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Veranstaltungsreihe in der Taunusstraße: Eine bewachte Insel im Bahnhofsviertel

Die Taunusstraße soll attraktiver werden. Dafür engagiert sich das Projekt „Taunusstraße Arts & Bites“. Am Freitagabend erfolgte der Startschuss.
Bands trugen dazu bei, dass die versteckt gelegene Kaiserpassage mit Leben erfüllt wurde. Bilder > Foto: Michael Faust Bands trugen dazu bei, dass die versteckt gelegene Kaiserpassage mit Leben erfüllt wurde.
Frankfurt. 

Es ist wie eine Oase der Gutsituierten, das „Taunusstraße Arts & Bites“, kurz TAB. Der Weg über die Taunusstraße zur Kaiserpassage, welche die Taunus- mit der Kaiserstraße verbindet, führt durchs Rotlichtmilieu, vorbei an zahlreichen Drogenkonsumenten. Es ist Freitagabend und es wird getrunken, gespuckt und gegrölt. Zwei Besucherinnen erzählen: „Der Taxifahrer wollte uns erst gar nicht hier rauslassen.“ Der kleine Eingang zur Passage wird von Sicherheitspersonal bewacht.

Ganz anders sieht es hinter den Männern in Schwarz aus: Dort herrscht Straßenfest-Stimmung. Latino-Rhythmen, welche die Bands vom frühen Abend abgelöst haben, dringen aus der Mitte der Passage, es riecht nach afrikanischen Gewürzen und internationalem Streetfood. Cocktails, Bier und Apfelwein sorgen für eine fröhliche Stimmung. Die Besucher der Auftaktveranstaltung des „Taunusstraße Arts & Bites“ sprechen zum größten Teil akzentfreies Deutsch.

„Sicher gibt es einen großen Kontrast zum Rest der Straße, aber irgendwo muss man ja anfangen“, meint der Frankfurter Stadtrat und TAB-Schirmherr Markus Frank (CDU), der sich mit dem zweiten Schirmherr, dem Musiker Daniel Wirtz, und örtlichen Gewerbetreibenden zusammengetan hat, um das TAB zu organisieren. Es wird zunächst sechs Monate lang verschiedene Veranstaltungen rund um Kunst, Köstlichkeiten und Getränke in der Taunusstraße bringen. Die Stadt Frankfurt schießt einen fünfstelligen Betrag zu.

 

Bar-Abend statt Leerstand

 

„Wir sehen die Kaiserpassage als Nukleus, von dem aus sich unser Projekt auf den Rest der Taunusstraße ausbreiten soll“, erklärt Frank. So ist zum Beispiel für den kommenden Samstag ein Bar-Abend in einem leerstehenden Juweliergeschäft geplant. Die Idee dahinter: „Wir wollen, dass wieder mehr normale Bürger in die Straße kommen“, erklärt der Ordnungsdezernent. Dann werde sich die Drogenszene nicht mehr so wohlfühlen. „Dieser Ansatz ist besser, als allein auf Polizeiarbeit zu setzen.“ Ziel ist es, dass die Taunusstraße eine ähnliche Entwicklung durchmacht wie ihre Nachbarn, die Münchner und die Kaiserstraße. „Dort hat sich vieles getan, obwohl es bis vor wenigen Jahren noch genauso aussah wie hier“, berichtet der Dezernent.

Für den Besitzer der Kaiserpassage ist zudem die Nutzung von Leerstand von Belang: Die fünf Verkäufer der meist etwa fünf Euro teuren Gerichte von Chicken-Curry bis Hummus bauten ihre Stände am Freitagabend in sonst leerstehenden Läden auf. Eine Belebung der sonst ab 20 Uhr geschlossenen Passage werde „mehr Drive“ in die Gegend bringen, wie Frank sagt.

Für die Händler vor Ort geht es um ganz konkrete Umsatzprobleme: In der Münchner Straße schließt ein Mobilfunk-Händler samstags seinen Laden, denn „da kommen keine Banker; und Junkies kaufen nichts“. Ein Gemüsehändler aus der Taunusstraße klagt über die Abschreckung vieler Kunden: „Die Junkies werfen ihre Spritzen in meine Gemüsekisten.“

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