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Mediale Selbstinszenierung von Peter Feldmann: Eigenwerbung des Oberbürgermeisters am Pranger

Von Die mediale Selbstinszenierung, die Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) mit Hilfe des städtischen Amtes für Kommunikation und Stadtmarketing betreibt, wird nun auch Thema im Stadtparlament. Die FDP-Fraktion im Römer setzt sie für die Fragestunde am Donnerstag, 31. August, auf die Tagesordnung.
Beispiel für die Öffentlichkeitsarbeit des Oberbürgermeisters: Am Wäldchestag steuerte er seine Magistratskollegen per Tram-Sonderfahrt in den Stadtwald und ließ sich dabei im Führerstand ablichten. Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET Beispiel für die Öffentlichkeitsarbeit des Oberbürgermeisters: Am Wäldchestag steuerte er seine Magistratskollegen per Tram-Sonderfahrt in den Stadtwald und ließ sich dabei im Führerstand ablichten.
Frankfurt. 

In den Veröffentlichungen des Amtes für Kommunikation und Stadtmarketing (KuS) ist Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) mit weitem Abstand die am häufigsten abgebildete Person: Der Oberbürgermeister bei der Zeugnisübergabe in der Helmholtzschule (früher taten das die Lehrer), der OB bei der Kita Königsblick, der OB beim Besuch der Karl-Kirchner-Siedlung, des Budge-Heims und, und, und (wir berichteten).

Er weiß, wo der Hammer hängt, aber nicht, wie man ihn hält: OB Feldmann im neugebauten Altstadthaus „Goldenes Lämmchen“ am 24. Juli.
Wie sich Frankfurts OB bei öffentlichen Auftritten von Profis ins Bild setzen lässt Die große Peter-Feldmann-Fotoshow

Nahezu jeden Tag verschickt das Amt für Kommunikation und Stadtmarketing Fotos von Oberbürgermeister Peter Feldmann in Aktion. Hier die Geschichte hinter den Fotos.

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Jetzt hat sich auch die FDP-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung des Themas angenommen. In der Fragestunde des Stadtparlaments am Donnerstag, 31. August, werden die Liberalen darauf hinweisen, dass dem Oberbürgermeister vorgeworfen werde, das neustrukturierte KuS im Wesentlichen für seine Selbstdarstellung zu missbrauchen. Sie fragen: „Wie kommentiert der Magistrat die Vorwürfe, das KuS betreibe in erster Linie OB-Personenkult und nachrangig das eigentlich wesentlich wichtigere Thema Stadtmarketing?“

10 000 Euro für Fotos

Gut möglich, dass sich daraus eine lebhafte Debatte entspannt. Denn mit der Beantwortung der Frage durch den Magistrat (mögliche Antwort: Gar nicht) ist es nicht getan. Nachfragen der Stadtverordneten sind erlaubt, zudem kann das Thema in einer aktuellen Stunde ausgebreitet werden.

Symbolbild
Die Woche im Römer Wie sich der OB im Internet zum Gespött macht

Schon seit seinem Amtsantritt übt Peter Feldmann quasi zwei Jobs parallel aus: Er regiert nicht nur, sondern ist gleichzeitig auch noch Frankfurts oberster Oppositioneller.

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Der Leiter des KuS, Tarkan Akman, hat inzwischen die Höhe der Fotohonorare seines Amtes für Fotos von Magistratsmitgliedern genannt: „Im Amt wurden für Fotoarbeiten im Rahmen des Stadtmarketings für die Stadt Frankfurt und der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die Magistratsmitglieder bis zum 31. Juli Mittel in Höhe von 9514,13 Euro aufgewendet.“ Wie viel von diesem Betrag auf das Konto des Oberbürgermeisters geht, lässt sich nach Auskunft von Akman nicht sagen: Eine weitergehende Differenzierung sei der Verwaltung „nicht möglich“, teilte er mit.

Der Amtsleiter und der OB kennen sich seit vielen Jahren. Akman gehörte wie Feldmann der SPD-Fraktion im Römer an und arbeitete als Referent im OB-Büro, bevor er KuS-Leiter wurde. Anzunehmen ist, dass der Löwenanteil der knapp 10 000 Euro für Fotohonorare auf OB Feldmann entfallen. Denn Bilder anderer Magistratsmitglieder haben in den Veröffentlichungen des KuS Seltenheitswert, einige Dezernenten verzichten freiwillig: „Wir nehmen keine Fotografen des KuS für die Arbeitsberichtserstattung des Dezernenten in Anspruch“, sagte Barbara Brehler-Wald, Büroleiterin des Baudezernenten Jan Schneider (CDU). Frühere Anfragen hätten sich als zwecklos erwiesen, so Brehler-Wald. „Die KuS-Fotografen sind so ausgelastet, dass wir keine bekommen haben.“

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Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann steht gerne im Rampenlicht und gibt dabei auch noch eine gute Figur ab. Wir haben zusammengetragen, bei welchen wichtigen Ereignissen der Zeitgeschichte er und seine Amtskette gefehlt haben.

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Dezernenten verzichten

Schneider selbst erklärte: „Man muss nicht auf Schritt und Tritt fotografiert werden. Wir gehen mit städtischem Geld sorgfältig um.“ Und auch die Büroleiterin des Ordnungsdezernenten Markus Frank (CDU), Andrea Brandl, erklärte: „Wir nehmen keine Fotografen des KuS in Anspruch.“ Feldmanns Parteifreund, Verkehrsdezernent Klaus Oesterling, verzichtet ebenfalls auf Fotos. Oesterling lässt lieber seine Arbeit für sich sprechen.

Wie viel Geld das KuS im nächsten Jahr für Fotohonorare ausgeben wird, ist offen: Denn am 25. Februar ist in Frankfurt Oberbürgermeisterwahl.

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