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Brüder aus Sossenheim vor Gericht: Drogen-Deal: Brutale Schlägerei im Cäcilie-Lauth-Park

Von Versuchter Totschlag im Kleinkriminellen-Milieu: Darum geht es seit gestern in einem Prozess gegen zwei 20 und 23 Jahre alte Brüder aus Sossenheim vor dem Landgericht. Die Männer sollen ihren Kontrahenten mit Schlagstock und Fahrradlenker übel zugerichtet und dabei auch dessen Tod billigend in Kauf genommen haben.
Justitia Justitia
Frankfurt. 

Glaubt man den Ausführungen der beiden jungen Männer, so liegt die Schuld aber allein auf der Seite des heute 32 Jahre alten Opfers. Dieser Mann, der sich vor Gericht als „ohne Beruf“ ausgab, verdient sein Geld offenbar als radelnder Drogendealer und belieferte an jenem Tag im Oktober 2015 auch die beiden Männer, die beim Renovieren ihrer Wohnung offenbar etwas aufputschendes Marihuana brauchten. Doch der Konsum des für zehn Euro beim Drogenhändler erworbenen Stoffes brachte nicht den gewünschten Erfolg und führte stattdessen zu einem wütenden Telefonanruf: „Was hast du denn da für einen Sch . . . verkauft?“ Die Sache bedurfte also dringend der Klärung, und das am besten in den Abendstunden im Cäcilie-Lauth-Park, wozu die Brüder mit einem schweren Fahrradlenker unter der Jacke erschienen. Aber auch der Dealer vertraute offenbar nicht auf die alleinige Wirkungskraft des Wortes und hatte einen Totschläger dabei.

Während die Anklage davon ausgeht, dass vor allem der 32-Jährige die Prügel abbekam und am Ende auch noch von einem der Angeklagten mit einem Messer verletzt wurde, drehte der Verteidiger in der von ihm verlesenen Erklärung des 23-Jährigen den Spieß um. Noch bevor er in dem Sossenheimer Park irgend etwas hätte machen können, habe er auch schon den Totschläger des Kontrahenten in voller Wucht zu spüren bekommen. Noch heute wisse er nicht, wie viele seiner Zähne er eingebüßt habe. Im Krankenhaus seien jedenfalls umfangreiche Arbeiten notwendig gewesen. Sein Bruder, den er zu dieser Unterredung eigentlich „nur zur Vorsicht“ mitgenommen habe, sei überhaupt nicht an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen. Von dem Messer wisse er nichts, er habe jedenfalls keines dabei gehabt. Und von einer irgendwie gearteten Tötungsabsicht könne gar keine Rede sein.

Zunächst hatte sich der Angeklagte gar nicht zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft geäußert. Zwischenzeitlich aber änderte sich für ihn die Beweislage, nachdem das Opfer in den Zeugenstand gebeten wurde, dort aber die Aussage verweigerte. Der Grund: Wegen des vorausgegangenen Drogengeschäfts hätte sich der Zeuge selbst einer Straftat bezichtigen müssen – ein Umstand, den ihm die Strafprozessordnung mit ihrem Auskunftsverweigerungsrechten erspart. Durch die Aussage des Angeklagten geriet der Mann in den Verdacht, selbst eine massive Körperverletzung begangen zu haben.

Dadurch wurde die Beweisführung für die Jugendstrafkammer unter Leitung von Richter Uwe Steitz nicht leichter. Das Gericht hofft, den Prozess nach drei Verhandlungstagen noch Anfang Mai abschließen zu können.

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