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Idee bekommt Auftrieb: Ein Quartiersbus für Niederrad

Seit Jahrzehnten wünschen sich die Anwohner des Mainfelds einen Quartiersbus, der das Viertel mit der Niederräder Bruchfeldstraße verbindet. Der Wunsch bekommt jetzt neuen Auftrieb.
Sie fordern den Quartiersbus (v. l.): SPD-Landtagskandidatin Stefanie Then, Waldfried-Anwohner Norbert Szep, SPD-Ortsbeirätin Petra Korn-Overländer, die Mainfeld-Bewohnerinnen Monika Dehlen und Christa Aechtner, Gaby Link sowie Ulrich Marx (Mainfeld-Altenwohnanlage). Foto: Michael Faust Sie fordern den Quartiersbus (v. l.): SPD-Landtagskandidatin Stefanie Then, Waldfried-Anwohner Norbert Szep, SPD-Ortsbeirätin Petra Korn-Overländer, die Mainfeld-Bewohnerinnen Monika Dehlen und Christa Aechtner, Gaby Link sowie Ulrich Marx (Mainfeld-Altenwohnanlage).
Niederrad. 

„Wenn wir einkaufen wollen, laufen wir erst einmal zehn Minuten zur Bushaltestelle der Linie 51 in der Bruchfeldstraße oder in der Triftstraße. Der Bus fährt dann zur Haltestelle Hahnstraße. Von dort sind es noch mal 15 Minuten Fußweg zum neuen Aldi in der Hahnstraße im Lyoner Quartier,“ berichten Monika Dehlen (69) und Christa Aechtner (78), die Anwohnerinnen und Mieterbeiräte der Mainfeld-Siedlung sind. „Wir wünschen uns eine Bushaltestelle direkt im Mainfeld.“ Deshalb sprachen die beiden vor kurzem beim Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling (SPD) vor. „Er hat versprochen, sich zu kümmern“, sagen sie.

Langjährige Forderung

Die Forderung nach einem Quartiersbus für das Mainfeld, wo immer mehr ältere Menschen leben, ist nicht neu. Schon im Jahr 2013 wurden Anträge des Ortsbeirates 5 (Sachsenhausen, Niederrad, Oberrad) gestellt und von der Stadt immer wieder mit dem gleichen Argument abgelehnt: Es lohne sich wirtschaftlich nicht, einen solchen Bus einzusetzen, meint die Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft Traffiq. Die Sache werde aber im Rahmen des neuen Nahverkehrsplans geprüft. Und somit wird das Thema ergebnislos vertagt.

Grundsätzlich ist Niederrad mit den Straßenbahnlinien 12, 15 und 21 sowie den Buslinien 51 und 78 gut an die Innenstadt oder an Sachsenhausen angeschlossen. Diese Linien fahren aber nur entlang der Hauptverkehrsstraßen. Die Ortsteile sind untereinander nicht verbunden und teilweise gar nicht an jene Hauptverkehrsadern angebunden. Das Problem betrifft also nicht nur das Mainfeld, sondern alle Ortsteile in Niederrad: Völlig abgeschnitten sind die Waldfriedsiedlung und der Poloplatz, wo es eine Flüchtlingsunterkunft gibt. Kinder, die dort wohnen, werden sogar mit dem Taxi zur Schule befördert und auch wieder abgeholt. Das Lyoner Quartier jenseits des Bahndamms – hier sind die großen Supermärkte und werden neue Wohnungen gebaut – ist für alle schwer zu erreichen. Das gilt eben auch umgekehrt: Die neuen Bewohner des Lyoner Quartiers sollen auch leichteren Zugang zum Ortskern von Niederrad haben, also zu Geschäften, Restaurants und auch zum Wochenmarkt auf der Bruchfeldstraße.

„Es kann nicht sein, dass das Argument der Wirtschaftlichkeit hier entscheidend sein soll,“ sagt Stefanie Then von der Niederräder SPD, die für den Landtag kandidiert. „Der Nahverkehr ist kommunale Aufgabe. Es liegt einfach auf der Hand, dass hier viele Niederräder Bürger von einem Quartiersbus profitieren würden,“ ergänzt Ortsbeirätin Petra Korn-Overländer (SPD). Quartiersbusse sind im Frankfurter Koalitionsvertrag von CDU/SPD und Grünen wohlwollend erwähnt, sollen gar ausgebaut werden. „Gerade in Stadtteilen, die vor allem in einer Hauptrichtung per ÖPNV an die Innenstadt angeschlossen sind, können Quartiersbuslinien den Nahverkehr innerhalb des Stadtteils verbessern und zusätzliche Fahrgäste an die Hauptlinien heranführen“, heißt es da. Die Formulierung klingt, als wäre sie auf Niederrad zugeschnitten.

Mit dem Taxi zu Aldi

Die Niederräder wollen nicht lockerlassen. Gaby Link hat eine Unterschriftenliste angefertigt, die in diversen Läden von der Alten Apotheke und im „Eisen-Ernst“, dem Reformhaus, bei Schreibwaren Lipp und in der Ziaja Metzgerei ausliegt. Für Link war klar, dass sie sich engagieren möchte, nachdem ihr zwei ältere Damen aus dem Mainfeld vor dem neuen Aldi in der Hahnstraße schier Unglaubliches berichteten: „Hier einzukaufen können wir uns nur noch ein Mal im Monat leisten. Denn wir müssen mit dem Taxi herfahren.“

Indes läuft unter www.ffm.de eine Petition eines Niederräders im Internet. 149 von 200 Unterschriften sind bereits eingegangen, es bleiben noch zwölf Tage. Das Thema wird auch in der heutigen Ortsbeiratssitzung in der Lukaskirche in Sachsenhausen (Gartenstraße 69, 19 Uhr) diskutiert.

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