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Acht Überfälle, 6000 Euro Beute: Drei Räuber samt Drahtzieher müssen sich vor Gericht verantworten

Von Um ihre Kokainsucht zu finanzieren, haben drei Männer laut Anklage acht Überfälle begangen. Der Mann dahinter soll Taxifahrer und Drogenhändler sein. Er ist aber der einzige, der eine Beteiligung bestreitet.
Foto: sebra; Fotolia
Frankfurt. 

Vier schwere Jungs zieren seit gestern die Anklagebank des Landgerichts. Ihnen wird eine Serie von acht Raubüberfällen, begangen innerhalb von nur zwei Monaten, zur Last gelegt. Ein Hotel, Tankstellen, Wettbüros, Spielotheken und Geschäfte wurden heimgesucht. Lumpige Gesamtbeute: Gerade einmal rund 6000 Euro.

Dabei brauchten drei dringend Geld, um für ihren regelmäßigen Kokainkonsum sorgen zu können. Drei der 25 bis 29 Jahre alten Männer trafen sich häufig in einer der entsprechenden Szenekneipen im Bahnhofsviertel, wo man naturgemäß nicht immer völlig legale Pläne schmiedet, um dem leidigen Geldmangel entgegenzusteuern. Dazu gesellte sich dann und wann noch ein 42 Jahre alter Taxifahrer, der schon längere Zeit in der Szene aktiv war und Adressen kannte, wo sich Raubüberfälle lohnen würden.

Das Waffenarsenal

Ein Hotel südlich des Hauptbahnhofs war ebenso darunter wie die Adressen von Spielotheken, Wettbüros, zwei Tankstellen an der Peripherie sowie mehrerer Einzelhandelsgeschäfte. Die nötigen Utensilien hatte der Taxifahrer laut Anklage gleich dabei. Die Räuber bekamen eine komplette Ganoven-Montur mit Kapuzenpulli und Sturmhaube zur Verfügung und konnten sich darüber hinaus auch noch am Waffenarsenal des Fahrers bedienen – dort gab es Gaspistolen und Pfefferspray zur Auswahl.

Acht Überfälle zählte die Kriminalpolizei in der Folge – überall sahen sich die schockierten Mitarbeiter der heimgesuchten Objekte mit Räubern konfrontiert, die nicht lange fackelten. In einem Fall löste sich sogar ein Schuss aus der Gaspistole. Dabei machten die Räuber beim Empfang der Beute meist lange Gesichter: 2000 Euro in einer Spielothek waren der dickste Fang, 1000 Euro bei einer Tankstelle, 600 Euro im Hotel, bei einem kleineren Geschäft gingen die Räuber schließlich ganz leer aus – sehr zum Ärger des draußen vor der Türe in seinem Taxi wartenden Initiators.

Eigenes Geschäftsmodell

Dieser nämlich hatte ein eigenes Geschäftsmodell: Er hatte die Bekannten zuvor regelmäßig mit Kokain versorgt und ihnen auch dazu geraten, sich vor den Taten „eine Nase“ zu ziehen. Damit komme man im Falle einer Festnahme später vor Gericht besser weg („mildernde Umstände wegen Sucht“) und trete auch selbstbewusster am Tatort auf („kein Nervenflattern“). Die Überwachungskameras aber konnte auch der Kokainkonsum nicht austricksen – sie nahmen alles auf und lieferten der Polizei damit zuverlässiges Belastungsmaterial für die im Mai vergangenen Jahres mit der Festnahme der Männer abgeschlossenen Ermittlungen.

Die „aktiven“ Räuber räumten die Vorwürfe im Großen und Ganzen ein und beriefen sich auf ihre verdrießliche finanzielle Lage und die Schulden beim Taxifahrer. Dieser aber will von allem nichts gewusst haben. Er habe seine Freunde „vielleicht 50 bis 60 Mal“ mit seinem Wagen gefahren und sonst nichts. Dumm nur, dass man in seiner Wohnung einen Beutel mit Maskerade und Schreckschusspistolen gefunden hatte. „Den hatte mir eine Bekannte gebracht, zum Aufbewahren. Ich warf ihn also nicht weg und nun habe ich den Salat“, sagte der Angeklagte.

Es ist also noch ein wenig Aufklärungsarbeit von Nöten. Vorsitzender Richter Jens Kulik von der 30. Großen Strafkammer hat acht weitere Verhandlungstage terminiert – Ende Mai soll das Verfahren dann abgeschlossen werden. (ge)

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