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Eigene Erfolge im Blick

Von Ursprünglich wollte er selbst Journalist werden, nun nimmt Klaus Barski Fernsehleute mit zu seinem Frankfurter Häuserkampf. Die Botschaft seines neuen Romans: "Immobilienspekulant kann jeder werden, wenn er auch mal Prügel einstecken kann."
Mit seinem Buch "Prügel für den Hausbesitzer" posiert Millionär und Autor Klaus Barski vor dem Haupteingang des Selmi-Hochhauses am Platz der Republik.	Fotos: Rainer Rüffer Mit seinem Buch "Prügel für den Hausbesitzer" posiert Millionär und Autor Klaus Barski vor dem Haupteingang des Selmi-Hochhauses am Platz der Republik. Fotos: Rainer Rüffer
Innenstadt. 

Wenn er im himmelblauen Bentley durch die Frankfurter City kutschiert, schwelgt der Hausbesitzer und Erfolgsautor mit Panamahut und goldener Rolex gerne von der guten alten Zeit: "Ins Jazzhaus kamen die gernegroßen Neueinsteiger, ins Terrassencafé im heutigen Buena-Vista-Restaurant die wirklich großen Macher mit ihren dicken Schlitten", erinnert Klaus Barski (69) sich an die 1960er und 1970er Jahre. Damals, als der gebürtige Bremer Arbeitersohn selbst Fuß in der Mainmetropole fassen wollte.

Alter Ego zieht Bilanz

In seinem neuen Roman "Prügel für den Hausbesitzer" lässt er den Protagonisten Jörg Baron wie sein Alter Ego Bilanz ziehen über ein Leben auf der Überholspur mit Rückschlägen. Für die Reportage "Hauptsache Kultur" heute Abend im Hessenfernsehen hat er die wichtigsten Etappen zwischen Hauptwache und Selmi-Hochhaus noch einmal besucht.

"In diesem Leben musst du der Gewinnertyp sein, ihn zumindest immer überzeugend spielen. Frankfurt ist ein Haifischbecken. Wusstet ihr, dass dem Teheraner Ali Selmi bereits 70 City-Mietshäuser gehören?" Wenn der Autor Jörgs Weggefährten Erhard zitiert, schaut er fasziniert an der Spiegelfassade des City-Hochhauses 1 hoch: "Diese Wolkenkratzer-Schluchten finde ich einfach geil. Damals wollten wir natürlich Zeugen sein, wie die Spontis Selmis Häuschen abfackeln." Dass der Brand in Wirklichkeit auf einen Gebäudeschaden zurückging, sollte sich erst später herausstellen. Aber das revolutionäre Frankfurt von damals steckte voller Legenden und Träume – für Glücksritter und Malocher ebenso wie für Idealisten und Weltverbesserer.

Kreislauf durchbrechen

Klaus Barski wusste schon früh, dass er zur ersten Gruppe gehören wollte. "Als einfacher Volksschüler war ich schon in jungen Jahren überzeugt, dass die wichtigste Aufgabe deutscher Politiker das Durchbrechen des ewigen Mieter-Proletariat-Kreislaufes sein muss", fasst er seine Philosophie zusammen: "Eine soziale und familienfreundliche Wohnungspolitik wie beim neuen Oberbürgermeister ist schön und gut, aber in einer Geschäftsstadt wie Frankfurt darf man das Kapital nicht an die Leine legen."

Klaus Barski weiß, wovon er spricht, hat auch die ganz Großen und Halbseidenen wie Jürgen Schneider kennengelernt. In seinem Roman deckt er die Machenschaften eines Spekulanten Emil Sawitzki auf, der seine Käufer mit dem Kleingedruckten seiner Verträge um 300 000 Mark erleichtert. "Aber ich habe meinen Kram in Ordnung", versichert er augenzwinkernd.

Der Romanheld Jörg Baron führt vor, wie es geht: Zunächst spekuliert er mit Taschengeld und gepumpten Markstücken, bevor er als Frankfurter Werbegrafiker billig gekauften englischen Nippes verschachert und sich an die ersten Immobilien in Sachsenhausen heranwagt. Ähnlich begann Barskis eigene Karriere. "Mit 13 wurde ich Lehrling in einer Druckerei, beim Bund konnte ich simple Pressemeldungen tippen."

Einst verkannter Maler

Barski diente sich bis zum Werbechef bei Singer Nähmaschinen hoch, hungerte zwischendurch als verkannter Maler in Paris, ehe er sich in den 1960er Jahren den Selfmademen der Mainmetropole anschloss und mit gepumpter Kohle sein erstes Objekt in Angriff nahm: "Ich kaufte für ein paar Tausend einen alten Schuppen in Nieder-Eschbach. Während ich den flott machte, sanierte und verhökerte ich ab 1969 das heutige Alte Haus in der Rittergasse mit Kneipe." Nach ersten Bauchlandungen stotterte Barski mit den Einnahmen "undankbarer" Altmieter seine Kredite ab, pokerte dann hoch und sicherte sich nach einigen Jahren in den USA schließlich seine fünf eigenen Häuser in und um Frankfurt.

"Jeder kann es schaffen, der den Markt mit dem richtigen Instinkt beobachtet und den Kampf mit Mietern und Mietnomaden nicht scheut", ist der inzwischen siebenfache Romanautor überzeugt. "Heute bin ich Zeitmillionär und kann mich den schönen Dingen widmen." Doch seit einem Brand und einem Raubüberfall in seiner Königsteiner Villa vor zwei Monaten besinnt sich Klaus Barski zunehmend auf andere Werte: "Ohne meine Frau Bonnie (69) und meinen Sohn Conrad (38) hätte ich mich so schnell nicht wieder berappelt", gibt er zu.

Das Buch "Prügel für den Hausbesitzer" ist für 12,80 Euro im Buchhandel erhältlich. Die Reportage "Hauptsache Kultur" im Hessenfernsehen beginnt heute (Donnerstag) um 22.45 Uhr.

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