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Berühmter Frankfurter Obdachloser: Eisenbahn-Reiner hat jetzt einen Bollerwagen für sein Hab und Gut

Von Der Medienwirbel um Eisenbahn-Reiner hat mittlerweile etwas nachgelassen. Die Sondernutzungserlaubnis ist beantragt, aus der Liebfrauenstraße will der 45-Jährige nicht weg. Unterstützung bekommt der Obdachlose immer noch von vielen Seiten. Ein Geschenk lehnt er aber bewusst ab.
Ordentlich sieht der Stammplatz von Eisenbahn-Reiner in der Liebfrauenstraße aus. Seine persönlichen Sachen hat er in einem Bollerwagen verstaut, den er geschenkt bekommen hat. Zuvor hatte er sein ganzes Hab und Gut auf dem Boden abgestellt. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Ordentlich sieht der Stammplatz von Eisenbahn-Reiner in der Liebfrauenstraße aus. Seine persönlichen Sachen hat er in einem Bollerwagen verstaut, den er geschenkt bekommen hat. Zuvor hatte er sein ganzes Hab und Gut auf dem Boden abgestellt.
Frankfurt. 

Kurz vor 9 Uhr räumt Eisenbahn-Reiner sein Nachtlager direkt vor dem Eingang des Schuhgeschäftes Jordan in der Liebfrauenstraße. Wie jeden Morgen rollt er seinen Schlafsack und diverse Decken zusammen, stellt Plastiktüten und Stofftaschen nebeneinander. Doch eines ist anders an diesem Morgen: Er packt seine Habseligkeiten in einen Bollerwagen, zieht ihn ein paar Meter hinter sich her und stellt das Gefährt direkt an seinem Stammplatz zwischen den Baumstandorten ab. „Sieht doch gut aus“, sagt der 45-Jährige und trippelt mit seinen für ihn typischen kurzen Schritten um den Bollerwagen herum. Währenddessen deckt er ihn mit einer grünen Plastikplane als Regenschutz ab.

Eine traurige Miene macht Eisenbahn-Reiner, schließlich ist ihm nur ein Papagei aus Plastik übrig geblieben. In der Liebfrauenstraße sitz er immer noch, Stadtpolizisten hatten dort seine Eisenbahn und andere Figuren konfisziert.
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Ganz Deutschland blickt nach Frankfurt und auf Eisenbahn-Reiner. Stadtpolizisten hatten die Spielzeugeisenbahn des Obdachlosen konfisziert. Doch jetzt will das Amt offenbar einlenken.

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Im Gegensatz zu den vergangenen sechs Jahren – so lange schon baut Eisenbahn-Reiner seine Spielzeugeisenbahn, Spielfiguren und -autos in der Hoffnung auf eine Spende von Passanten schon in der Liebfrauenstraße auf – sieht sein Stammplatz nun tatsächlich richtig ordentlich aus. Und der kompakte Bollerwagen stört sicher keinen mehr. Früher hatte Eisenbahn-Reiner, der eigentlich Reiner Schaad heißt, Decken und Taschen einfach auf dem Boden abgestellt.

Das hatte aber nicht den besten Eindruck gemacht, weshalb das Ordnungsamt eine Beschwerde bekam. Stadtpolizisten kontrollierten Eisenbahn-Reiner daraufhin und weil er keine Sondernutzungserlaubnis vorweisen konnte, konfiszierten sie vor knapp zwei Wochen seine Spielsachen (wir berichteten). Das löste aber einen Sturm der Entrüstung aus, Medien aus ganz Deutschland berichteten über den Fall, so dass die Stadt einlenkte. Eisenbahn-Reiner bekam seine Spielsachen zurück und Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) schlug ihm vor, sein Sammelsurium an der Kleinmarkthalle aufzubauen – zumindest so lange, bis er seine Sondernutzungserlaubnis, die bereits beantragt ist, bekommen hat. Das lehnte der kleine Mann mit Baseballkappe und Vollbart aber mit der Begründung ab, er habe seine Stammkunden in der Liebfrauenstraße. Seine Eisenbahn baut er derzeit nicht auf, er hat sie im Keller eines Bekannten eingelagert.

Seit zwölf Jahren ist Eisenbahn-Reiner in der Liebfrauenstraße bekannt. Hier baut er auch täglich seine Spielsachen auf und freut sich über eine kleine Spende. Jetzt soll er seinen angestammten Platz räumen.
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Seit zwölf Jahren baut Reiner Schaad jeden Morgen seine kleine Spielzeugwelt in der Liebfrauenstraße auf. Das Ordnungsamt hat das dem Obdachlosen jetzt allerdings verboten.

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Den Bollerwagen hat der 45-Jährige übrigens vom Frankfurter Verein „Streetangel“ bekommen, der Obdachlose mit Sachspenden und auch finanziell unterstützt. Damit Eisenbahn-Reiner künftig komfortabler die Nacht verbringen kann, erhält er laut seinem Freund Ernst Egon auch noch Isomatten vom Frankfurter Verein. Die Matten sollen Ersatz für die Pappkartons sein, auf denen der obdachlose Eisenbahn-Reiner schläft. Keine Verwendung hat der 45-Jährige jedoch für eine in einen Koffer eingebaute Spielzeugeisenbahn, die er ebenfalls vom Verein „Streetangel“ überreicht bekam. Er bevorzuge seine eigenen Spielsachen, die er auf Flohmärkten gekauft hat. Die geschenkte Bahn sei ihm zu neumodisch.
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