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Tradition: Einfach Kult: Der Ebbelwei-Express dreht seit 40 Jahren seine Runden

Von In vier Jahrzehnten hat der Ebbelwei-Express rund 1,5 Millionen Fahrgästen das Frankfurter Lebensgefühl näher gebracht. Heute feiert die Verkehrsgesellschaft das 40-jährige Bestehen und lässt dessen Fahrgäste einen Tag lang kostenlos mitfahren.
Gerade für Touristen, wie hier japanische Sportler im Jahr 1987, ist die urige Straßenbahn ein Muss bei einem Frankfurt-Besuch. Ob der hüpfende Japaner vor der Aufnahme bereits ein Glas Ebbelwei getrunken hatte, lässt sich nicht mehr rekonstruieren. Gerade für Touristen, wie hier japanische Sportler im Jahr 1987, ist die urige Straßenbahn ein Muss bei einem Frankfurt-Besuch. Ob der hüpfende Japaner vor der Aufnahme bereits ein Glas Ebbelwei getrunken hatte, lässt sich nicht mehr rekonstruieren.
Frankfurt. 

Es hat sich viel getan im Frankfurter Nahverkehr in den vergangenen vier Jahrzehnten: Im Jahr 1978 wurde in der Mainmetropole das S-Bahn-Netz eingeweiht. Ende der 1980er stand die Stadt vor der Stilllegung der Straßenbahnen, entschied sich aber nach heftigen Diskussionen doch dagegen. Ein weiterer Meilenstein war die Verlängerung der Straßenbahnlinie 17 nach Neu-Isenburg Ende 2014.

Ein öffentliches Frankfurter Verkehrsmittel drehte in all jenen Jahrzehnten unbeirrt seine Runden durch die Stadt und macht dies nach wie vor: Der „Ebbelwei-Express“.

Die Inbetriebnahme des „Ebbelwei-Express“ vor 40 Jahren feiert die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) nun heute gebührend. Das Unternehmen lädt daher von 13 Uhr bis 21 Uhr in seinen Betriebshof im Gutleutviertel ein. Besucher erreichen das Areal über die Heilbronner Straße.

Bilderstrecke Kultgetränk Apfelwein - Eine Zeitreise rund ums Stöffche
Das goldfarbene Stöffche schmeckt den Hessen schon seit Jahrhunderten. Apfelwein ist aber nicht nur ein bis heute beliebtes Erfrischungsgetränk, sondern ein hessisches Kulturgut mit vielen Facetten. Für viele ist der Ebbelwei einfach nur "Kult". Wir haben uns auf eine Zeitreise begeben und einige Impressionen vergangener Tage in einer Bilderstrecke zusammengefasst.Impression von der Ausstellung "Apfelwein macht schön, schlank und schlau" im Haus zum Löwen in Neu-Isenburg, Jahr unbekannt. So riesig war der Bembel im Garten „Zur Erholung“ – im Inneren war Platz für ganze Kartenspielgesellschaften.Eine Apfelpresse aus dem 18. Jahrhundert.

Die vier Motoren- und sechs Beiwagen, aus denen die Ebbelwei-Flotte der VGF besteht, sind jedoch nicht erst seit Ende der Siebziger im Einsatz, sondern zählen zu den ältesten Fortbewegungsmitteln auf Frankfurts Gleisen. Denn bevor sie im Jahr 1977 ihren feuchtfröhlichen Rentnerjob antraten, hatten die Wagen bereits 25 Jahre Dienst als gewöhnliche Straßenbahnen auf dem Buckel.

Idee aus den 1930er Jahren

Die Stadtwerke suchten damals nach Wegen, wie sie Frankfurt und seine Sehenswürdigkeiten Touristen näher bringen konnte. Die Wahl fiel auf eine fahrende Apfelweinkneipe. Als Inspiration diente die sogenannte Linie 0, eine Tram, die in den 1930er-Jahren Fahrgäste zu einem Glas Apfelwein durch Frankfurt fuhr. Für die Unterhaltung sorgte ein Schaffner, der auf einem Grammophon volkstümliche hessische Lieder spielte.

