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Umzug beginnt bald: Eine kleine Stadt für Senckenberg

Von Wo früher die Goethe-Uni war, richtet sich jetzt für 116,8 Millionen Euro die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ein. Die Alte Physik ist fast fertig.
Prof. Andreas Mulch, stellvertretender Generaldirektor, zeigt einen  der – noch leeren – Sammlungsräume. Viel Platz für das Herbarium. Bilder > Foto: Heike Lyding Prof. Andreas Mulch, stellvertretender Generaldirektor, zeigt einen der – noch leeren – Sammlungsräume. Viel Platz für das Herbarium.
Frankfurt. 

Von außen sieht das Gebäude so gut wie fertig aus, im Inneren arbeiten die Handwerker mit Feuereifer. Zwei Wochen haben sie noch, dann werden in das komplett sanierte und umgebaute ehemalige Uni-Gebäude die ersten Sammlungsobjekte der Senckenberger hinübergetragen. Ab Juni ziehen die Mitarbeiter der Forschungsgesellschaft an ihre neuen Arbeitsplätze.

„Wir haben immer noch eine große Baustelle vor uns, und zum Ende wird es natürlich hektisch. Aber wir sind noch in allen Rahmen“, resümiert Projektleiter Gerd Mangel. Gestern gab er gemeinsam mit dem Architekten Peter Kulka eine Führung durch das neu entstehende Reich der Naturforscher, zu dem neben dem bisherigen Sitz über und hinter dem Museum und der Alten Physik künftig auch noch der Jügelbau, das frühere Haupt- und Hörsaalgebäude der Uni, gehören wird. Bis März 2018 sollen Umbau und Einzug vollendet sein.

Wie eine Hauptstraße

Kulka spricht von der Senckenberg-Stadt, durch die eine „Hauptstraße“ führe. Gemeint ist eine neue Verbindungsachse durch alle drei Gebäude, die mit zwei neuen Glasbrücken geschaffen wurde. Wenn alles fertig ist, führt der Weg beispielsweise durch das großzügige Foyer des Jügelhauses hinauf in den ersten Stock, von dort durch die erste Brücke ins Museum, vorbei an lebensechten Panoramen für Elch, Wildschwein und Bär und hinüber zur Alten Physik. Dort liegt gleich hinter der zweiten Glasbrücke der neue Hörsaal, in dem die in frischem Hellgrün gehaltenen Stühle noch in Folien stecken.

Fast im Finanzrahmen

Im Jahr 2010 war der Beschluss gefallen: Nach dem Wegzug der Goethe-Uni auf den Campus Westend sollen ihre prominentesten historischen Gebäude – die Alte Physik und der Jügelbau – an die

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Auch wenn für den Einzug der Wissenschaftler in den Gebäuden beinahe jeder Stein angefasst, Decken herausgeschlagen, Wände umgesetzt und die Dächer vollkommen neu aufgesetzt wurden – insgesamt wirkt der Umbau wie eine heilende Kur auf die historischen Gemäuer. Denn viele Teile der alten Baustruktur – Stuck, Sandsteintreppen, Wandschmuck – wurden von Rigips, Bodenbelägen und anderen Überbauten befreit und sichtbar vorsichtiger als in der Vergangenheit neben modernen Strukturen erhalten.

22 Millionen Stücke

Dabei steckt jetzt in den Gebäuden mehr Technik denn je: Ein Großteil der Räume dient als Archiv für die riesigen Sammlungen der Naturforscher: Steine, Mineralien, Fossilien, Pflanzen, Insekten, die halbe Tierwelt konserviert in Formalin – insgesamt 22 Millionen Sammlungsobjekte. Manche davon müssen bei kühlen Temperaturen gelagert werden, andere brauchen es wärmer . . . Und für alle müssen besondere Vorkehrungen für den Brandschutz getroffen werden. Die nötige Haustechnik steckt unter den Dächern beziehungsweise in einem neu errichteten Dachaufbau über dem Jügelbau. „Anders hätten wir das nicht unterbringen können“, begründet Kulka diesen von außen augenfälligsten Eingriff in die alte Architektur. Die großen, dunklen Dachflächen waren in der Entwurfsphase kritisiert worden, nachdem sie gebaut sind, gab es noch keine lauten Wortmeldungen.

Einen besonders guten Blick auf die neue Dachlandschaft haben die Mitglieder des Physikalischen Vereins, wenn sie demnächst zu ihrer Sternwarte hinaufsteigen. Deren Kuppel und der umlaufende Balkon sind bereits fertig, das Innere richtet der Verein selbst her. Dazu erhält er Räume im Dach- und im Erdgeschoss und wird den neuen Hörsaal nutzen.

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