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Flächennutzungsplan: Eine Chance für „Bergen-Nord“: Bauerlaubnis trotz Fluglärms?

Im Norden von Bergen darf nicht gebaut werden, weil dort wegen des Fluglärms ein Siedlungsbeschränkungsgebiet ist. Im Entwurf zum Flächennutzungsplan ist diese Einschränkung aber nicht mehr enthalten.
Auf den Feldern nördlich von Bergen wünscht sich der Ortsbeirat mehrheitlich ein neues Baugebiet. Foto: Leonhard Hamerski Auf den Feldern nördlich von Bergen wünscht sich der Ortsbeirat mehrheitlich ein neues Baugebiet.
Bergen-Enkheim. 

Platz für neue Baugebiete ist in Bergen-Enkheim Mangelware. Zurzeit wird nach 40 Jahren Vorlauf das letzte Baugebiet an der „Leuchte“ im Süden Enkheims entwickelt. Freie Flächen im Stadtteil liegen ansonsten im Landschaftsschutzgebiet oder wegen des dortigen Fluglärms in einem Siedlungsbeschränkungsgebiet – und in beiden darf nicht gebaut werden. Vor allem die CDU warb im vergangenen Jahr dafür, ein Areal zwischen dem Nordring und der nördlichen Umgehungsstraße L 521 aus dem Siedlungsbeschränkungsgebiet herauszulösen und dort ein Baugebiet zu entwickeln (wir berichteten). Eine Möglichkeit, die auch der Magistrat sieht: Die Siedlungsbeschränkung könne rechtlich entfallen.

Bergen ist nicht betroffen

Zurzeit werde der Landesentwicklungsplan (LEP) Hessen überarbeitet, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme des Magistrats an den Ortsbeirat 16 (Bergen-Enkheim). Die im Entwurf enthaltenen Siedlungsbeschränkungsgebiete seien „deutlich kleiner als im derzeit geltenden Regionalen Flächennutzungsplan, so dass auch das potenzielle Baugebiet Bergen-Nord nicht mehr davon betroffen wäre.“

Bereits im Juli habe die Stadt Frankfurt in einer Stellungsnahme zum Planentwurf diesen Umstand begrüßt, erläutert die Verwaltung. Sie werde sich „für eine Übernahme in den Regionalen Flächennutzungsplan einsetzen unter der Voraussetzung, dass dem Lärmschutz der Bevölkerung ausreichend Rechnung getragen wird.“

Dass dort künftig gebaut werden könne, sei damit aber noch nicht sicher, heißt es in der Stellungnahme an den Ortsbeirat. Dem Regionalen Flächennutzungsplan übergeordnet sei der Regionalplan Südhessen, der für den ganzen Regierungsbezirk Darmstadt. Diesen beschließt die Planungsversammlung Südhessen – und die könne die Ausdehnung der Siedlungsbeschränkungsgebiete anders beschließen.

CDU wirbt fürs Baugebiet

Vor allem den CDU-Fraktionsvorsitzenden im Ortsbeirat 16, Michael Reiß, dürfte die Nachricht freuen. Im Sommer hatte er bei einer Führung für das Neubaugebiet geworben. Auch eine im August vom Ortsbeirat auf den Weg gebrachte Bitte an die Stadt, auf eine Aufhebung der Siedlungsbeschränkung hinzuarbeiten, ging auf ihn zurück.

Dass eine Mehrheit des Ortsbeirat 16 ein Neubaugebiet begrüße, sei bemerkenswert, sagt Planungsamts-Sprecher Mark Gellert. Meist wendeten sich Stadtteilpolitiker gegen Neubaugebiete. „Aber es ist noch nicht sicher, dass in Bergen-Nord gebaut werden kann.“ Wenn der Flächennutzungsplan und der Regionalplan geändert würden, wäre das „ein erster Schritt, mehr nicht“. Änderungen seien im Zuge der Beschlussfassung immer möglich. „Auch wir haben einige Änderungswünsche. Etwa beim geplanten neuen Stadtteil im Nordwesten, wo wir einen im Entwurf stehenden Abstand der Wohnbebauung von 400 Metern zur Hochspannungsleitung zu groß finden.“

(hau)

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