Mit der Neugestaltung der Straßenbahn-Oldtimer wurde im Januar 1977 das Künstlerpaar CM und Estine Estenfelder beauftragt. Einen Monat lang arbeiteten die beiden Tag und Nacht an Entwürfen. Gemeinsam mit der Schildermalerei Rückert wurden die maßstabsgetreuen Pausen für die Übertragung der Motive auf die Bahn angefertigt und Farbtöne festgelegt. Bemalt wurde die Straßenbahnflotte schließlich im damaligen Depot Bornheim.

Bilderstrecke 15 gute Gründe, warum wir Frankfurt einfach lieben
Ganz klar, uns gefällt Frankfurt ziemlich gut. Hier sind 15 Gründe, warum wir die Stadt lieben. Die Skyline: Nicht umsonst heißt Frankfurt auch Mainhattan. Unsere glänzenden Hochhausfassaden und die Skyline sind einmalig in der Bundesrepublik, ja ganz Westeuropa.Egal, wo die Adlerträger in der Tabelle stehen – die Stimmung im Stadion ist erstklassig. Die SGE ist Kult, nur die Ultras nerven. Sprüche wie „Unser Training war so geheim, dass wir manchmal selbst nicht zuschauen durften“ (Bernd Hölzenbein) sind legendär, und der neue „Prinz“ bereits ein Hoffnungsträger.Tierisch: Wir lieben die Erdmännchen. Und den Borgoriwald. Und das Grzimek-Haus. Keine Frage: Unser Zoo ist tierisch gut.

Als der Ebbelwei-Express am 7. Februar 1977 seine Jungfernfahrt antrat, präsentierte er sich in einer zeitlosen Aufmachung, die ihn fortan selbst zu einer Sehenswürdigkeit der Mainmetropole machte: Das Wagendach wurde als leicht bewölkter blauer Himmel gestaltet. Auf der Außenverkleidung prangte mit Johann Wolfgang von Goethe Frankfurts berühmtester Sohn inmitten von Bembeln und Fassaden Frankfurter Wahrzeichen wie dem Römer.

„Damals war gar nicht geplant, dass der Ebbelwei-Express so viele Jahre unterwegs sein würde“, sagt Karola Brack von der VGF. Und ein Ende der Fahrten, ein Schwinden der Anziehungskraft des Vehikels ist auch heute nicht in Sicht. Rund 1,5 Millionen Fahrgäste, schätzt man bei der VGF, hat der Express in vier Jahrzehnten durch Hessens größte Stadt transportiert und vielen Touristen zu Stöffchen und Brezeln verleitet und damit gleich das Frankfurter Lebensgefühl vermittelt. Doch auch für alteingesessene Frankfurter hat die Bahn in vier Jahrzehnten nichts von seinem Charme eingebüßt und stellt nicht selten eine Alternative zu den Straußenwirtschaften in der Stadt dar.

Notfall-Einsatz

Doch die Kult-Tram darf nicht immer nur ihr Altenteil genießen. Im Jahr 2013 bewies sie, dass sie es noch immer locker mit der modernen Straßenbahn-Flotte aufnehmen kann: Eisregen hatte das Frankfurter Straßenbahnnetz lahmgelegt. Die VGF setzte daraufhin die robusten Oldtimer aus den 1950er Jahren ein, um die Eispanzer der Oberleitungen abzukratzen und liegengebliebene neuere Modelle abzuschleppen.

Ansonsten aber verkehrt der Ebbelwei-Express nur an Wochenenden. Start- und Ziel ist die Wendeschleife am Frankfurter Zoo. Von dort geht es an Samstagen und Sonntagen durch die Altstadt, die Innenstadt, das Bahnhofsviertel, vorbei am Messegelände durch das Ebbelwei-Viertel in Alt-Sachsenhausen und wieder zurück.

Erwachsene zahlen für eine Fahrt 8 Euro, Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre zahlen 3,50 Euro. Im Fahrpreis enthalten ist wahlweise eine Flasche Apfelwein, Apfelsaft oder Mineralwasser und eine Tüte Brezeln. Gespräche mit dem Fahrer sind zwar tabu, dafür bietet die VGF einen Ebbelwei-Express-Podcast an, womit die Tour den Charakter einer Stadtrundfahrt erhält.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.vgf.de.

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