrer jüngsten Tochter Luise (6).
Ginnheim. 

Die Eltern aus dem Einzugsgebiet der Diesterwegschule können anscheinend aufatmen: Wie es aussieht, können sie ihre Kinder in der erweiterten schulischen Betreuung unterbringen, weil dort für das kommende Schuljahr zu den bereits bestehenden 40 weitere 20 Plätze geplant sind. Das zumindest berichtete Wendel-Jaromir Burkhardt von der Grünen-Fraktion in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim). Eine entsprechende Zusage habe er aus dem Bildungsdezernat bekommen, eine offizielle Bestätigung stehe aber noch aus. Die Betroffene Anja Belkaid war sehr glücklich über die unverhoffte Nachricht: "Jetzt muss ich erst einmal nicht mehr um die finanzielle Situation meiner Familie bangen."

Kampf seit Februar

Dem Ganzen geht ein Kampf voraus, der schon seit Februar andauert: Nach der erfolglosen Suche nach Hortplätzen hatten sich etwa zehn Ginnheimer Familien zusammengeschlossen und im Ortsbeirat, im Bildungsausschuss und beim Stadtschulamt immer wieder auf ihren Missstand aufmerksam gemacht (wir berichteten). Inzwischen haben sie sogar für ein eigenes Hort-Projekt die Räume eines ehemaligen Antik-Geschäfts aufgetan und sowohl die BVZ als auch den Familienservice als potenziellen Träger gewonnen. Doch die Stadt hat mit Blick auf knappe Kassen die finanzielle Unterstützung verwehrt.

Für Sonja Burk zum Beispiel ist die Suche nach einem Hortplatz für ihre jüngste Tochter Luise (6) eine existenzielle Frage. Die Frau aus Ginnheim ist selbstständige Grafikerin, arbeitet Teilzeit und ist glücklich über einen festen und vor allem pünktlich zahlenden Kundenstamm. Drei Mal war Burk, wie berichtet, bislang bei Kinderhorten abgeblitzt, als sie einen Platz für ihre Tochter anfragte, die derzeit noch in einen städtischen Kindergarten geht. Doch ab August, wenn Luise in die Schule kommt, muss ein Hortplatz her.

Auch wenn sich die Eltern über die neuen Plätze an der Diesterwegschule sehr freuten, merkten einige an, dass der Bedarf in den kommenden Jahren noch deutlich steigen würde. Sie wollen langfristige Zusagen: "Sonst fängt das Ganze nächstes Jahr wieder von vorne an."

Überblick geben

Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU) fordert indes endlich einen Überblick über die Hort-Situation im gesamten Bezirk 9: "Doch die Stadt lässt auf sich warten, eine Antwort steht noch aus." Und Grünen-Mann Burkhardt, der auch im Bildungsausschuss sitzt, gibt zu bedenken: "Das Angebot ist in ganz Frankfurt sehr knapp, wir brauchen also einen langfristigen Plan.

Der Stadt sind die Hände gebunden, solange sie keine Räume für die Kinderbetreuung findet. "Wir suchen verzweifelt nach Räumen, haben in die Suche auch schon die Kinderbeauftragten mit eingespannt", hatte Irene Khateeb, persönliche Referentin von Bildungsdezernentin Sarah Sorge (Grüne), damals gesagt. "Die Suche nach Räumen ist unser Morgengebet, ohne Unterkünfte können wir nichts machen", so Khateeb weiter.jag

(jag)
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