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Anhänger der japanischen Verkleidungs-Szene treffen sich: Einmal in eine andere Rolle schlüpfen

Sich verkleiden und in die Rolle einer Phantasie-Figur schlüpfen: Darum drehte sich alles am Wochenende beim „CosDay²“ im Nordwestzentrum. Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus ganz Deutschland präsentierten ihre Cosplay-Kostüme und tauschten sich mit anderen Fans der japanischen Popkultur aus.
Elfen, wohin man auch schaute – selbst auf der Rolltreppe. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Elfen, wohin man auch schaute – selbst auf der Rolltreppe.
Frankfurt. 

Sehen und gesehen werden – dieses Motto trifft auf den „CosDay²“ im Nordwestzentrum sicherlich zu. Die jungen Menschen, die wegen ihrer auffallenden Kostüme in der U-Bahn sonst eher schräg angeschaut werden, konnten dort ihre Liebe zu der japanischen Popkultur von Mangas und Animes ausleben und für zwei Tage in die Rolle ihres Lieblingscharakters schlüpfen. Von Prinzessinnen über Star Wars-Krieger bis zu mittelalterlichen Rittern war alles dabei, viele Kostüme wurden sogar selbst genäht.

Nicht nur für Jugendliche

„Ursprünglich war die Veranstaltung nur für Kinder und Jugendliche, mittlerweile sind auch viele Erwachsene dabei“, erzählt Julian Albrecht von der Veranstaltungsleitung. Seit sechs Jahren gibt es das Event im Nordwestzentrum. „Wir erwarten bis zu 10 000 Gäste“, betont Albrecht, der wie alle anderen Helfer ehrenamtlich mitmacht. Im Titus-Forum werden dieses Mal auch Workshops, Bühnenprogramme und ein Café mit japanischer Küche angeboten.

Die Sturmtruppen aus der Star Wars-Saga dürfen bei keinem Cosplay-Tag fehlen. Auch im Nordwestzentrum waren sie zu sehen. Bild-Zoom Foto: Rainer Rüffer
Die Sturmtruppen aus der Star Wars-Saga dürfen bei keinem Cosplay-Tag fehlen. Auch im Nordwestzentrum waren sie zu sehen.

Auch Cosplay-Anfänger kommen auf ihre Kosten und können sich mit Kostümen, bunten Perücken oder andersfarbigen Kontaktlinsen eindecken. Alice Rose bietet in ihrem „Untot“-Shop neben selbst designten japanischen Schuluniformen auch spezielle Schminke an. Sie verkleide sich selbst zwar nicht, kenne sich aber gut mit der Szene aus, sagt die 26-Jährige mit koreanischen Wurzeln. „In Japan begann Cosplay schon in den 1990er Jahren mit der Mangareihe Sailor Moon“, erinnert sich die junge Frau. In Deutschland verbreitete sich der Trend erst später durch das Internet. „Heute gibt es Cosplay überall auf der Welt“, betont das Fotomodell.

Teure Kostüme

Die 23-jährige Künstlerin Minaline ist seit knapp drei Jahren als Ausstellerin bei Cosplay-Events dabei und verkauft eigene Illustrationen auf Postkarten und Accessoires. Doch auch sie hat mit Cosplay angefangen. „Es macht Spaß, mal in eine andere Rolle zu schlüpfen, mit der man sich identifizieren kann“, erklärt die Zeichnerin. Neben dem Kostüm sei es wichtig, das Verhalten der Figur zu übernehmen. „Ich habe mich mal als Mann verkleidet, das war echt lustig, mal einen auf Macho zu machen“, erzählt sie.

Heute sei es ihr zu kostenaufwendig, Verkleidungen selbst zu nähen. „Mein erstes Kostüm hat 150 Euro gekostet“, erinnert sie sich. Aber auch aus alten Klamotten aus Second-Hand-Läden könne man günstige Cosplays kreieren. „Man sollte sich vorher nur gut überlegen, was man macht, damit man es auch bis zum Schluss durchzieht“, betont Minaline.

