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Stadtpolitik: Eine Million Euro für Frankfurter Tennisvereine

Höhere Zuschüsse und zusätzlich eine Million Euro stellt die Stadt in diesem Jahr den hiesigen Tennisvereinen in Aussicht. Aus dem Füllhorn kann sich jeder bedienen, der rasch investiert. Die kleinen Klubs fürchten, dabei abgehängt zu werden.
(c) dpa - Bildfunk+++ Foto: Rhona Wise (EPA) (c) dpa - Bildfunk+++
Frankfurt. 

Mit zwei frohen Botschaften war Sportdezernent Markus Frank (CDU) am Montagabend zu einem Treffen mit den hiesigen Tennisvereinen gekommen – wohl auch, um das angekratzte Image der von ihm beschworenen Sportstadt aufzupolieren. In der Entscheidung von März, die Tennisanlage im Stadtwald für Funktionsgebäude der Eintracht zu opfern und damit auch das Leistungszentrum des Tennisbezirks, sahen sich viele Kritiker bestätigt: Die Stadt mache viel zu viel für den Fußball.

Nun erhalten die Tennisvereine eine Kompensation in Höhe von einer Million Euro, das Füllhorn ist per Koalitionsantrag auf dem Weg. Wer wie viel bekommt, entscheiden die Vereine. Es gilt: Wer zuerst kommt, malt zuerst. Mit Blick auf die Zinssätze ermunterte Frank die ein Dutzend Vertreter: „Jetzt ist die beste Zeit für Investitionen.“

Zumal der Sportdezernent noch ein Zuckerl zum Treffen beim Hessischen Tennisverband in Offenbach mitgebracht hatte. Noch 2017 will die Stadt Projekte mit 50 Prozent bezuschussen statt wie bisher mit 40 Prozent, vorausgesetzt, der Verein weist 40 Prozent Jugendliche als Mitglieder auf. Politisch sei auch das so gut wie abgesegnet, so Frank. Ob das alles auch für die kommenden Jahre gilt, steht noch nicht fest.

Für die zehn großen unter den 42 Frankfurter Vereinen könnten sich die Soforthilfen lohnen. Der TC Bergen-Enkheim etwa, der eine Dreiplatzhalle plant, bekäme bei einem Volumen von 1,6 Millionen Euro gut 800 000 Euro. Von solchen Summen können die kleinen Clubs nur träumen. Schwarz-Weiß Griesheim konnte sich irgendwann den Unterhalt für seinen vierten Platz nicht mehr leisten. Neuerdings leidet der Verein unter einem Teufelskreis: Mit Werbung und Aktionen gewann er 40 Jugendliche aus den Neubauten im Europaviertel und am Römerhof, doch weil der Club keine Halle hat, wanderten im Winter 30 Neuzugänge wieder ab.

Den TC Heimgarten mit seinen sechs Plätzen am Huthpark nahe der Friedberger Warte plagen andere gängige Sorgen: Umgeben von Landschaftsschutzgebiet, kann er nicht expandieren. „Dabei rennen uns die Neubürger am Frankfurter Bogen die Hütte ein“, sagte Heimgarten-Chef Bernd Nachtwey. Stadtrat Frank versprach, in nötigen Verhandlungen mit der Unteren Naturschutzbehörde stets für den Kompromiss zu streiten. Dass das mancherorts schwierig wird, deutete er nur an.

So bleibt ein Masterplan für das Hauptproblem Wunschdenken: Manche Region der Stadt kann das wieder stärker werdende Interesse am Weißen Sport nicht bedienen, zumal in vielen Tennishallen von einst nur noch gekickt wird. Reimund Bucher vom Tennisbezirk, der für seine „Tennisoffensive“ bei Dezernent Frank hartnäckig geworben hat, sieht da vor allem die kleinen Vereine in der Pflicht: „Es wird Zeit, dass die sich zusammentun und gemeinsam nach Lösungen suchen.“

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