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Keine gravierenden Einschränkungen, Kleingärten müssen weichen: Einigung bei Baugebiet für Innovationsquartier

Von Trotz anhaltender Proteste will die schwarz-rot-grüne Koalition im Römer das umstrittene Innovationsquartier mit 1500 Wohnungen nur mit kleinen Änderungen realisieren. Das heißt: Die Freizeitgärten müssen weichen. Offen ist noch, wie lang die Einhausung der A 661 wird.
Bürgerinitiativen versuchen seit Monaten, das Innovationsquartier zu verhindern. Doch die Römer-Koalition will auf die Bebauung nicht verzichten. Bürgerinitiativen versuchen seit Monaten, das Innovationsquartier zu verhindern. Doch die Römer-Koalition will auf die Bebauung nicht verzichten.
Frankfurt. 

Acht Monate lang haben CDU, SPD und Grüne um eine gemeinsame Position zum Ernst-May-Viertel im Nordend gerungen. Am Donnerstag traten die drei Fraktionschefs gemeinsam vor die Presse. „Wir gehen beim Wohnungsbau gemeinsam voran“, trat Michael zu Löwenstein (CDU) dem Eindruck entgegen, die Koalition könne sich nicht über Baugebiete einigen. „Wir sind handlungsfähig und wollen das auch bleiben.“

Beim Innovationsquartier – dem ersten Abschnitt des Ernst-May-Viertels – habe man den Dialog mit den Bürgern gesucht und deshalb etwas mehr Zeit für die Entscheidung benötigt. „Wir haben vieles aufgenommen, was die Leute gesagt haben.“ An der grundsätzlichen Position hat sich aber nichts geändert: Das Gebiet zwischen Friedberger Landstraße, Wasserpark und Dortelweiler Straße wird bebaut, die Freizeitgärten müssen weichen. „Man muss klar sagen: Nicht für alle Gärten wird es Ersatzflächen geben können“, betonte Ursula Busch (SPD).

Dieses neue Konzept des Stadtplanungsamts für das Innovationsquartier tragen die Fraktionen von CDU, SPD und Grünen mit. Bild-Zoom
Dieses neue Konzept des Stadtplanungsamts für das Innovationsquartier tragen die Fraktionen von CDU, SPD und Grünen mit.

Die Fraktionen tragen die Änderungen mit, die Planungsdezernent Mike Josef (SPD) kürzlich vorgeschlagen hat. Demnach wird der Abenteuerspielplatz am Günthersburgpark erhalten. Außerdem ist ein etwa 70 Meter breiter Grünstreifen im Süden und Osten des Areals vorgesehen (siehe Grafik). „Uns ist wichtig, dass die Grünflächen im Gegensatz zu heute öffentlich zugänglich sind“, sagte Busch. Sie sprach von einem „gelungenen Beispiel dafür, wie man mit einer vernünftigen Bürgerbeteiligung zu guten Ergebnissen kommt“. Aber es sei nicht möglich, alle Wünsche zu erfüllen. „Wir können es uns nicht leisten, auf Wohnungsbau zu verzichten“, betonte auch Manuel Stock (Grüne). Er verwies darauf, dass noch nicht feststehe, in welcher Form und wie hoch gebaut wird. Das hänge von den kleinklimatischen Gutachten ab, die jetzt erstellt werden sollen. Mit Architektenwettbewerben soll eine hohe städtebauliche Qualität garantiert werden. Insgesamt sollen rund 1500 Wohnungen entstehen, 30 Prozent davon gefördert. „Das lässt unser sozialdemokratisches Herz höher schlagen“, sagte Busch.

Zeitplan offen

Wie schnell das Areal bebaut wird, ist noch offen. Das Stadtplanungsamt geht bisher von einem Zeitraum bis 2023 aus. Löwenstein sprach jetzt davon, dass man das Projekt „so schnell wie möglich“ realisiert sehen wolle. Allerdings bestehen die Fraktionen darauf, entgegen der üblichen Praxis vor der öffentlichen Auslegung der Pläne noch einmal darüber zu beschließen. Das könnte zu einer Verzögerung führen. „Aber wir erreichen dadurch eine höhere Akzeptanz der Bevölkerung“, sagte Stock.

Die Fraktionen befassten sich auch mit Themen, die noch weiter in der Zukunft liegen. So soll die Sportanlage an der Seckbacher Landstraße nicht nur erhalten, sondern sogar erweitert werden. Das dort geplante Baugebiet wird voraussichtlich aber erst kommen, wenn der geplante Deckel über der Autobahn fertiggestellt ist. Stock betonte, dass die Einhausung auf jeden Fall kommen werde. Man müsse damit auch nicht warten, bis die A 661 sechsspurig ausgebaut ist. Wie berichtet, ist dieses Vorhaben im Bundesverkehrswegeplan nicht mehr in der obersten Priorität eingestuft.

Einhausung soll kommen

Offen ist noch immer, wie lang die Einhausung werden soll. Ausgeschlossen hat die Koalition nur die teuerste Variante, bei der auch die vorhandene Galerie bei Seckbach geschlossen würde. Im Gespräch sind noch Röhren mit einer Länge zwischen 400 und 1300 Metern. Vor einer Festlegung wollen die Fraktionen vom Magistrat wissen, wie sich die Pläne des Bundes zum Autobahnausbau auf die Einhausung auswirken. Für Stock ist klar: „Je länger die Einhausung, desto höher ist der städtebauliche Gewinn.“ Mit der Länge steigen aber auch die Kosten von 91 Millionen Euro (400 Meter) auf 186 Millionen Euro (1300 Meter).

(mu)
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