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Andere Städte sind viel weiter: Elektrobusse: Frankfurt fährt hinterher

Von Fünf Elektrobusse werden von Ende 2018 an in Frankfurt eingesetzt. Damit fährt die Mainmetropole aber der Entwicklung hinterher. Andere Städte sind schon viel weiter im Bestreben, den öffentlichen Nahverkehr emissionsfrei zu machen.
Nach einigen Anlaufschwierigkeiten fahren die Elektrobusse auf der Linie 133 in Köln mittlerweile zuverlässig. Foto: Photographer: Christoph Seelbach Nach einigen Anlaufschwierigkeiten fahren die Elektrobusse auf der Linie 133 in Köln mittlerweile zuverlässig.
Frankfurt. 

Seit der Diesel wegen hoher Schadstoffemissionen immer mehr in die Kritik geraten ist, wird der Ruf nach Elektromobilität lauter. Da sich Privatleute noch nicht so recht von den Vorzügen batteriebetriebener Fahrzeuge überzeugen ließen – in Frankfurt waren zu Jahresbeginn gerade einmal 410 Stromer zugelassen –, ruht die Hoffnung auf der öffentlichen Hand. Im Fokus ist dabei vor allem der öffentliche Nahverkehr. Dessen Dieselbusse sind in den vergangenen Jahren immer sauberer geworden – Frankfurt legte bei den Ausschreibungen stets den strengsten Emissionsstandard zugrunde. Doch ganz ohne Abgase geht’s natürlich nicht.

Völlig sauber sind natürlich auch batteriebetriebene Elektrobusse nicht. Doch deren Emissionen entstehen nicht in den sensiblen Innenstadtstraßen und Wohngebieten, sondern in den Kraftwerken. Leiser als Dieselbusse sind sie obendrein. Schon 2011 kündigte die Stadt Frankfurt deshalb an, erstmals Elektrobusse im Linienbetrieb einzusetzen. Drei Busse eines chinesischen Herstellers sollten gekauft werden, die damalige Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) unterzeichnete feierlich eine Absichtserklärung. Frankfurt wollte die Vorreiterrolle in ganz Deutschland einnehmen.

Chinesen lieferten nicht

Doch aus den Plänen wurde nichts, die Chinesen konnten kein zulassungsfähiges Fahrzeug liefern. Jahrelang passierte dann nichts – auch, weil man vor den hohen Kosten der Batteriebusse zurückschreckte. Von einer Vorreiterrolle Frankfurts ist längst nicht mehr die Rede. In Sachen Elektromobilität fahren längst andere Städte voran, zum Beispiel Köln und Hamburg (siehe Seite 1).

Die dortigen Verkehrsunternehmen Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) und Hamburger Hochbahn setzen darauf, dass die Elektrobusse billiger werden, wenn sie in Serie in größerer Stückzahl produziert werden. „Weshalb sollten Elektrobusse teurer sein als Dieselbusse?“, fragt Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum. Technisch sei das nicht zu erklären. Auch KVB-Sprecher Stephan Anemüller rechnet damit, dass sich beide Fahrzeugtypen bei Betriebs- und Investitionskosten annähern. Acht Unternehmen aus Hamburg, Berlin, Darmstadt, Düsseldorf, Köln, Stuttgart und München haben eine Beschaffungsinitiative gegründet, um die Fahrzeugstandards zu vereinheitlichen und den Herstellern zu signalisieren, dass es einen Markt für Elektrobusse gibt.

Frankfurt ist nicht dabei. Hier bäckt man kleinere Brötchen, und das auch erst ab Dezember 2018. Dann fahren fünf Elektrobusse (Stückpreis: rund 500 000 Euro) auf der Linie 75, mit der die Universitätsstandorte Bockenheim und Westend miteinander verbunden werden. Vor wenigen Tagen hat die städtische Verkehrsgesellschaft VGF die Ausschreibung für die Fahrzeuge veröffentlicht. Ladestationen an den Endhaltestellen wie in Köln und Hamburg gibt es nicht, die Busse werden über Nacht im Betriebshof geladen.

Erst Erfahrungen sammeln

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) will erst einmal Erfahrungen sammeln, verweist auf die Schwächen des Batteriebetriebs am Berg – weshalb man zum Beispiel vor einem Testbetrieb in Seckbach zurückschreckt. Wenn sich die Stromer aber bewähren, kann Oesterling sich vorstellen, dass sie schwerpunktmäßig innerhalb des Alleenrings und in engen Ortskernen wie Seckbach oder Sossenheim eingesetzt werden. „Aber dafür ist die Zeit noch nicht reif.“

Den Grünen geht das nicht schnell genug. Sie fordern, dass Frankfurt die Förderprogramme nutzt und schon jetzt mehr Elektrobusse kauft. Oesterling setze weitestgehend auf die Vergangenheit, kritisiert Grünen-Fraktionschef Manuel Stock. Doch der Verkehrsdezernent kontert mit Hinweis auf das zehn Jahre lang von den Grünen geführte Dezernat: „Ich habe mehr Elektrobusse bestellt als meine beiden Vorgänger zusammen.“

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