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Ultimate Frisbee am Frankfurter Berg: Ein ultimativer Spaß

Als gestern die Junioren-Europameisterschaft im Ultimate Frisbee begannen, waren auch die Frankfurterinnen Pauli und Ida im U 17-Nationalteam mit dabei. Gelernt haben sie ihren Sport am Frankfurter Berg, wo sie wohnen – und wo seit 15 Jahren eine Mannschaft im Wohnprojekt Prowokulta besteht.
Pauli beim letzten Training vor dem Start der Europameisterschaft am Frankfurter Berg. Bilder > Foto: Heike Lyding Pauli beim letzten Training vor dem Start der Europameisterschaft am Frankfurter Berg.
Frankfurter Berg. 

Ein kurzer Sprint, und Pauli (14) hat sich frei gelaufen, bekommt von Dani (39) die Frisbee-Scheibe zugespielt. Pauli bleibt stehen, schaut, irritiert mit einer Körpertäuschung Orestis (15), ihren Gegenspieler, und spielt die Scheibe weiter. Ultimate Frisbee heißt der Sport, der hier am Ulmenweg, beim Wohnprojekt Prowokulta, schon seit 15 Jahren betrieben wird. Seit gut zehn Jahren bilden sie einen Kern der Ultimate Frisbee Mannschaft der Eintracht, einige wie Daniela (Dani) Keiling und Axel Baier (34) waren schon bei Deutschen und Europa-Meisterschaften dabei. Nun ist der Nachwuchs an der Reihe: Mit Pauli und Ida (14), den beiden einzigen Frankfurtern in der deutschen U 17-Nationalmannschaft, die seit gestern bei der Ultimate Frisbee Europameisterschaft (EM) in Nied an den Start gehen (siehe Artikel unten).

 

Keine Schiedsrichter

 

Zugeschaut hat Pauli schon mal bei einer Europameisterschaft, gespielt hat sie „nur“ bei der Deutschen Meisterschaft, im Senioren-Wettbewerb, trotz des jungen Alters. „Eine EM ist noch mal etwas anders, die ist wesentlich größer“, sagt Ida. Vor allem beim Spiel wird es nicht einfach, sich mit den anderen Mannschaften auf Englisch auszutauschen, vermutet sie. Dabei ist das wichtig, denn es gibt keine Schiedsrichter (siehe Infobox).

Info: Das ist „Ultimate Frisbee“

Ultimate Frisbee ist ein Mannschaftssport, der weltweit in mehr als 40 Ländern von etwa 5 Millionen Menschen gespielt wird, und zwar mit einer 175 Gramm schweren Kunststoffwurfscheibe (Frisbee).

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Während die Erwachsenen am Frankfurter Berg schon vor 15 Jahren den Weg zum Ultimate Frisbee fanden, entdeckten die Jugendlichen des Wohnprojekts den Sport erst vor zwei Jahren für sich, erzählt Axel Baier, der den Nachwuchs mit Dani Keiling trainiert. „Wir haben uns immer eine Jugendmannschaft gewünscht – und dann ist es einfach in den Herbstferien passiert.“ Die Erwachsenen spielten, die Jugendlichen kamen hinzu – und seitdem trainieren sie zwei Mal pro Woche. An einem dritten Tag trifft man sich zum freien Spiel auf der Wiese hinter dem Haus. Inzwischen kommen auch andere Kinder aus dem Stadtteil gelegentlich zum Training.

Seit knapp drei Jahren bieten Baier und Keiling auch eine AG an der Albert-Schweitzer-Schule an, für die Dritt- und Viertklässler. „Es ist fantastisch, wie viel Spaß Frisbee denen macht. Das funktioniert richtig gut“, freut sich Axel Baier. Im kommenden Schuljahr bieten sie an der Integrierten Gesamtschule Herder im Ostend ebenfalls eine AG an.

Zusammen mit der Eintracht und den Schulsportkoordinatoren organisiert Baier seit zwei Jahren auch eine Stadtschulmeisterschaft. „Im ersten Jahr waren es sieben Mannschaften, letztes Jahr zwölf, jetzt waren es 20.“ Ida und Orestis, die an der Musterschule sind, wurden dabei Vizestadtmeister. „Die anderen im Schulteam waren noch nicht so gut. Aber wir haben sie schon überredet, ab und zu mit uns am Frankfurter Berg zu trainieren. Dann gewinnen wir hoffentlich nächstes Jahr“, sagt Ida.

Ehrgeiz, sagt Axel Baier, hat der Nachwuchs vom Frankfurter Berg. „Die sind heiß aufs gewinnen, wollen ihre Deutsche Meisterschaft, ihre Europameisterschaft spielen. Nicht verbissen, aber schon mit großem Anspruch an sich selbst. Sie trainieren gut, haben tolle Würfe drauf. Ich hoffe, sie werden mal ein starker Teil des Eintracht-Teams.“

 

Den Geist des Spiels achten

 

Lob für die Arbeit speziell von Axel Baier kommt auch vom Leiter der Ultimate-Jugend beim Deutschen Frisbeesport Verband (DFV), Domink Dannehl. „Axel Baier hat die Jugendarbeit in Frankfurt ins Leben gerufen, fährt auf viele Turniere und achtet sehr auf den Geist des Spiels.“ Nicht nur am Frankfurter Berg, auch bei der Eintracht, deren gut 100-köpfige Frisbee-Abteilung inzwischen zur Hälfte aus Jugendlichen besteht.

Ähnlich wie in Frankfurt wächst in ganz Deutschland die Nachwuchsarbeit, sagt Dannehl. Ältestes Ultimate Frisbee-Zentrum sei Heilbronn, etwa Bad Rappenau, wo Studenten den Sport vor 15 Jahren einführten. „Dort begann auch die erste gezielte Jugendarbeit, weil viele Lehrer das Spiel von der Uni kannten und in den Schulsport einbrachten.“ Ein weiteres Zentrum der Jugendarbeit sei Westfalen mit Osnabrück, Münster und Beckum. Noch heute verbreite sich der Sport vor allem über Schulen. Der Verband arbeite daher an einem Leitfaden für Ultimate Frisbee im Sportunterricht. In Frankfurt ist das ähnlich, sagt Axel Baier – und bittet Schulen, die Ultimate Frisbee als AG anbieten wollen, unter www.ultimate-eintracht.de Kontakt zur Frisbee-Abteilung der Eintracht aufzunehmen.

(hau)
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