Einen Tag Prinzessin

Die 28-jährige Julia Spindler ist seit ihrer Baby-Pause zum ersten Mal wieder als Cosplayerin dabei. „Ich mache das eigentlich schon seit 14 Jahren“, erzählt die junge Mutter, die ihr Outfit als Disney-Prinzessin Cinderella im Internet bestellt habe.

Frankfurt am Main 16.07.2017, Stadtteil Nordweststadt, Cosday im Titusforum. Hier: Julia Spindler (28). (c) Foto: Rainer Rüffer Bild-Zoom Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA
Frankfurt am Main 16.07.2017, Stadtteil Nordweststadt, Cosday im Titusforum. Hier: Julia Spindler (28). (c) Foto: Rainer Rüffer

„Für knapp 50 Euro war es einfach das günstigste Kleid, denn sonst fangen die Preise schon bei 100 Euro an“, erklärt die Rheingauerin. Früher habe sie viele Kostüme noch selbst genäht. „Mit Kind geht das leider nicht mehr.“

Eine Woche lang genäht

Am auffälligsten ist an diesem Tag sicherlich das grüne Outfit der 25-jährigen Denise Sagar, das sogar ihr Gesicht verdeckt. „Es ist Mutant Plant von dem Spiel Super Mario“, erklärt die Frankfurterin.

Frankfurt am Main 16.07.2017, Stadtteil Nordweststadt, Cosday im Titusforum. Hier: Denise Sagar. (c) Foto: Rainer Rüffer Bild-Zoom Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA
Frankfurt am Main 16.07.2017, Stadtteil Nordweststadt, Cosday im Titusforum. Hier: Denise Sagar. (c) Foto: Rainer Rüffer

„Das ist mal was anderes, denn ich versuche immer Kostüme zu machen, die es noch nicht gibt.“ Eine Woche lang habe sie dafür an ihrem Kostüm genäht. Dieses Wochenende wollte sie statt das Programm im Titus-Forum mitzumachen aber lieber neue Leute kennenlernen.

Weite Anreise

Besonders weit gereist ist der 24-jährige Dominik aus dem Saarland, der sich seine eigene Version eines Anime-Charakters ausgedacht hat. „Ich cosplaye meinen Lieblingscharakter Kirito von der Light-Novel-Reihe Sword Art Online.“

Frankfurt am Main 16.07.2017, Stadtteil Nordweststadt, Cosday im Titusforum. Hier: Dominik (24). (c) Foto: Rainer Rüffer Bild-Zoom Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA
Frankfurt am Main 16.07.2017, Stadtteil Nordweststadt, Cosday im Titusforum. Hier: Dominik (24). (c) Foto: Rainer Rüffer

Für ihn seien weite Strecken kein Problem, wenn es um Cosplay geht – auch wenn er erst seit zwei Jahren dabei ist. Bis auf die Hose habe er alles an seinem Kostüm selbst gemacht. „Das hat schon mehrere Monate gedauert“, erzählt Dominik.

Zum ersten Mal dabei

Auch Neulinge wie die 13-jährige Desire zeigen stolz ihre Kostüme. „Ich stelle Kaito Kid aus dem Anime Magic Kaito dar“, erzählt die Schülerin, die seit einem Jahr in der Cosplay-Szene dabei ist. Sie trägt einen weißen Anzug mit passendem Hut und eine Plüsch-Figur.

Frankfurt am Main 16.07.2017, Stadtteil Nordweststadt, Cosday im Titusforum. Hier: Desire (13). (FOTOERLAUBIS VON MUTTER: JA). (c) Foto: Rainer Rüffer Bild-Zoom Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA
Frankfurt am Main 16.07.2017, Stadtteil Nordweststadt, Cosday im Titusforum. Hier: Desire (13). (FOTOERLAUBIS VON MUTTER: JA). (c) Foto: Rainer Rüffer

„Für das Cosplay habe ich das meiste gekauft, zum Teil aber auch selber zusammengestellt“, erklärt die 13-Jährige. Um ihr auffallend weißes Kostüm zu präsentieren kam sie in Begleitung ihrer Mutter aus Neu-Anspach.

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