Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 15°C

Cargo-City-Prozess: Eine Million für ein Jahr Knast?

Der Korruptionsprozess um die &"Cargo City Süd" drehte sich gestern um ein angebliches Angebot des Maklers Uwe S. an den Investor Ardi Goldman.
Lächelnd im Landgericht: Investor Ardi Goldman. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Lächelnd im Landgericht: Investor Ardi Goldman.
Frankfurt. 

Hat der Immobilienmakler Uwe S. dem Investor Ardi Goldman angeboten, gegen die Zahlung von einer Million Euro ein Jahr für ihn ins Gefängnis zu gehen? Um diese Frage drehte sich der gestrige Verhandlungstag im Korruptionsprozess um die „Cargo City Süd“. Befragt wurden der Kriminalhauptkommissar Wolf K. und die Kriminaloberkommissarin Anne W.. Beide arbeiteten früher beim für Korruptionsbekämpfung zuständigen Kommissariat 65 der Frankfurter Polizei. Der Vorsitzende Richter Christopher Erhard ging mit den Beamten das Protokoll einer Vernehmung des Immobilienkaufmanns Andreas P. durch. Darin brachte dieser das angebliche Angebot – eine Million Euro gegen ein Jahr Knast – zur Sprache.

Andreas P., der mit Uwe S. befreundet und mit Goldman gut bekannt war, soll zum Zeitpunkt einer gerichtlich auferlegten Kontaktsperre zwischen den beiden bereits angeklagten Männern vermittelt und auch Treffen zwischen ihnen arrangiert haben. Bei Nachermittlungen, die die Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei nach Bekanntwerden der Vorgänge wegen des Verdachts auf Verdunkelung geführt hatten, berichtete Kaufmann Andreas P. in einer Vernehmung, dass der Makler Uwe S. ihn gebeten habe, Ardi Goldman über den „Tarif“ für die Übernahme einer Haftstrafe von einem Jahr zu informieren. Dieser liege bei einer Million Euro.

Am gestrigen Verhandlungstag ging es um die Frage, ob der Makler das nur so dahingesagt hat oder ob er Andreas P. tatsächlich beauftragte, dem Investor ein entsprechendes Angebot zu unterbreiten. Kriminaloberkommissarin Anne W. sagte, dass die Ermittler in diesem Punkt deutlich nachgehakt hätten. Ihrer Einschätzung nach habe Uwe S. kein konkretes Angebot machen wollen. Es sei eher um die Weitergabe einer Information im Sinne von „Das kannste dem Ardi ja mal sagen“ gegangen. Deshalb habe sie das Wort „Vorschlag“ im Vernehmungsprotokoll auch in Anführungszeichen gesetzt.

Dieser Einschätzung widersprach Goldman in einer spontanen Erklärung nach der Befragung. Der Investor betonte, der Makler Uwe S. habe ihm sogar vier Millionen Euro für vier Jahre Haft anbieten lassen. S. habe das Geld in bar, in einer Plastiktüte haben wollen.

Einen Widerspruch zu einer Einlassung des Maklers vor einigen Wochen brachte der Prozesstag ebenfalls zutage: Während Uwe S. behauptet hatte, dass Goldman über Andreas P. den Kontakt zu ihm gesucht habe, sagten beide Polizisten, dass die Initiative zur Vermittlung ihrer Erinnerung nach von S. ausgegangen war.

Übrigens kündigte der Anwalt des früheren Fraport-Abteilungsleiters Volker A. gestern eine Einlassung seines Mandanten an. A. ist der einzige der fünf Angeklagten, der sich noch nicht geäußert hat.

(chc)
Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse