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Kreuzgemeinde und Kultur- und Geschichtsverein eröffnen Heimatmuseum: Ein Ort für Preungesheims Geschichte

Die Geschichte Preungesheims reicht zurück bis vor das Jahr 772, in dem der Ort erstmals urkundlich erwähnt wurde. Gezeigt wird diese lange Historie künftig im Heimatmuseum, das am Sonntag im Alten Pfarrhaus in der Weinstraße eröffnet.
Joachim Raab legt in den Ausstellungsräumen letzte Hand an, wie hier am alten Uhrwerk der Kreuzkirche. Bilder > Foto: Rainer Rüffer Joachim Raab legt in den Ausstellungsräumen letzte Hand an, wie hier am alten Uhrwerk der Kreuzkirche.
Preungesheim. 

Schon als das alte Uhrwerk 1936 aus dem Turm der evangelischen Kreuzkirche ausgebaut wurde, sei es seit Jahren nicht mehr gelaufen, erzählt Anneliese Gad, auch wenn es einst die Zeit im damaligen Dorf Preungesheim vorgegeben hatte. „Zur 1200-Jahr-Feier von Preungesheim 1972 wurde es noch einmal zum Laufen gebracht“, erinnert sich die Vorsitzende des Preungesheimer Kultur- und Geschichtsvereins. Nun hat sie einen Platz im Museum gefunden, unweit ihres alten Einsatzortes: im Erdgeschoss des alten Pfarrhauses der Kreuzgemeinde.

 

Letzte Arbeiten

 

Noch wird eifrig gewerkelt, der in Preungesheim geborene Architekt, Joachim Raab vom Architekturbüro o5, schneidet die letzten Schilder für die Ausstellung zurecht, seine Kollegen hängen die Schautafeln zur Ausstellung auf. Auch die Handwerker legen letzte Hand an, die Räume müssen am heutigen Freitag fertig sein. Denn übermorgen, Sonntag, 16. August, öffnet das Preungesheimer Heimatmuseum um 11.30 Uhr zum ersten Mal seine Türen für die Öffentlichkeit.

Vor gut vier Jahren, noch bevor also der dreieinhalb Jahre alte Kultur- und Heimatverein gegründet wurde, habe die Planung für das Heimatmuseum begonnen, erzählt Marie-Luise Raab, stellvertretende Vorsitzende des Kultur- und Geschichtsvereins sowie des Kirchenvorstands der Kreuzgemeinde.

Die Ursprünge der Museums-idee reichen fast 20 Jahre zurück, erklärt Anneliese Gad. Damals wurde bei der Renovierung der Kirche nicht nur ein altes, später zugemauertes gotisches Fenster wieder entdeckt. Rechts und links des Fensters kamen zwei Wandbilder zum Vorschein, ein Ritter sowie die Jungfrau Maria samt Jesuskind. Zwei Bilder, die es um jene Zeit im Frankfurter Raum „eigentlich nicht geben dürfte, wie ein Restaurator erklärte“, sagt Gad.

 

Entscheidung fiel 2011

 

Die Entscheidung, ein Museum zu schaffen, fiel 2011. Zusätzlich zum Museumsausschuss der Kreuzgemeinde gründete sich der Kultur- und Geschichtsverein. „Der Verein ist unabhängig von der Gemeinde, viele Mitglieder sind auch nicht evangelisch. Wir wollen die Geschichte unseres Stadtteils abbilden“, sagt Gad. Gleichwohl ist die Kreuzgemeinde ein wichtiger Partner. Nicht nur, weil viele Gemeindemitglieder im Kultur- und Geschichtsverein aktiv sind. Die Gemeinde stellt auch den Raum im Erdgeschoss des 1741 gebauten Pfarrhauses zur Verfügung. Sie zahlt auch die Neugestaltung des Raumes.

Wände und Decke sind weiß, ebenso die Sockel der Vitrinen. Die Sockel mit ihren Schubladen sind mit weiteren Ausstellungsstücken gespickt, die bei Führungen gezeigt werden können. Joachim Raab entwarf das Konzept der Räume. „Die Inhalte steuerte vor allem der Restaurator und Historiker Stephan Döring bei“, sagt Gad. Sechs große Plexiglastafeln in den Fensteröffnungen zeigen in Text und Bild diverse Aspekte und Epochen der Historie Preungesheims.

Derer gibt es viele, angefangen von der Motte (Burg) Bachberg nördlich der Weinstraße und der seit 1215 bestehenden Kreuzgemeinde bis hin zu den beiden Weltkriegen.

Ausgestellt werden alte Werkzeuge und landwirtschaftliche Geräte ebenso wie eine Karte aller Bombentreffer des Zweiten Weltkriegs samt einer Liste der Luftangriffe jener Jahre. Aber auch die amerikanischen Unabhängigkeitskriege, in denen aufseiten der Engländer auch 1200 Hessen, darunter sieben zwangsrekrutierte Preungesheimer, kämpften, werden thematisiert.

Vieles liege noch im Archiv des Vereins, sagt Gad – und diese Schätze sollen nach und nach bearbeitet werden. „Wir planen eine Geschichtswerkstatt, die allen interessierten Bürgern offen steht“, sagt Gad. Ein anderes Projekt ist ein Geschichts-Parcours für Erwachsene und Kinder, der gemeinsam mit Quartiersmanagerin Angela Freiberg entstehen soll.

Eröffnet wird das Museum, Weinstraße 27, übermorgen um 11.30 Uhr von Pfarrer Hans Hofmann, Anneliese Gad und Stephan Döring. Geöffnet ist es donnerstags von 16 bis 19 Uhr, sonntags von 11.30 bis 13 Uhr sowie an jedem letzten Samstag im Monat von 16 bis 18 Uhr. Gruppen können es nach Absprache mit Anneliese Gad besichtigen, die telefonisch unter (0 69) 54 53 31 zu erreichen ist.

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