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Ein Kleinod mit Geschichte

Im Brentanopark in Rödelheim steht eines der am besten erhaltenen Gebäude aus der Epoche der Romantik: Das Petrihaus ist ein malerisches Kleinod, hat aber auch eine interessante Geschichte. Ein Überblick:
Peggy Janda-Meyer und Beatrix Schmidt (v. l.) engagieren sich im Förderverein Petrihaus. Hier stehen sie vor einem Gemälde, das Brentano zeigt. Bilder > Peggy Janda-Meyer und Beatrix Schmidt (v. l.) engagieren sich im Förderverein Petrihaus. Hier stehen sie vor einem Gemälde, das Brentano zeigt.
Rödelheim. 

Das Petrihaus im Brentanopark liegt idyllisch an der Nidda. Schon von fern fallen dem Spaziergänger die weißen Säulen ins Auge, die den Balkon im ersten Stock tragen. Mit seinen Sprossenfenstern und den Verzierungen auf dem Dach ist das Gebäude, das vom Förderverein Petrihaus instand gehalten wird, ein echter Hingucker. Als Veranstaltungsort mit stilvoller Atmosphäre ist das Haus allgemein bekannt, über seine interessante Geschichte wissen aber nur die wenigsten Bescheid.

Das Petrihaus ist sehr wahrscheinlich im Jahr 1720 erbaut worden. Es hat drei Zimmer und gehörte dem Bäcker Petri. Den romantischen Park im englischen Landschaftsstil, in dem das Bauwerk steht, hat der Geschäftsmann und Bankier Georg Brentano angelegt. Deshalb heißt die Grünanlage heute Brentanopark. Brentano zahlte dem Bäcker Petri beim Kauf so viel Geld für das Haus, dass dieser sich zur Ruhe setzen konnte und nie wieder arbeiten musste.

Zu Lebzeiten Brentanos wurden das Petrihaus und sein Park von allen möglichen Dichtern, Musikern und Künstlern der Romantik besucht. So geht zum Beispiel das Gerücht, dass Johann Wolfgang von Goethe, während er Brentano besuchte, sein Gedicht über den wohl ältesten Ginkgo Europas geschrieben hat. Der Baum befand sich in Brentanos Garten und steht dort bis zum heutigen Tag.

Nach dem Tod Brentanos übernahmen dessen Kinder das Haus und den Park und gaben es von Generation zu Generation weiter. Erst nach dem Ersten Weltkrieg, infolge der Weltwirtschaftskrise, wurde das Anwesen an die Stadt verkauft. Der Förderverein Petrihaus hält das Bauwerk instand, vermietet es für Veranstaltungen und bietet Führungen an. Bei Renovierungen wurde zwar manches ausgetauscht, einige Elemente aus alter Zeit sind aber noch zu erkennen: So kleben unter den Holzdielen noch Zeitungsartikel, die benutzt wurden um den Holzleim zu trocknen.

Der Förderverein Petrihaus hat 300 ehrenamtliche Mitglieder, darunter sind auch Berühmtheiten wie der frühere Fraport-Chef Wilhelm Bender. Der Verein finanziert sich hauptsächlich durch Spenden. Als nächstes soll mit Hilfe des gesammelten Geldes ein neuer Veranstaltungsraum gebaut werden. Das frühere Atelier ist für die Besucherzahl manchmal zu eng.

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