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50 Meter langer Rundkurs: Ein Skater-Paradies am Marktplatz

Von Als die beiden Skateboard-Fans Carlos Cabrera und Dawid Kopton den ersten „Pumptrack“ in Modulbauweise sahen, dachten die Bergen-Enkheimer: Das können wir auch. Seit gestern steht ihr erster selbst entworfener Rundkurs auf dem Berger Markplatz.
Perfekte Körperhaltung zeigt Ben. Er durfte den Rundkurs gestern schon mal testen und kam dabei ganz schön ins Schwitzen. Bilder > Foto: Leonhard Hamerski Perfekte Körperhaltung zeigt Ben. Er durfte den Rundkurs gestern schon mal testen und kam dabei ganz schön ins Schwitzen.
Bergen-Enkheim. 

Auf der Geraden beschleunigt Ben (12), „pumpt“ sein Skateboard über die kleinen Hügel und durch die kurzen Senken, um Fahrt aufzunehmen. Dann geht er leicht in die Hocke, um durch die steile Kurve zu gleiten. Nach fünf Runden auf dem 50 Meter langen Rundkurs schnappt er nach Luft. „Das ist ganz schön anstrengend.“ Er ist quasi der Testfahrer auf dem hölzernen „Pumptrack“, den sein Vater, Carlos Cabrera (47), und dessen Freund Dawid Kopton (29) entworfen und auf dem Berger Marktplatz aufgebaut haben.

Ein Prototyp

Es ist die erste derartige Piste der beiden Freunde, quasi der Prototyp. Das Geld dafür, immerhin fast 15 000 Euro, kommt aus dem Budget des Ortsbeirats 16. Der hatte sich schon lange eine Skate- und BMX-Anlage für den Stadtteil gewünscht und griff zu, als Cabrera und Kopton einen Platz für ihren ersten Rundkurs suchten.

An nur einem Tag haben die beiden Jungunternehmer nun die vorgefertigten Elemente aufgestellt. Noch am selben Nachmittag inspizierte der Tüv Hessen die fertige Bahn. Von heute an darf der Bergen-Enkheimer Nachwuchs sie ausprobieren.

„Wie viele Schrauben sind locker?“, scherzt Tüv-Hessen-Prüfer Holger Wilner bei frostigen zwei Grad minus kurz vor der Dämmerung – und findet tatsächlich noch zwei, drei Stellen, an denen Cabrera und Kopton noch einmal zum Schraubenschlüssel greifen müssen. An einer Stelle klafft ein Spalt zwischen zwei hölzernen Bauteilen, doch ein einfacher Unterlegkeil sorgt dafür, dass alles passt. „Höchstens acht Millimeter darf so ein Spalt breit sein. Sonst passt ein Kinderfinger dazwischen und das darf nicht sein“, erklärt Wilner. Auch darf es keine Höhenunterschiede geben zwischen zwei Bauteilen, sonst können Kinder mit ihren Rollern oder Skate Boards an einer Kante hängenbleiben.

Mit dem aus mehreren Modulen gefertigten „Pumptrack“, der vor allem aus Holz, aber auch aus Glasfaser besteht, stoßen die beiden Bergen-Enkheimer Entwickler in eine Marktlücke. Denn bislang gibt es in Europa nur zwei Firmen, die derartige Anlagen bauen: Eine kleine in Polen und den europäischen Marktführer Bikepark aus Tschechien.

Dass Cabrera und Kopton ihre Firma DC Movement gründeten und eigene „Pumptracks“ bauen, kommt nicht von ungefähr. Zum einen skaten beide seit ihrer Jugend, bauen ihre „Bretter“ zum Teil selbst. Zum anderen studiert Kopton Maschinenbau. Und bevor der Personal Trainer Cabrera Sport studierte, absolvierte er eine Schlosser- und Industriemechaniker-Ausbildung.

Erste Anfragen

Die Entwürfe entstanden am Computer, erste Modelle der Rampenmodule und die Form für die aus Glasfaser gefertigten Kurvenein- und -ausfahrten im Hof der Familie Cabrera in der Haingasse, nur einen Steinwurf vom Berger Marktplatz entfernt. Während sie die Glasfaserbauteile selbst herstellen, lassen sie die hölzernen Elemente von einer Schreinerei fertigen. „Ein paar Anfragen für weitere Anlagen haben wir bereits“, zeigt sich Kopton optimistisch, dass weitere Aufträge folgen werden. Und so wird der vom Ortsbeirat finanzierte Bau so ganz nebenbei ein Stück Wirtschaftshilfe für ein junges Unternehmen im eigenen Stadtteil.

Nicht allen Bergen-Enkheimern gefällt, dass die Bahn nun auf dem Marktplatz steht. Als die Pläne bekannt wurden, versuchten einige Anwohner, den Plan aus Angst vor Lärm zu stoppen. So auch Ulrich Amrhein, der direkt neben der neuen Skate-Anlage wohnt. „Wir haben alle unsere Schlafzimmer zum Marktplatz hin. Und wie man heute gemerkt hat, ist die Bahn laut. Es gäbe sicherlich bessere Standorte als direkt vor einem Wohnhaus.“ Etwa am Sportplatz am Landgraben, schlägt er vor.

Doch einen anderen Standort zu finden, sei eben nicht einfach gewesen, sagt Katharina Fuß vom Grünflächenamt. Eben sollte er sein und nicht allzu weit abseits liegen, so dass Kinder und Jugendliche die Bahn gut nutzen können. Schließlich sollen Kinder aller Altersgruppen die Bahn nutzen, mit jeder erdenklichen Art von Fahrzeugen – vom Roller bis hin zum Mountainbike. „Und manchmal muss man Dinge einfach ausprobieren. Sollten die Nachbarn wirklich gestört werden, kann man die Anlage auch einfach wieder abbauen.“

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